Test: Cinesamples CineBells

Cinesamples CineBell Test Release Time

Cinesamples wäre nicht Cinesamples, wenn das Team über die großen Veröffentlichungen wir CineBrass und CineWinds die kleinen Nischenprodukte vergessen würde, durch die es bekannt wurde. CineBells ist ein solches Produkt: Es beschäftigt sich mit “tuned percussion”, also mit glockenartigen und anderen perkussiv-melodischen Instrumenten. Die zwölf Instrumente belegen etwas über 9 GB auf der Festplatte und benötigen eine Vollversion von Kontakt 4 oder höher.


 

Download und Installation

Nach dem Kauf erhält der Nutzer den Link zur Downloadseite, wo die Samples und Patches im gepackten RAR-Format vorliegen. Ein Handbuch im PDF-Format ist ebenfalls vorhanden. Nach dem schnellen Download (die entsprechende Internetverbindung vorausgesetzt) müssen die Archive nur entpackt werden und stehen ohne Autorisierung zum Anspielen bereit. 

Die Instrumente

Cinesamples CineBell Test Release Time

  • Autoharp

    Die Autoharp ähnelt einer Zither. Ihre Saiten werden mit einem Plektrum angeschlagen; mit der freien Hand dämpft der Spieler mittels einer Tastatur die Saiten, die nicht klingen sollen. Das für CineBells gesamplete Instrument verfügt über einen Tonumfang von etwas mehr als drei Oktaven und eignet sich vor allem als Unterstützung sowohl für Melodie- als auch für Begleitungspassagen.

    Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

  • Bell Tree

    Der Bell Tree ist ein Instrument, dessen nach oben hin größer werdende Glocken vertikal übereinander angeordnet sind. Der optische Gesamteindruck erinnert am ehesten an einen Dönerspieß. Die einzelnen Glocken sind zwar nach Tonhöhe geordnet, allerdings nicht chromatisch, daher eignet sich das Instrument eher für Effekt-Glissandi als für einzelne Noten.

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  • Dulcimer

    Wer beim Dulcimer ein Zupfinstrument erwartet, ist einer Eigenart des Deutschen auf den Leim gegangen: Während in anderen Sprachen zwei Instrumente mit dem Namen Dulcimer existieren (z.B. Englisch: Appalachian Dulcimer und Hammered Dulcimer), nennt man das Instrument, das Cinesamples hier aufgenommen hat, in Deutschland “Hackbrett”. Das Hammered Dulcimer wird mit Schlegeln gespielt und besitzt im Gegensatz zum gezupften Dulcimer Saitenpaare, die entweder als Paar oder als einzelne Saite gespielt werden können, was den Klang merklich verändert. In CineBells befinden sich die einzeln angespielten Saiten auf den tieferen Tasten des Keyboards; die Doppelsaiten werden über höhere Tasten angespielt. Per Keyswitch lässt sich auch ein (komplett aufgenommenes, nicht simuliertes) Kurztremolo zu- und abschalten.

    Im folgenden Beispiel sind in der Begleitung die Einzelsaiten als Tremolo, in der Melodie Doppelsaiten zu hören.

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  • Jim’s Piano

    Als “perfectly imperfect” wird das 1800er-Steinway Upright-Piano von Cinesamples beworben – damit treffen sie den Nagel auf den Kopf. Das Klavier, das für die Aufnahmen benutzt wurde, ist alt, verstimmt, hat ein paar Tasten zu wenig und ist nun wirklich nicht für Tchaikovskys Klavierkonzert Nr. 1 gedacht. Der edle, erhabene Klang eines Flügels klingt definitiv anders – aber Jim’s Piano ist in Würde gealtert.

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  • Kalimba

    Die Kalimba gehört zur Familie der Lamellophone. Diese Instumente bestehen aus einem Brett, an das Metallzungen angebracht sind, welche mit den Fingern angezupft werden. Das Resultat ist ein perkussiver Klang mit metallischen und hölzernen Klangkomponenten. Die Cinesamples-Variante hat einen Klangbereich von zwei Oktaven.

