Test: 2CAudio Kaleidoscope

Kaleidoscope ist ein Effekt der besonderen Art: Resonatoren reagieren auf eingehende Audiosignale, Bilddateien steuern deren spektrale Modulation, Farbverteilungen erzeugen ein bewegliches Klang-Panorama. 2CAudio preist Kaleidoscope als den revolutionären Kreativ-Effekt schlechthin an. Was leistet das Plug-in wirklich? Wird es diesem hohen Anspruch gerecht?

 

 

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Hinweis: Screenshots, die das gesamte Interface abbilden, sind in diesem Test um etwa 30% verkleinert dargestellt, damit sie in unser Seitenformat passen. Soweit bei diesen Screenshots Beschriftungen von Bedienelementen schwer erkennbar sein sollten, liegt das an der Verkleinerung. In der Originalgröße ist ales gut lesbar.

Überblick

Kaleidoscope wurde im Wesentlichen vom Entwickler-Duo Andrew Souter und Denis Malygin programmiert. Mit Kaleidoscope haben die Beiden neue Wege beschritten und verwenden eine Kombination von Physical-Modeling-Resonatoren und graphischen Mustern zur Transformation und Modulation eingehender Audiosignale.

Laut Hersteller ist Kaleidoscope ein regelrechter Trip. In der Tat sind viele der grafischen Vorlagen psychedelisch – ob sich das auch auf der Audioseite niederschlägt, werden wir noch eingehend untersuchen.

Technisch gesehen werden mehrere Bänke stimmbarer Resonatoren verwendet, die im zeitlichen Verlauf dynamisch moduliert werden. Bei der Modulation kommen Bilddateien zum Einsatz, welche Klangfahrten über mehr als zwei Millionen Bildpunkte steuern.

So entstehen

  • dynamische Filter-Effekte
  • dynamische und stimmbare Resonator-Effekte
  • variable Echo-Effekte
  • texturähnliche Klänge
  • rhythmische Abfolgen mit Filtermodulationen und
  • hallähnliche Verfremdungen.

Kaleidoscope gehört zu den Effekten, die das eingehende Audiosignal extrem verfremden können und überschreitet die Grenze zwischen Klangbearbeitung und Klangerzeugung.

Mit bis zu 512 Resonatoren können auch sehr komplexe Effekte realisiert werden – mit entsprechend hohem Anspruch an die CPU. Dies bringt vor allem für Live-Anwendungen Einschränkungen mit sich: Wer ein Instrument mit Timing und Gefühl einspielen will, muss mit einer niedrigen Puffergröße arbeiten, um eine entsprechend kurze Zeitverzögerung zu erreichen. Die meisten Werksvorlagen von Kaleidoscope sind hierfür nicht geeignet, da sie eine höhere CPU-Leistung einfordern, als moderne Multicore-Systeme mit sechs oder acht Kernen bei solchen Einstellungen zur Verfügung stellen. Kaleidoscope eignet sich eher als Studio-Effekt.

 

Diesen Artikel finden Sie auch in unserem iBook Magazin (Heft 2).

 

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Installation

Nach dem Erwerb erhält man Download-Links für das Plug-in (24 MB), die Resource Library (rund 650 MB) und – soweit man sich für den Kauf dieses Zusatzpaketes entschieden hat – die optionale Galbanum Architecture Volume 1 KS – Library (2,4 GB).

Nach dem Entpacken der Dateien installiert man zunächst das Plug-in. Hat man zuvor die (empfehlenswerte) Demo-Version installiert, wird diese automatisch entfernt.

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Obwohl Kaleidoscope bereits in der Version 1.0.2 angekommen ist, behauptet der Setup-Dialog, die Version 1.0.0 installieren zu wollen. Davon sollte man sich nicht irritieren lassen. Für den PC stehen AAX- und VST-Formate in 32 und 64 Bit zur Verfügung, für den Mac auch AU. Auf unserem Testsystem wurde vom Programm automatisch der richtige Ordner (Program Files/Steinberg/VST-Plug-ins) gefunden. Soweit erforderlich kann man den Pfad bei der Installation korrigieren.

Im nächsten Schritt schiebt man die entpackte 2CAudio Resource Library auf einen Festplattenplatz der Wahl. Sie besteht neben der Tuning und Waveform-Library in erster Linie aus einer Sammlung von Bilddateien, wie etwa diesen:

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Das selbe macht man gegebenenfalls mit dem Ordner der Galbanum Architecture Vol 01 KS. Dieses optionale Zusatzpaket stand uns ebenfalls zur Verfügung.

