Nun steht sie tatsächlich vor mir – Korgs Electribe MX SD und ich kann einfach nicht glauben, dass ich sie tatsächlich gekauft habe. Hab ich aber. Ich bin wohl einer der traditionellsten Musiker (Gitarrist!) dieses Jahrtausends. Instrumente müssen für mich immer beherrscht werden – nicht programmiert. Aber ich weiß natürlich, dass das eine antiquierte Sichtweise ist. Auch hier zählt letztlich nur, was „hinten“ rauskommt. Das kann im Falle dieser Box eine ganze Menge sein. Bewiesen hat’s unter anderem ein gewisser „denktribe“ auf YouTube und als ich dort mal gucken wollte, was man mit meiner iPad-Software iElectribe so alles anstellen kann, bin ich auch auf seine Videos zur MX SD gestoßen. Das war leider fatal …
Erst war’s nur ein „Hui, das groovt aber wie sau“ – und spätestens da hätte ich schnell weiterklicken sollen! Hab ich aber nicht – und nun steht sie hier …

Ich schaue auf ein blaues Gehäuse, sehe jede Menge Schalter, Drehregler und Knöpfchen – und habe so gar keine Ahnung, wie man mit so was Musik machen soll. Bisher war mir alles zu kompliziert, was mehr als 6 Saiten (oder 88 Keyboardtasten) hatte, aber da muss ich jetzt wohl durch. Immerhin: Die MX SD hat Röhren und so fühle ich mich gleich ein bisschen zu Hause, hatten doch alle meine Gitarrenverstärker ebenfalls Röhren. Hier – davon gehe ich aktuell aus – dienen diese Vorläufer der Transistoren sicher dazu, dem Signal ein bisschen mehr Schmutz und Druck zu verleihen. Ich freue mich auf jeden Fall schon darauf, den Burschen beim Glimmen zuzusehen! Nebenbei ist das auch noch eine „fette“ Premiere, denn ich hatte nicht vor, mir noch mal Hardware zu kaufen, die nicht eine Gitarre oder eine neue Keyboardtastatur ist. So gesehen habe ich mich tatsächlich selbst überrascht …
Zurück zu diesem „Instrument“ … Ich stehe schon länger auf Acid, Dance und Trance, nur bin ich nie auf die Idee gekommen, mich selbst an diesen Stilen zu versuchen und angesichts meines fortgeschrittenen Alters wird’s langsam mal Zeit …
Und nein, ich werde meine E-Gitarre nicht zur Seite stellen, sondern wann immer es geht versuchen, Maschine und Instrument miteinander zu kombinieren. Und so beginnt für mich ein komplett neuer, musikalischer Lebensabschnitt – es sei denn, die Electribe MX SD hat eine Lernkurve, die meine Geduld (und meine Intelligenz) überfordert. Aber so weit sind wir noch nicht.
Jörn

Wenn Sie so klingt wie sie aussieht, na dann ..
Wünsche Dir auf jeden Fall unvergessliche, kreative Momente, einen Output der mich vor Neid erblassen lässt vor allem aber viel Spass.
Harre Deinen Demos und Tracks.
Da überhaupt einen Ton rauszukriegen wird schon ein besonderer Moment sein!
Ich hatte mal die blaue MX. Ist schon ein nettes Gerät, weil wirklich leicht zu bedienen.
Jetzt, wo du anfängst, Pattern-basierte Musik zu machen, brauchst du noch einen Loop-optimierten Sequencer. Mit anderen Worten: du bist reif für Live!
Und wenn du merkst, dass du gar mit der Blauen klarkommst: ich nehm sie dann in Pflege.
Heute ist auch Pro Tools mit der Mbox Pro gekommen und ich bin super glücklich, dass ich dieses Paket in Zukunft wieder einsetzen kann. Im Sequenzer sehe ich dann doch lieber, was ich mache. Sonst könnte ich mir auch wieder einen Atari mit Twentyfour kaufen. Die Zeit fand ich schrecklich.
Ich wusste gar nicht, dass ich in Live nicht sehe, was ich mache. Aber vermutlich meinst du was anderes als ich.
Nee, nee – da hast du schon Recht! Ich meine nur, dass ich in einem Sequenzer keine Patternstruktur verwenden möchte – und das Timelinekonzept hat man ja inzwischen überall. Pro Tools (oder Cubase) sind da schon gut für mich geeignet.
Ich glaube Jörn hat nur die Clip-Ansicht im Live vorm Auge…
Mit dem neuen Pro Tools 9 werde ich schon genug zu tun haben, um das wieder alles auf die Reihe zu kriegen. Bei Live müsste ich komplett von vorne beginne und das lasse ich lieber.