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  • Singing Bowls

    Zur Gruppe der stehenden Glocken gehören die “singenden Schüsseln”. Das heißt: Die Öffnung zeigt nicht nach unten, sondern nach oben. Die Singing Bowls werden mit kleinen Hämmerchen angeschlagen und sind vor allem im Himalaya verbreitet. Der Klang der Schüsseln verfügt über ein knackiges Attack, ehe der Ton ins “Singen” kommt.

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    Per Keyswitch lässt das Singing Bowls-Instrument sich vom Einzelton zum Effekt umschalten. Dann werden die Bowls nicht angeschlagen, sondern steigern sich in einer Art Tremolo-Spielweise (vergleichbar mit Rolls bei Orchesterbecken).

  • Slit Drum

    Wenn es in CineBells ein Instrument gibt, das förmlich “Discovery Channel” schreit, dann ist es die Slit Drum: Das Instrument aus einem ausgehöhlten Baumstamm klingt nach afrikanischer Steppe und südamerikanischem Urwald. Per Keyswitch lassen sich drei unterschiedlich gefärbte Klänge ansteuern; das Audiobeispiel zeigt die Standardeinstellung mit dem hellsten Klang.

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    Die dunkle Klangeinstellung auf dem dritten Keyswitch-Button rauscht bei wiederholten oder mehreren Noten deutlich. Ein weiteres Manko ist die Tatsache, dass sich überlagernde Töne einander auch bei ausgeschaltetem Kompressor “stören”, d.h. bei zwei oder drei gleichzeitig gespielten Tönen ist einer manchmal nicht hörbar – ob das ein akustisches Phänomen ist, das an der Art der Aufnahme liegt, oder ein Editing-Problem, lässt sich schwer beurteilen. Das Problem lässt sich durch eine Quantisierung mit Fehlertoleranz schnell lösen: Sobald die Noten nicht exakt zur selben Zeit gespielt werden, sind wieder alle zu hören.

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  • Toy Dulcimer

    Zu den vier Instrumenten mit “Toy” im Namen muss gesagt werden, dass es sich nicht um bunte Plastikspielzeuge aus dem Spielzeugladen, sondern viel eher um Miniaturnachbauten oder voll funktionsfähige Modelle handelt. Mit Ausnahme des Toy Piano klingen sie allesamt hochwertig. Zum Dulcimer wurde weiter oben schon alles gesagt. Das Toy Dulcimer ist die Miniaturausgabe davon.

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  • Toy Glock

    Das Spielzeug-Glockenspiel ähnelt der Glocken-Celeste sehr. Es hat einen etwas geringeren Tonumfang und klingt etwas direkter und weniger verträumt, stellt aber eine gute Ergänzung dar. Glocken-Celeste und Toy Glock liefern im Zusammenspiel schöne Ergebnisse.

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  • Toy Piano

    Das Spielzeugklavier ist die große Ausnahme der ansonsten qualitativ hochwertigen “Toy”-Reihe in CineBells. Womöglich findet es in Scores zu Kinderfilmen oder in abgedrehten Horrorstreifen Verwendung – für die Einsatzgebiete, in denen andere CineBells-Instrumente aufblühen, klingt es schlicht zu billig und unbeständig. Das Audiobeispiel besteht aus der C-Moll-Tonleiter über zwei Oktaven. Es sollte auffallen, dass einige Noten einen gänzlich anderen Attack-Klang haben als andere. Im normalen Betrieb führt das womöglich dazu, dass Noten durch den stärkeren Anschlag ungewollt betont werden und herausstechen. Alle Noten im Beispiel verfügen über den gleichen Velocity-Wert.

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  • Toy Xylophone

    Das Spielzeug-Xylophon bildet zusammen mit dem Toy Glock-Instrument den Höhepunkt der Toy-Instrumente. Der sehr klare Klang wird durch ein gelungenes Editing unterstützt: Attack und Release der Samples stimmen perfekt und sorgen dafür, dass das Xylophon problemlos spielbar ist. 