Nun startet man den Host-Sequencer des persönlichen Vertrauens und lädt Kaleidoscope.
Hier kann nicht viel schief gehen: Das Plug-in begrüßt uns automatisch mit der Aufforderung, die Seriennummer und den Pfad zur Resouce-Library einzugeben:

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Das funktioniert reibungslos und ohne einen weiteren Autorisierungsdialog, etwa per Challenge-Response.

„Du bist ein unendliches Wesen voller Potenzial“ gibt uns 2CAudio auf den Weg. Und am Ende der Installationsanleitung findet sich eine Empfehlung, die ich Ihnen ebenfalls nicht vorenthalten will:
„Don’t forget to eat, sleep, and exerice away from the computer sometimes!“

Bleibt noch die Installation der optionalen Galbanum Architecture Library. Dazu heißt es lapidar: From the Preset Actions Panel select „Import Library Expansion“ under „Library Actions“. Nun ist das Preset Actions Panel nicht gekennzeichnet, sodass an dieser Stelle bereits ein Blick ins Manual oder eine improvisierte Suche angezeigt ist.

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Hier klickt man auf „Import Library Expansion“ und navigiert zum entsprechenden File. Nun beginnt die Festplatte zu rattern, und es dauert ein kleines Weilchen, bis die neuen 14.000 Resouce-Files geladen sind. Eine Fortschittsanzeige dieses Vorgangs wäre wünschenswert.

Ein Blick auf die Festplatte zeigt: Im Resource-Library Ordner finden sich nun die zusätzlichen Architecture-Bilddateien mit ihren kompletten 2,4 GB und können für eigene Presets über den Image-Browser von Kaleidoscope geladen werden.

 

Erste Eindrücke

Kaleidoscope ist so schön bunt und gibt sich so ungewöhnlich, dass man wirklich keine Lust hat, sich als erstes mit technischen Überlegungen oder gar dem Lesen des Handbuchs auseinanderzusetzen. Was liegt da näher, als Presets zu laden und an den großen Reglern zu drehen?

Bevor wir uns die Architektur im Detail ansehen, hören wir uns an, welche Transformationen Kaleidoscope leisten kann – ohne, dass man in die Tiefen des Editierens einsteigt. Dazu nehme ich einen einfachen Beat von Stylus RMX, Expansion Library Big Bad Beats:

 

Hier mit einem Preset der Abteilung Static Harmonic:

 

Nano Morph Delays:

 

Dragon Breath aus der Abteilung Textural Filters:

 

Immer wenn die türkisfarbenen Fahnen durchlaufen werden, atmet der Drache:

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Und noch ein Versuch mit zwei Rhythmen aus Stylus RMX:

 

Hier habe ich die beiden Rhythmen auf getrennte Ausgangskanäle gelegt und zwei Instanzen von Kaleidoscope verwendet. Dabei stellt sich heraus, dass selbst bei maximaler Puffergröße von 1024 Samples der Prozessor meines Testsystems (s. Anhang) aus der Puste gerät. Das ist mir noch mit keinem anderen Plug-in oder virtuellen Instrument passiert. Erstaunlich umso mehr, als Kaleidoscope multithreadfähig ist und per default von mehreren Prozessoren berechnet wird.

Der Audio-Export funktioniert zwar, Cubase ist danach aber nicht mehr zu bedienen und muss per Task-Manager zwangsbeendet werden. Will man mehrere Instanzen von Kaleidoscope verwenden, so wird man die Freeze-Funktion nutzen müssen – oder bouncen.

Nach diesem Schreck zur Erholung ein schönes Bild:

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Begriffsklärungen

Bevor wir uns die Architektur von Kaleidoscope ansehen, sollen einige Begriffe geklärt werden:

Kaleidoscope arbeitet mit Resonatoren. Ein Resonator greift bestimmte Frequenzen aus einem Klangspektrum heraus und unterdrückt andere. Anders als ein herkömmliches Filter reagiert der Resonator jedoch dynamisch auf bestimmte Frequenzen: Werden spezifische resonatortypische Frequenzenbreiche durch das eingehende Signal stimuliert, so gerät der Resonator in Schwingung, oszilliert und unterdrückt die nicht typischen Frequenzbereiche. Die Oszillation des Resonators greift zudem in das Ausklingverhalten, also den zeitlichen Verlauf der Frequenzen ein.

Jedes akustische Musikinstrument ist ein Resonator in dem Sinne, dass es über spezifische Eigenresonanzen verfügt, die durch den Korpus charakterisiert werden. Solche Resonanzen werden bei diversen virtuellen Instrumenten mathematisch-algorithmisch nachgebildet. Man spricht hier von Physical Modeling. Kaleidoscope verwendet zwei Arten von Physical-Modeling-Resonatoren: Saiten und Federn.