Also Jörn, bei aller persönlicher und sachlicher Wertschätzung kann ich zu der ganzen Sache leider nur eines sagen:
Is mir schlecht …
Nix für ungut, das Teil mag irgendwo im Loop-basierten Soundeinerlei seine Existenzberechtigung haben, besonders bei Jungs die eine Axe nicht im Griff haben oder sowieso nur Fettbrei im Hintergrund haben wollen, aber sich als Gitarrist zu outen und sich gleichzeitig sowas zuzulegen erschüttert mich wirklich zutiefst …
Aber vermutlich bin ich schon zu alt um das noch verstehen zu können …
Ach ja, ehe ich es vergesse: als bekennender Röhren-Gitarrist möchte ich Dir noch im freundlichsten aller Sinne zurufen: “Der Blitz soll dich beim Sch****en treffen” …
Harry
Lach!
Korrektur: Hier geht’s nicht um Loops. Du kannst das frei programmieren. Dazu habe ich wirklich Lust.
Du hast sie Dir tatsächlich gekauft? Wow!
Ich hätte nicht gedacht, dass der G.A.S. Anfall soooo groß ist. Hätte Dir iElectribe nicht gereicht (um zu sehen, wie Du überhaupt mit dieser Art zu produzieren/musizieren klar kommst)? Aber auf jeden Fall “Herzlichen Glückwunsch!”. Es ist immer ein tolles Gefühl, eine neue Hardware vor sich zu haben. Egal, ob das jetzt eine Gitarre, ein Amp, ein Keyboard oder halt eine Groovebox ist.
Dein Wort in Harrys Ohr …
Doch, ja! Es ist geil. Ich habe sie eben angehabt und mir ein paar Presets durchgehört. Absolut geil. Geil auch diese ganzen blinkenden Lichter und die schwergängigen Drehregler. Ich bin begeistert – aber total!
Und wenn Du mal mit was anderem “spielen” möchtest, versuch’s mal hiermit (Tasten a,s,d,f,g,h,j)
http://www.cupsizechoir.com/?k=1
Vielleicht gefällt das ja auch Harry
Im Netz gibt’s echt alles!
hallo jörn, auch von mi einen dicken glückwunsch zu dem teil. war das ein verfrühtes weihnachtsgeschenk?
ich denk mal, egal ob gitarre, synthei oder groovebox, hauptsache man hat mit dem kram spass
und ich hatte dir ja schon den passenden link geschickt, wo auch der nach weitläufuger meinung weltgrößte gitarrist keine berührungsängste mit elektronischen ambient sounds hat.
man muss ja bei en dingern auch nicht immer nur die trancesirene anwerfen (wobei das ja auch spass macht).
unser geheimwaffe bei gaints causeway war auch ne groovebox von roland, der wir durchaus gothic-kompatible klänge zu entlocken wussten.
ich find auch noch mal was anderes, wenn das ding knöppe und regler hat, wie wenn man mit der maus in einer software rumklickt.
wann kommt der test mit soundbeispielen?
Hallo Heiko,
danke für die Glückwünsche. Ich bin tatsächlich sehr glücklich mit dem Teil und hoffe, dass dieses Gefühl noch lange anhält. Es ist für mich was komplett anderes und es ist sagenhaft spannend!
Mein Plan ist, damit coole Drums, schöne Basslines und ein bisschen Synthgeticker zu produzieren, das dann als Playback für meine Gitarre herhält und nebenher die Füße zum Mitwippen bringt. Mal sehen, ob mir das gelingt.
Und ja, Knöpfe und Regler sind was völlig anderes. Ich merke gerade, wie sehr ich das vermisst habe. Ich stehe eigentlich total auf Hardware (schreck, hab ich das etwa gesagt?!
Test? Ich? Um Gottes Willen. Ich bin froh, wenn ich in einem halben Jahr ein bisschen mit der Maschine umgehen kann …
Aber danke für dein Vertrauen in mich.
Ich glaube, gleich hole ich meinen alten SP-505 raus
Genau.
Hat die auch so viele bunte Lämpchen?
Leider ein paar weniger
Grins …
Dei Lämpchen machen’s ja nicht allein. Ich denke, dass du aus deiner Maschine mehr rausholst als ich aus meiner. Aber ich habe natürlich den Ehrgeiz, meine Position zu verbessern!
Ehrlich gesagt habe ich die SP505 immer nur als Live-Sampler genutzt um ein paar Loops, Effekte oder Intros “abzufeuern”. Im Studio nutze ich Hardware schon lange nicht mehr, da ich lieber alles “total recallen” kann
Das ist ja auch ein großer Vorteil. Mal sehen, ob das auch mit der Korg möglich ist. Ich habe gestern nur rumgespielt und nicht in die Anleitung geguckt.
Hell yeah!
http://www.youtube.com/watch?v=pbKCKYQrNB0
Die SX mit Bratgitarre!
Das zeigt auch die Vorteile dieser Maschinen: der Mann muss sich nicht mit Bandmitgliedern rumärgern, die besoffen, bekifft oder gar nicht zur Probe kommen.
Ja, so in der Art – nur die Musik gefällt mir im Video nicht.
nicht schlecht, wird aber von mambo kurts reign in blood interpretation noch getoppt.
http://www.youtube.com/watch?v=-dvAKxFc_nc
Grins …
Was es alles gibt.