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Das Interface

Cinesamples CineBell Test Release Time

Man erkennt auf den ersten Blick: CineBells ist ein Kontakt-Instrument. Neben den üblichen Kontakt-Schaltflächen hat Cinesamples allerdings noch einige Funktionen und Effekte eingebaut, die näher beleuchtet werden sollen. Ein Feature mit rein optischer Funktion fällt sofort ins Auge: Die unterschiedlichen Instrumente sind durch eine jeweils eigene Farbgebung des Interface gut voneinander zu unterscheiden. Bei Projekten, die mehrere CineBells-Instrumente beinhalten, sorgt das für den nötigen Überblick. Über eine Schaltfläche auf der rechten Seite lassen sich die drei Effekte durchschalten: Equalizer, Kompressor und Reverb. Direkt darunter ist der Bypass-Schalter; links davon erscheinen die Kontrollelemente des gerade gewählten Effekts.

Mit dem EQ lassen sich drastische Klangänderungen hervorrufen. Die Drehregler reagieren gut; die Minimal- und Maximalwerte sind sinnvoll gewählt. Es gibt einige Instrumente auf dem Markt, bei denen 60% der Regler-Reichweite kaum zum Einsatz kommen, sodass man feinmotorische Schwerstarbeit leisten muss, um die kleine Änderung zu erreichen, die einem vorschwebt. CineBells gehört nicht dazu. Auch bei ausgeschaltetem Reverb haben die Samples eine gute Portion Hall, der bereits bei den Aufnahmen eingefangen wurde. Mit dem qualitativ hochwertigen Reverb lässt sich dieser Anteil noch vergrößern; trockene Samples sind leider zu vermissen.

Unter der Effektsektion befinden sich die Mikrofon-, Lautstärke- und Humanization-Schaltflächen. Alle Instrumente lassen sich im Stero-Mix oder als Mono-Version spielen. Die Samples wurden mit mehreren Mikrofonen aufgenommen; die Mix-Einstellung ist also “True Stereo”, die Töne wurden nicht nachträglich digital im Panorama verschoben. Im Umkehrschluss ist auch die Mono-Funktion keine Zusammenrechnung der Stereo-Mikrofone, sondern wurde mit einem eigenen Mikrofon aufgenommen. Sie klingt etwas trockener als die Mix-Variante und ergibt vor allem dann Sinn, wenn man das Instrument hart auf eine Seite pannen will oder der Hall der Stereo-Version zu groß erscheint. 

Klangqualität

CineBells glänzt durch die bekanntermaßen hohe Cinesamples-Qualität. Bis auf wenige Ausnahmen (das Rauschen bei der Slit Drum und sehr wenige Nebengeräusche in einigen Samples) wurden die Instrumente sauber aufgenommen und ebenso sauber bearbeitet. Man hat bei CineBells stets den Eindruck, ein hochqualitatives Instrument vor sich zu haben. Grobe Patzer gibt es in der gesamten Library nicht.

Das letzte Audiobeispiel zeigt CineBells im Zusammenspiel mit anderen Produkten verschiedener Hersteller: 

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Fazit

Das gefällt mir nicht

Für mich persönlich ist in den Samples zu viel Hall enthalten. Ich arbeite gern mit individuellen Halleinstellungen für jedes Projekt und mit einem Hall auf der Summe – dadurch verwaschen die CineBells-Passagen etwas, da schon vor der Bearbeitung relativ viel Hall zu hören ist. Das ist selbstverständlich Geschmackssache und ein sehr subjektiver Kritikpunkt an CineBells.

Das gefällt mir

CineBells stellt Instrumente zur Verfügung, die auf dem Markt entweder überhaupt nicht zu finden sind (Stichwort Glocken-Celeste) oder von kleineren Firmen eher unzufriedend gesampelt wurden. Das Team von CineSamples hat in den letzten Jahren einiges an Erfahrung gesammelt und weiß mit der Aufnahmetechnik sowie mit der Kontakt-Engine umzugehen. Das resultiert in einer Library mit teils bekannten, teils ungewöhnlichen Instrumenten, die einen schnellen Workflow ermöglicht und hervorragend klingt.

Cinesamples CineBell Test Release Time

Dominik Raab


Preis (Stand: Juni 2012)

  • Preis: 99 Dollar

Wichtiger Hinweis!

Eine Vollversion von Kontakt 4.2 oder höher wird vorausgesetzt.

Ergänzende Links

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