Während viele Presets für unterschiedlichtes Audiomaterial geeignet sind, trifft man auch auf einige Fälle, bei denen das Frequenzspektrum und die Impulsfolge des Eingangssignals zur Überreaktion der Resonatoren oder zum weitgehenden Ausbleiben eines Effektsignals führen. Die Parameterkonfiguration von Kaleidoscope und das zu transformierende, die Resonatoren anregende Audiosignal müssen zueinander passen beziehungsweise in Einklang gebracht werden. Als nützlich erweisen sich die Low- und High-Cut-Filter, die auch vor die resonatoren geschaltet werden können.

Der Saiten-Resonator produziert, angeregt durch ein eingehendes, atonales Audiosignal, einen tonalen Klang, der aus einem Grundton und einer Obertonstruktur besteht.

Die beiden folgenden Audiodemos zeigen zunächst die Bassdrum-Vorlage, dann die Transformation durch das Preset Auto-Strings 04 (welches den String-Resonator verwendet).

 

 

Feder-Resonatoren (Spring-Resonators) oszillieren auf nur einer Frequenz und beinhalten keine harmonischen Obertöne. Sie produzieren eine reine Sinuswelle.

Eine Vielzahl von Saiten- oder Feder-Resonatoren kann im Zusammenwirken komplexe harmonische Spektren erzeugen. Kaleidoscope verwendet bis zu 512 Resonatoren simultan.

Der Klangverlauf beider in Kaleidoscope verwendeter Resonator-Modelle wird durch die Parameter Damping und Feedback beeinflusst. Feedback verstärkt die Resonanz, Damping dämpft deren Lautstärke im Verlauf ab. Eine durch das Feedback periodisch auftretende Erhöhung der Resonanzfrequenzen bei gleichzeitigem Abdämpfen über die Zeitachse kann unter anderem für dynamische Kammfiltereffekte benutzt werden.

Die Klangmodulation erfolgt durch Bilddateien, die eine zweidimensionale Modulation erzeugen: Die Bilder werden von links nach rechts durchfahren: Die X-Achse definiert damit den zeitlichen Verlauf der Modulation. Bilder, die regelmäßig wiederkehrende Muster bereitstellen, können somit für rhythmische Modulationen verwendet werden:

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Die Y-Achse ist für die Frequenz zuständig.

Die Modulation erfolgt über Lautstärkeveränderungen einzelner Frequenzen. Jede horizontale Pixel-Linie im Bild definiert durch die Helligkeit der Pixel den Lautstärkeverlauf einer Frequenz.

Als dritte Komponente benutzt Kaleidoscope die Farbe für das Stereo-Panning. Durch eine entsprechende farbliche Komposition des Bildes ist es dadurch möglich, spektrale Anteile unabhängig voneinander im Stereopanorama zu bewegen.

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Zur Verdeutlichung wieder zwei Audiodemos: Originalsignal und Spektral-Panning mit Kaleidoscope:

 

Es ist möglich, eigene Bilddateien zu verwenden. Diese sollten als PNG Datei (24 oder 48 Bit, ohne Alpha-Kanal) und in der Größe von 1024 x 1024 Pixeln vorliegen.

Ich habe probeweise folgendes Bild (mit Cinema 4 D) erstellt:

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Die Grafik war jedoch nur als 16 Bit PNG-Datei exportierbar. Über den Dialog Import Image File …

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konnte ich die Datei erfolgreich laden. In Kaleidoscope sieht die Grafik nun so aus:

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Dieses Audiosignal …

 

… hört sich unter Verwendung der eigenen Grafik beispielsweise so an:

 

Dabei fällt auf, dass nach dem Durchlaufen der Grafik beim Sprung zurück zur Anfangsposition ein Bruch im Effektklang auftritt. Der Grund ist einfach: Die Grafiken werden quasi geloopt: Nach dem kompletten Durchlauf springt der Cursor vom rechten zum linken Rand zurück. Wenn die Bildinformationen am rechten Rand von denen am linken Rand abweichen, entsteht ein Sprung in der Modulation.

Um solche Brüche zu verhindern, sollte man sogenannte nahtlose Texturen als Grafiken verwenden, bei denen die Randbereiche zusammenpassen und keine Nahtstelle existiert.

Eine andere Lösung besteht darin, nicht nahtlose Texturen sehr langsam zu durchlaufen (durch eine entsprechende Synchronisationseinstellung, etwa 64/1, also ein Durchlauf in 64 Takten.

 

Die Architektur

Kaleidoscope wird über drei Menüseiten bedient: Main, Browser und Info.

