Der italienische Hersteller Overloud hat bereits mit den Produkten Breverb und TH1 bewiesen, dass er in der Lage ist, professionelle Plug-ins zu erschwinglichen Preisen anzubieten. Während sich Breverb mit legendären Hallalgorithmen edler Hardware auseinandersetzt, geht es dieses Mal um die Emulation von Effekten, von denen sich speziell Keyboarder mit dem Focus auf E-Pianos angesprochen fühlen sollen.

Maßgeblicher Programmierer von VKFX ist Thomas Serafini, der bereits mit der SimulAnalogSuite eines der am häufigsten heruntergeladenen Freeware-Tools geschrieben hat. VKFX wurde ursprünglich für Scarbee entwickelt, war dort bereits einige Jahre erhältlich und wurde vor kurzem durch Overloud relaunched. Der deutsche Vertrieb Tomeso weist darauf hin, dass das Produkt noch weiter gepflegt und an die Funktionalitätskriterien anderer Overloud-Plug-ins angepasst wird.
Sinn und Zweck des VKFX Pakets ist es, einen typischen Aufbau eines Keyboarder-Setups der “guten alten Zeit” nachzubauen. Dieses bestand für einen Rhodes Spieler beispielsweise aus einem Fender Twin Reverb oder einem Roland JC120, einem Boss CE-1 – und stimmte das zwischenmenschliche Klima in der Band, so wurden auch gerne die Bodentreter des Gitarristen ausgeliehen, um dem E-Piano mehr Würze zu verleihen. VKFX tritt nun an, dieses auf zahllosen Alben der damaligen Zeit vertretene Klangspektrum in die digitale Umgebung zu befördern. Neben der Bewertung des gesamten Rack-Sounds, und um den geht es in erster Linie, schauen wir uns im Verlauf dieses Tests auch die einzelnen Module an, nicht nur, um deren Ausstattung mit Features zu beleuchten, sondern auch, um festzustellen, ob sie sich auch isoliert betrachtet bereits von den Mitbewerbern abheben.
Der Umfang des Racks kann sich sehen lassen: Nicht weniger als einen Preamp, einen Opto-Kompressor, ein Wah-Wah, Phase-Shifter, Chorus, Overdrive, Bandecho und nicht zuletzt einen Röhrenverstärker findet man in der FX-Suite, die sich Standalone und in den Formaten AU, VST sowie RTAS präsentiert. Nun ist der Markt nicht gerade arm an Effekten dieser Gattung, doch immer wieder macht man die Erfahrung, dass nicht jeder Chorus dazu taugt, ein E-Piano aufzuwerten. Bei der Suche nach passenden Amp-Simulationen wühl man sich – soweit vorhanden – durch ein riesiges Arsenal, das in erster Linie Gitarristen ansprechen soll, und will man die Summe der hier gebotenen Effekte auf gehobenem Niveau in die Insert-Slots des Keyboard-Tracks laden, addieren sich die Anschaffungskosten zu einer ordentlichen Summe. Anschließend klickt man sich dann durch die diversen Plug-ins. VKFX bietet alles übersichtlich in einem Fenster und zu einem sehr erschwinglichen Preis. Getestet haben wir das Rack als VST-Plug-in unter Cubase 5.5 im Kontext mit E-Piano-Sounds.
Installation und Autorisierung
Mit 19,8MB ist das Installationspaket schnell heruntergeladen. Zur kreativen Begleitung dieses Testberichtes finden Sie auf der Seite des Herstellers und des deutschen Vertriebs (Tomeso) eine Demo-Version. Die gängigen Mac- und PC-Formate, auch für 64bit-Betriebssysteme, werden bedient. Die Autorisierung verläuft über Challenge-Response nach der Anlegung eines User-Accounts und vollzieht sich unproblematisch.
Das vollgestopfte Rack und der Prozessor
Mancher, der das vollgepackte Effektrack öffnet, wird sich denken: Eigentlich brauche ich gar nicht alle Module, wozu den Prozessor mit Dingen belasten, die aktuell nicht benötigt werden. Recht hat er, aber Overloud hat mitgedacht: Ausgeschaltete Rack-Bausteine fordern keine Rechenlast ein. Schaltet man die Effekte der Reihe nach ein, sieht man, wie die CPU-Last Schritt für Schritt ansteigt. Diese Schritte sind erfreulicherweise eher Schrittchen: Auf unserem Testsystem, einem Dual-Quad-Core Intel-Mac mit OSX 10.5.8 und unter Cubase 5.5 stieg bei 256 Samples Buffer-Size die Asio-Lastanzeige um lediglich 5 Prozent an, wenn alle Effekte eingeschaltet waren. Auch auf einem Quad-Core dürfte sich dies unwesentlich anders darstellen, und selbst auf älteren Systemen sollten diese Plug-ins die CPU nicht so schnell überfordern.
