FabFilter sind in erster Linie für ihre exzellenten Filter- und Synthesizer-Plug-ins bekannt, für welche die Company um Frederik Slijkerman und Floris Klinkert bereits durchweg positive Resonanzen erzielen konnte. Nun hat man aber auch Tools für Mixing- und Masteringanwendungen im Programm, hier geht es um den Pro-C Compressor.

Interface
Wie auch der Pro-Q hat der FabFilter Compressor eine sehr aufgeräumte und übersichtlich Bedienoberfläche, die von der großen Bediensektion in der oberen Hälfte dominiert wird. In der unteren finden sich hingegen Meteringtools, die die Arbeitsweise des Compressors transparent machen. FabilterAbb_7.jpg Als besonderes Feature verfügt der Pro-C über einen Expert-Button, der einen weiteren Screen auffährt, über den sich die Sidechain-Parameter und M/S-Funktionalität einstellen lassen.
Technische Daten
Wie man es erwartet, hat der Pro-C alle für Compressoren typischen Einstellungsmöglichkeiten mit an Bord. Rechts geht es mit der Inputstufe los, mit der sich das Eingangssignal um bis zu 36 dB boosten lässt. Mit dem Treshholdregler stellt man ein, ab welchem Pegel das Plug-in anfängt, die Dynamik des Signals zu bearbeiten. Der Ratio-Parameter arbeitet von 1:1 bis unendlich, was sich sehr gut gebrauchen lässt. Mit Werten zwischen 0.5 ms und 500 ms bietet der Attackparameter auch extrem kurze Attackzeiten, was vor allem bei perkussiven Signalen sehr gut kommt. Der Release-Regelweg ist zwischen den Werten 50 ms und 5s ebenfalls sehr großzügig gewählt. Der Pro-C bietet für Attack und Release eine Automatikfunktion, was man vielleicht schon von dem ein oder anderen Hardware-Compressor kennt. Normalerweise bin ich da immer recht vorsichtig, weil diese Automatikfunktionen schließlich nur auf Grund des Pegels, nicht aber im musikalischen Gesamtkontext arbeiten. Der Pro-C kann aber auch hier überzeugen, vor allem auf Programmmaterial angewendet liefert die Automatikfunktion dezente und passende Ergebnisse. Zur besseren Anpassung lässt sich die Chrakteristik des Compressors zwischen Hard- und Softknee schalten, außerdem stehen drei Modi -Clean, Opto und Classic- zur Auswahl.
Pegelverlusst durch die Compression lässt sich in der Outputstufe wieder aufholen, auch diese verfügt über einen Regelweg von +36 dB. Ein sehr gutes Feature am Pro-C finde ich die Möglichkeit, das unkomprimierte Signal wieder zuregeln zu können um so eine Dry/Wet-Mischung zu realisieren. Sehr nützlich ist dies immer zum Beispiel, wenn man mit Drums arbeitet. So lässt sich zum Beispiel eine Kickdrum bis zum geht nicht mehr komprimieren und dann wieder mit dem ursprünglichen Signal mischen, um einen tragfähigen und durchsetzungsstarken Sound zu bekommen. Man könnte dies in der DAW auch über ein aufwendigeres Routing realiseren, ich finde es der Übersicht halber aber schöner, das gleich im Plug-in zu regeln.
Auch die Outputsektion hat eine Automatikfunktion bekommen, die dann sehr hilfreich ist, wenn man die vorhergehenden Parameter einstellt. Hat man dann seine Werte gefunden, ist es angebracht, den Automatikmodus abzuschalten und von Hand zu regeln.

Ans Eingemachte geht es im Expertenmodus. Hier lässt sich festlegen, ob der Sidechain Input vom Plug-in oder von einem externen Signal gefüttert werden soll. Klassisches Beispiel für einen externen Trigger ist immer die Kick Drum, die die Compression des Basses keyt. So hat man sehr schnell einen homogenen Groove, der wie aus einem Guss klingt. Mit den mit 48 db/Oktave sehr steilen Filtern und der Audition-Funktion lässt sich der Sidechain sehr gut konfigurieren.