Das Info Menü bietet eine Information über die verwendete Tonalität der Resonatoren (Tuning) sowie eine Reihe von Grundeinstellungen, etwa das Farbschema, nach dem die Panoramapositionen anhand der Bilddatei ausgewertet werden, einen Audio-Limiter am Ausgang, die maximale Anzahl von Resonatoren, Oversampling-Optionen und Multithreading.

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Oversampling bringt nur marginale Klangverbesserungen, bedeutet jedoch eine Vervielfachung des Leistungsanspruchs an die CPU. Die Auflösung und der Basisklang von Kaleidoscope bewegt sich auch ohne Oversampling auf hohem Niveau.

Multithreading ist werkseitig auf 100% eingestellt. Dies bedeutet, dass die Berechnung des Effektes durch alle verfügbaren Kerne gleichzeitig erfolgt. Auf unserem Testsystem schnellte die CPU-Leistungsanzeige bei Ausschalten des Multithreadings (abhängig von den Preset-Einstellungen) auf 100% (oder knapp darunter) – bei maximaler Puffergröße von 1024 Samples.

Multithreading kann auf bis zu 400% eingestellt werden. Im Falle eines Quad-Core-Rechners mit Hyperthreading-CPU (empfohlene Minimalausstattung) werden bei 100% Multithreading acht separate Rechenvorgänge von Kaleidoscope auf die acht virtuellen Kerne verteilt. Bei 400% Multithreading werden 32 Rechenvorgänge auf die acht virtuellen Kerne verteilt. Eine deutliche bessere Auslastung der Rechenleistung war zwischen der 100%- und der 400%-Einstellung in den meisten Fällen nicht zu verzeichnen.

Über das Browser-Menü findet man sinnvoll kategorisierte Presets (rhythmisch, melodisch, texturartig oder filterähnlich mit verschiedenen Sub-Prädikaten).

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Neben den Werksklängen gibt es eine Reihe von Presets, die nach den für sie verantwortlichen Sound-Designern geordnet sind, sowie einen User-Ordner, in dem man eigene Kreationen wiederfindet. Unter den Presets der Sound-Designer finden sich viele außergewöhnliche Effekte, welche die Werksklänge durch weitere inspirierende Kreationen ergänzen.

Für das nächste Audiodemo habe ich ein Preset von Austin Noble verwendet. Der Sound am Audioeingang ist derselbe, den ich auch für das letzte Demo oben verwendet habe.

 

Hier eine Modifikation mit einer Reduzierung des Tempos auf ein Viertel. Dadurch wird die Grafik entsprechend langsamer duchfahren und die Frequenz- und Panoramamodulation zu einem maschinenähnlichen Rhythmus:

 

Und schließlich gibt es das Hauptmenü mit der Einstellung aller variablen Parameter sowie grundlegender statischer Definitionen.

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Über die obere Menüzeile ist immer die Preset-Auswahl, zwei alternative Konfigurationen (A/B), und ein Load/Save-Aufklappmenü erreichbar.

Bis zu 64 Partials und 64 Duplikate können erzeugt werden. Während die Oberfläche von Kaleidoscope insgesamt sehr großzügig angelegt ist, hat man sich bei den Partials für eine minimalistische Schaltfläche entschieden:

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Mehr Partials bewirken eine obertonreichere Sruktur, einen schillernderen Klang, der über das Zuschalten von Partial-Duplikaten weiter gefärbt werden kann.

Daneben geht es um die Stimmung des Effektes. Neben einer klassisch-musikalischen Stimmung nach Tonhöhen gibt es eine Reihe anderer Optionen, die vor allem für rhythmische, atonale Effekte oder für Texturen geeignet sind.

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Zur Verdeutlicheung: Dieser Klang …

 

… hört sich mit Kaleidoscope, musikalisch-tonal gestimmt und mit 64 Partials so an …

 

… und nach Wellenform-Modulation so:

 

Rhythmik kann man auf zweierlei Weise generieren:

Zum einen ergeben sich aus rhythmischen Eingangssignalen auch rhythmische Klangeffekte, die aufgrund der starken Verfremdung kaum noch an das Originalsignal erinnern.

Sich wiederholende Muster in den Bilddateien führen ebenfalls zu rhythmischen Modulationen. Die Bilder werden temposynchron abgetastet. In welchem mathematischen Verhältnis dies geschieht, ist in weiten Bereichen definierbar:

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So lassen sich neben polyrhythmischen Effekten auch extrem langsame Klangevolutiuonen oder flatternde Filter-Effekte erzeugen.

Unterhalb der Submenüleiste findet sich links neben der zentralen Bilddarstellung die Mixer-Section mit Dry/Wet sowie beimischbarem Weißem Rauschen. Dieses dient dazu, den Lautstärkeverlauf allzu impulsartiger Eingangssignale abzufedern. Wenn diese die Resonatoren übermäßig in Schwingung versetzen, führt eine Beimischung von Rauschen zu einem gleichformigeren Klangverlauf. Zudem entsteht ein obertonreicheres, helleres Klangbild.
Das Prinzip des Resonators bringt es mit sich, dass unvermutet laute, zu dominante Teilspektren auftreten können – bis hin zu unerwünschten Verzerrungen. Ein Low- und High-Cut-Filter mit umschaltbarer Flankensteilheit von 6, 12 und 24 dB sowie alternativem Pre-/Post-Routing hilft dabei, solche „Nebenwirkungen“ in den Griff zu bekommen.

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Feedback, Modulation, Width, Random:

Der Parameter Feedback verstärkt und verlängert die Resonanzen. Kleine Werte führen zu körnigeren, rhythmischen oder raueren Effektklängen, höhere Werte zu schwebenden Klängen. Die Schwingung der Resonatoren klingt dann deutlich langsamer ab. Aus einem Beat im Eingangssignal werden sphärische Texturen mit Schwebungen im Sustain (so wie im zweiten Audiodemo zu Beginn des Tests).

Die Parameter Modulation und Width wirken sich ähnlich einem Filtereffekt auf die zentrale Grafik aus. Es stehen verschiedene Modulationsmodi für beide Parameter zur Verfügung, die eine Kontrasterhöhung, Brillanz- oder Farbveränderung bewirken. Diese nehmen Einfluss auf die Panoramamodulation (Farbmuster) oder die Transformation des Klanges durch Resonatoren (Helligkeit).

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Mittels Random kommt es zu einer zufälligen Verstimmung der Resonatoren, geeignet für subtile Dopplungs- oder deutlichere Chorus-Effekte.

Bewegungen der vier Regler Feedback, Modulation, Width und Random können zwar als Automation aufgezeichnet werden, es kommt jedoch bei vielen Presets (nicht bei allen) zu Knacksern – glaubt man der Cubase-Leistungsanzeige auch ohne CPU-Überlastung. Automationen sind daher leider nur bei wenigen Presets möglich. Will man über den Verlauf der verwendeten Grafiken hinaus eine abwechslungsreiche Klang-Evolution gestalten, so bieten sich entsprechend drastische Wechsel im eingehenden Audiosignal an, etwa ein Übergang von impulshaftem, rhythmischen Material zu Flächenklängen.

Damping- und Soft-Parameter

Rechts neben der zentralen Grafik finden sich die beiden Regler Damping und Soft. Damping steht nur bei String-Resonatoren zur Verfügung. Neben einer Low-Pass-Charakteristik mit 6 und 12 dB Flankensteilheit gibt es einen Bandpass-Modus, mit dem bei Bedarf die zentralen Frequenzen der Resonatoren angefahren und diese zum verstärkten Oszillieren gebracht werden können.

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Mittels Soft-Regler steuert man die Verteilung der Lautstärke der Resonatoren. Ohne Beeinflussung sind alle Resonatoren (die auf unterschiedlichen Tonhöhen operieren) gleich laut. Über den Soft-Regler lässt sich diese Balance zugunsten der tiefen oder hohen Resonanzen verändern. Im Display darüber wird der Lautstärkeverlauf unter den Resonatoren grafisch angezeigt.

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Weitere Anwendungsbeispiele und Modifizieren der Grafik

Um den Verfremdungseffekt von Kaleidoscope weiter zu verdeutlichen, füge ich hier noch einige Anwendungsbeispiele hinzu:

Das Rohmaterial für die nächsten Audiodemos stellt diese Gesangspassage aus Soundiron Voice of Rapture: The Soprano:

 

Hier verwandelt Kaleidoscope die Stimme in eine atonale, futuristische Klangkomposition. Das Originalsignal habe ich dezent beigemischt, und UltraReverb von Eventide sorgt für einen spacigen Hall.

 

Das selbe Preset mit verringertem Feedback, stärkerer Modulation und Verschiebung der Balance der Resonatoren-Lautstärken in den tieffrequenten Bereich:

 

Das Bild dazu:

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Neben der Klangbeeinflussung über die Regler kann man auch auf die Grafik selbst Einfluss nehmen. So lässt sich über Slider und Anfasser ein Teilbereich des Bildes ausschließen. Während diese Bedienelemente noch erkennbar sind, handelt es sich bei den „Tastern“, mit denen eine Positionierung, Stauchung, Rotation oder Spiegelung des Bildes vorgenommen werden kann, um eine echte Geheimsache. Hier die Funktionsschalter in Originalgröße (es handelt sich dabei um die weißen Pünktchen):

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Sie befinden sich in der linken und rechten unteren Ecke der zentralen Grafik.