Wie auch der Pro-Q verfügt der Pro-C die Option auf M/S-Compression, dass heisst es lässt sich die Information des Mittensignals getrennt vom Seitensignal komprimieren.
Die Meteringsektion ist sehr aussagekräftig beim Pro-C, jeder der sich schon mal über die spärlichen Anzeigen an einem 1HE Hardware Compressor geärgert hat, wird hier vor Freude an die Decke springen. Natürlich gibt es auch hier die Anzeige der Compressor-Kennlinie, sowie Meter für Input, Gain Reduction und Output. Zwischen den beiden Anzeigen, that’s where the magic happens. FabilterAbb_9.jpg Hier sieht man die Werte für Input, Gain Reduction und Output in einer animierten Grafik, in der die drei Paramter übereinander dargestellt werden. Dies ist nicht nur nette Spielerei, sondern für mich sehr aussagekräftig.
Sound
Hier eine unkomprimierte Akustikgitarre.
Mit dem Pro-C bekommt der Sound mehr Durchsetzungskraft.
Aber auch mit Crunch-Gitarren versteht sich der Pro-C sehr gut. Hier zunächst ohne Compression.
Und hier mit dem Pro-C
Hier wieder eine unkomprimierte BassDrum.
Mit dem Pro-C bekommt man sehr viel mehr Punch aus dem Sound.
Wie man im vorherigen Beispiel hört, holt der Compressor aber auch die Nebegeräusche in der Release-Phase mit in den Vordergrund. Dem kann man mit der Dry Mix-Funktion entgegen wirken, in dem man die Attackphase sehr hart komprimiert (schneller Attack, schneller Release, Ratio 10:1) aber fast im Verhältnis zur Gain Reduction das Dry-Signal untermischt.
Hier wieder ein Drumgroove, ohne weiteres Processing
Hier mit dezenter Compression.
Hier mit knackigerer Compression, bei der ich den Mid/Side Modus verwende, um Kick und Snare prägnanter zu bekommen, während die S-Signale von der Compression offener bleiben.
Beim folgenden Beispiel hört man die Hard Knee-Einstellung des Pro-C sehr prägnant.
Hier sind die gewählten Parameter schon zu extrem gewählt, das Beispiel fällt eher unter FX-Compression
Durch die Dry Mix-Funktion lässt sich dieser Sound aber auch sehr effizient mit dem trockenen unkomprimierten Signal mischen
Das gefällt mir nicht
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Das gefällt mir
Pro-C liefert klanglich sehr gute Ergebnisse und kann mit anderen Compressoren locker mithalten. Sowohl beim Sound wie auch beim Design merkt man die Liebe zum Detail, die die beiden Entwickler in ihre Plug-ins gesteckt haben. Der Pro-C eignet sich hervorragend sowohl für Misch- und Masteringaufgaben.
Der Pro-C liefert druckvolle wie transparente Compressor-Sounds und eignet sich sowohl für Mixing und Mastering. Wie der Pro-Q mit M/S-Funktionalität und der Möglichkeit für Sidechaining ausgestattet, bietet der Pro-C druckvolle Sounds bis ins letzte dB, die drei Modi erlauben eine sehr große Vielfalt an möglichen Sounds. Durch die interne Signalverarbeitung ist man mit genügend Headroom gesegnet. Die Automatikfunktionen sind eine willkommene Bereicherung, und über die eindrucksvollen Anzeigen gestaltet sich die Arbeit mit dem Plug-in sehr einfach und effizient.
Heiko Wallauer
Systemvoraussetzungen Mac OS X
- OS X 10.4 oder neuer
- G4/G5 oder Intel Processor
Systemvoraussetzungen Windows
- Windows Vista/XP/2000/98/Me
- Prozessor mit SSE-Erweiterung
Schnittstellen
- AU, RTAS, VST
Preis
- Pro-C 139 Euro
- Bundle aus Pro-C und Pro-Q 219 Euro
Hersteller
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