Und so können sie sich auf diese auswirken …

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… nicht ohne eine Veränderung des Effektes:

 

Futuristische Texturen sind eine der Stärken von Kaleidoscope. Hier das Preset Shamanism; die Originalstimme habe ich wieder beigemischt.

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Auch Echo und Halleffekte gehören zum Angebot. Es folgt das Preset Grain Verb; Kaleidoscope habe ich sukzessive beigemischt, den Originalbeat am Ende heruntergefahren:

 

Die visuelle Seite dieses Effektes:

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Morph Delay nennt sich das Preset für das nächste Audiodemo. Der Effekt liegt zwischen Echo und Buzz:

 

Nano Rhythm atonal:

 

Systemanforderungen, Anspruch an die CPU und Bugs

2CAudio empfiehlt für die Verwendung von Kaleidoscope Multi-Prozessor-Systeme ab vier Kernen. Je mehr Kerne man hat und je schneller diese arbeiten, desto besser – denn Kaleidoscope ist multithreadfähig und benötigt definitiv die Leistung mehrerer Kerne, um sein Potenzial zur Geltung zu bringen. Zwar hängt der Leistungsanspruch stark von der Anzahl der Resonatoren ab – mit wenigen Resonatoren gibt sich Kaleidoscope beinahe genügsam – doch man wird während der Suche nach dem idealen Effekt zwangsläufig auch anspruchsvolle Konfigurationen abrufen, und wer will dann mitten in der Arbeit schon einen Freeze des Host-Sequencers erleben?

Man arbeitet folglich im Multithreadmodus, mit hoher Puffergröße und entsprechend großer Zeitverzögerung – keine idealen Bedingungen für Live-Anwendungen, für die Studio-Arbeit ein geringeres Problem. Zwischen 25 und 50% Prozessorleistung und mehr wurden auf unserem Testsystem aber auch unter diesen Bedingungen eingefordert. Das ist rekordverdächtig.

Mit Oversampling (x2, x4) kann man diese Werte noch verdoppeln oder vervierfachen. Für ein vierfaches Oversamplung in Echtzeit benötigt man mindestens einen 8-Kerne-Rechner der aktuellen Generation. Das Oversampling lässt sich jedoch auch offline einsetzen, beim Mixdown – und hier kann man dann auch mit einem weniger luxuriösen Rechner der ohnehin exzellenten Audioqualität das i-Tüpfelchen aufsetzen.

Will man mehrere Instanzen von Kaleidoscope simultan berechnen lassen, reicht schnell auch ein aktueller 6-Kerne-Rechner nicht mehr aus.

Zwar ist es möglich, mit Kaleidoscope alleine schon ganze Ambience- und Filmmusikkompositionen zu bestreiten, will man den Effekt jedoch innerhalb eines ausgewachsenen Projekts mit anderen anspruchsvollen Klangerzeugern und Plug-ins benutzen, kommt man um die Freeze-Funktion des Sequencers oder schlichtes Bouncen nicht herum. (Im letzteren Fall sollte man Kaleidoscope nach dem Bouncen nicht entfernen, sondern lediglich auf Bypass schalten oder zumindest die Parametereinstellung als Preset abspeichern – für den Fall, dass man später noch Änderungen vornehmen möchte.)

Kaleidoscope ist trotz hohem CPU-Anspruch ohne Einschränkungen funktionsfähig und auch im derzeit noch recht frühen Stadium und der Version 1.0.2 stabil und bugfrei.

 

Audioqualität

Die Audioqualität ist exzellent. Die hier verwendeten Physical-Modelling-Resonatoren sind vom Feinsten: Sie klingen präsent und präzise. Kaleidoscope liefert über das gesamte Frequenzspektrum hinweg einen frischen, modernen, transparenten Klang.

 

Bedienung

Wer mit Kaleidoscope einfach loslegt, ohne einen Blick in das englischsprachige PDF-Manual zu werden, kommt schon recht weit und wird alleine durch die Vielzahl von Presets und wenigen Parametermodifikationen eine Fülle von Effektklängen entdecken, die Ihresgleichen suchen.

Wer zielgerichtet arbeiten möchte, wird hingegen nicht darum herumkommen, sich mit der Philosophie und der Architektur dieses eigenständigen Effekts auseinanderzusetzen. Ein Verständnis der Funktionsweise kann auch dazu beitragen, den Effekt so zu konfigurieren, dass die oben erwähnte hohe CPU-Auslastung reduziert werden kann und dennoch einzigartige und interessant klingende Effekte entstehen.

Warum der Hersteller bei einem derart großzügig angelegten Interface teils mikroskopische Funktionsschalter einbaut, ist schwer nachvollziehbar. Diese mit der Maus zu treffen und zu bedienen ist zwar kein Problem, sie zu finden und zu verstehen eine andere Sache.
Das Manual hilft hier weiter, ist sehr ausführlich und bietet erfreulicherweise eine Menge an Hintergrundwissen. Ein etwas fortgeschrittenes Englisch kann hier nicht schaden. Für den schnellen Einstieg wäre eine Quickstart-Version, die sich auf wesentliche Funktionen beschränkt, oder eine kontextsensitive Hilfefunktion wünschenswert.

 

Vergleichskandidaten

Mitbewerber, die einen ähnlichen Ansatz (Resonatoren plus grafikgesteuerte Modulation) verfolgen, sind mir nicht bekannt, ebensowenig ein Effekt, der Kaleidoscope ersetzen würde. Die Effekte, die hier generiert werden, sind einzigartig.

Wer ungeachtet des technischen Hintergrundes auf der Suche nach eigenständigen und außergewöhnlichen Effekten ist, die das eingehende Audiosignal extrem transformieren, wird jedoch auch bei Native Instruments Molekular oder dem GRM-Tools Evolution Bundle fündig. Molekular verfügt ebenfalls über ein Resonator-Modul und ist in der Lage tonale Folgen zu generieren. Die Bandbreite unterschiedlichster Effekte ist enorm. Diese Vielseitigkeit in den Griff zu bekommen verlangt allerdings die Bereitschaft, sich mit der Architektur auseinanderzusetzen. Das Plug-in Fusion aus dem Evolution-Bundle liefert spektrale Bewegungen, die im Ergebnis manchem Preset aus Kaleidoscope ähneln. Molekular und Fusion sind beide deutlich weniger CPU-hungrig. Einen recht interessanten Resonator-Effekt bietet auch das Plug-in Reson aus dem GRM Tools Classic Bundle. Das über zehn Jahre alte Reson kann allerdings mit der Hochglanz-Audioqualität und Vielseitigkeit von Kaleidoscope nicht mithalten.

Auf der Seite der Klangerzeuger wäre iZotope Iris 2 zu nennen. Hier werden spektrale Filter eingesetzt, was teilweise ebenfalls zu Klangergebnissen führt, wie sie mit dem ein oder anderen Preset von Kaleidoscope erzeugt werden.

 

Anwendungsgebiete

Kaleidoscope liefert weitgehend unabhängig vom eingespeisten Audiomaterial aus dem Stand Klangevolutionen, schwebende Texturen oder rhythmische tonale und atonale Abläufe, darüber hinaus Lo-Fi- und Filtereffekte der besonderen Art sowie experimentelle Granular-Echos oder hyperreale Hallräume.

Im Bereich der Filmmusik, Multimedia und Spielevertonung wird man ohne große Bastelarbeit in kurzer Zeit eine Vielzahl von Klanglandschaften und modulierten Texturen gewinnen, die vielseitig einsetzbar sind und dank der Panorama-Modulation der Frequenzen (durch die Farbverteilung der Grafik) spektakuläre räumliche Effekte beinhalten. Kaleidoscope bringt frischen Wind in die Komposition und ermöglicht Klänge, die in dieser Komplexität und extrem hohen Audioqualität anders kaum erzeugt werden können. Der Fokus der Anwendung liegt dabei auf futuristischen, mystischen oder modernen Sounds, die Stimmungslage von verträumt bis dramatisch oder verstörend.

Kaleiscope dürfte auch für Surround- und Mehrkanalanwendungen äußerst interessant sein. Mit zwei oder mehreren Instanzen von Kaleidoscope kann man phantastische Klangwelten erschaffen, etwa für Planetarien oder (Licht-) Kunst-Installationen. Wie oben ausgeführt muss man sich hier zwar mit Freeze und Bouncen vorarbeiten, das dürfte jedoch für solche Projekte kein Problem darstellen.

 

Fazit

2CAudio hat nicht zuviel versprochen: Kaleidoscope ist ein wegweisender, eigenständiger Kreativeffekt der Extraklasse, auch was die exzellente Audioqualität betrifft. Ein eingehendes Audiosignal bringt Resonatoren zur Oszillation, deren Klang mittels Surfen durch grafische Vorlagen moduliert wird. Die innovative Architektur produziert auch innovative Sounds.

Die Klangwelten, die sich eröffnen, sind modern bis futuristisch und bieten Transformationen des eingespeisten Audiosignals, die mit keinem anderen Plug-in erreichbar sind. Kaleidoscope ist eher ein Instrument als ein Effekt im herkömmlichen Sinne: Das Quellsignal wird in den meisten Fällen in ein völlig neues Klangerlebnis transformiert.

Angesprochen werden in erster Linie Klangdesigner und Klangforscher, Komponisten im Bereich Filmmusik, Multimedia und Spielevertonung. Auch für die Komposition von elaborierten Ambience-Mehrkanal-Projekten ist Kaleidoscope eine wahre Wunderkiste.

Für experimentellen Dance und Pop liefert das temposynchrone Kaleidoscope komplexe rhythmische Filtereffekte, Lo-Fi-Sounds oder Granular-Delays und Hallvarianten.

Die Temposynchronisation kann zudem verwendet werden, um die Bilddateien extrem langsam zu durchfahren, was ausgedehnte Klangverläufe ebenso wie maschinenähnliche Geräuschtexturen möglich macht.

Leider ist nicht nur der Effekt futuristisch, auch die Anforderungen an die CPU sind zukunftsorientiert. Mit einem aktuellen Rechner und mindestens vier, besser sechs oder acht Hyperthread-fähigen Kernen kommt man allerdings gut zurecht. Kaleidoscope verteilt die Berechnungen auf alle verfügbaren Kerne. Niedrige Latenzen sind trotzdem kaum möglich, Live-Anwendungen mit Echtzeit-Einspiel bleiben weitgehend außen vor. Kaleidoscope ist eher ein Werkzeug für das Klanglabor.

Die Animation einiger Parameter führt bei den meisten Presets zu Knacksern; da ist der fehlende MIDI-Lern-Dialog und die nicht implementierte Option zur Steuerung durch externe Controller sekundär.

Im großzügig angelegten Interface finden sich in Randbereichen und Ecken winzige Pünktchen, die wichtige Funktionstaster darstellen. Ohne eine Lektüre des Manuals wird man diese allenfalls zufällig entdecken. Eine etwas ausgewogenere Dimensionierung der Bedienelemente wäre praxisnäher gewesen.

Kaleidoscope liefert alleine anhand der Presets eine große Fülle an ungewöhnlichen Effektklängen. Dennoch sollte man auf den Einstieg in die Architektur und das Erstellen eigener Presets nicht verzichten. Das englischsprachige Manual lässt hier nichts aus und ist eine umfassende Informationsquelle und Hilfe. Ein komprimiertes Quick-Start-Manual oder eine kontextsensitive Hilfe würden den Einstieg jedoch erleichtern. Unterm Strich ist der Anspruch an die Lernbereitschaft gemessen an den neuen Möglichkeiten akzeptabel. Unnötig kompliziert gebaut ist Kaleidoscope nicht.

Die Zusatzlibrary Galbanum Architecture Vol. 1 liefert eine Unmenge zusätzlicher Grafiken und ist vor allem für Klangforscher interressant, die abseits der Presets ausgedehnte eigene Wege beschreiten wollen. Darüber hinaus finden sich hier viele für rhythmische Anwendungen konzipierte Grafiken.

Nicht zuletzt ist auch die Option, eigene Grafiken zu importieren, ist eine spannende Sache. Um Modulationssprünge zu vermeiden, müsen diese allerdings nahtlos gearbeitet sein: Linker und rechter Rand müssen die selbe Bildinformation beinhalten.

Ein Ausprobieren der Demo-Version ist für jeden empfehlenswert, der klanglich neue Wege beschreiten will.

Der Preis ist angemessen

Testautor: Holger Obst

 

Plus:

  • innovatives Konzept
  • außergewöhnliche, vielseitige Effektklänge
  • erstklassige Audioqualität
  • frequenzspezifische Panoramamodulation

Minus:

  • hohe Anforderung an die CPU
  • Parameterautomation produziert teilweise Knackser
  • teils unnötig winzige Bedienelemente

Preise:

Kaleidoscope: 249,95 US $
Galbanum Architecture Vol. 1 KS: 149,95 US$

Hersteller:

2CAudio

Systemanforderungen:

  • Windows 7 und 8
  • Mac: ab OSX 10.7
  • Formate: AAX, AU, VST
  • 32 und 64 Bit

Testsystem:

  • PC Intel Core i7 3930K, Windows 7, Cubase 7, Motu 828 mKII
  • Testprojekt mit 44,1 kHz Samplerate und 24 Bit Auflösung
  • Alle Audiodemos in 128k mp3
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