Die einzelnen Module
Hat man aber mehrere Module im Betrieb, so ist es nicht schlecht zu wissen, dass durch einfaches Klicken und Ziehen deren Position in der Signalkette (innerhalb des Racks) verändert werden kann. Ein Chorus vor dem Amp klingt definitiv anders, als in umgekehrter Reihenfolge. Schwer zu bedienen sind sie Effekte nicht, dennoch gibt es einige Besonderheiten.
Der Chorus
Fangen wir mit dem Chorus an. Exemplarisch sei hier zunächst auf die Sync-Funktion und die verschiedenen Modi hingewiesen; Eigenschaften, die man teilweise auch bei den anderen Modulen antrifft. Die Sync-Funktion bietet, wie sollte es anders sein, Synchronisierung zum Host-Tempo und lässt sich in ausreichender Spanne und unter Einschluss von punktierten und triolischen Notenwerten über ein kleines Pull-Down-Menü einstellen. Alternativ geht es auch über den Speed-Offset-Regler des LFOs. Damit auch wirklich zum Tempo des Host-Sequencers synchronisiert wird, stellt man in der unteren Master-Section den Sync-Modus auf “Host”. Im Standalone-Betrieb geht man hier auf einen internen Tempowert oder auf off – in diesem Fall sind die Speed-Regler der LFOs frei (und stufenlos) einstellbar. Der Mode-Schalter im Chorus-Modul wechselt zwischen verschiedenen Algorithmen, sprich: Modellen, die emuliert worden sind.
Zum Chorus-Effekt: Dieser entsteht technisch gesehen durch eine Mischung aus dem Originalsound und in der Tonhöhe modulierten kurzen Echos, in der Regel innerhalb einer Verzögerungsspanne zwischen 5 und 40 ms. Der Klangcharakter des Chorus hängt wesentlich von der Anzahl, also der Dichte der separat modulierten Duplikate des Originals ab. Beim Chorus des Overloud VKFX bestimmt der Mode-Schalter die Wahl der LFO-Wellenform, die den betreffenden Klassiker prägte (der Hersteller schweigt sich über dessen genaue Benennung aus). Mode 1 liefert eine Sinus-Wellenform, Mode 2 eine gerundete Dreieckswelle und Mode 3 den dichteren String-Ensemble-Effekt. Die Parameter:
- Der Center-Regler bestimmt die Spanne des Frequenzbandes, auf die sich der Chorus auswirkt: Von 400 bis 1000 Hz bei Linksanschlag bis zu 20 – 20.000 Hz bei Rechtsanschlag.
- Depth bestimmt die Stärke der Tonhöhenveränderung (Pitch-Modulation) der verzögerten Signale.
- Rate legt die Geschwindigkeit der Modulation fest (s.o.: Sync-Funktion)
- Feedback simuliert die Rückführung des bereits modulierten Signals in den Chorus und
- Mix bestimmt schließlich das Verhältnis zwischen dem trockenen, unbeeinflussten und dem modulierten Signal.
Klanglich erweist sich der Chous als durchgehend warm. Der versprochene Vintage-Sound kommt deutlich rüber. Dabei ist die Spanne der verschiedenen Chorus-Effekte, die das Modul liefert, beachtlich. In den folgenden drei Audiodemos hören Sie zunächst eine unveränderte E-Piano-Phrase, dann zwei sehr unterschiedliche Chorus-Bearbeitungen mit Screenshots dokumentiert:
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Ein Vergleich mit dem Studio-Chorus aus Cubase, Preset 80th Piano, ergibt, dass dieser ein gutes Stück klarer, technischer klingt – im Gegensatz zum VKFX-Modell, welches dezenter und weicher operiert. Beides hat seinen Reiz, seine Vor- und Nachteile. Während der Overloud-Vinatge-Chorus schneller dazu führen kann, dass das Rhodes im Mix zugedeckt wird, fehlt dem Cubase-Modell die Patina.
Hier der Cubase-Chorus:
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Da in der Einleitung zu diesem Test schon die Rede vom Roland/Boss CE-1 Chorus war, soll auch dieser Vergleich nicht fehlen. Das Boss Chorus-Ensembles für die UAD liegt allerdings bei 99 US-Dollar und ist damit beinahe so teuer wie das gesamte VKFX-Bundle; die Anschaffungskosten für die UAD-Karte nicht mitgerechnet:

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Betrachtet man den Chorus des VKFX isoliert, unterscheidet er sich zwar durch seine Wärme, hebt er sich unterm Strich qualitativ aber nicht von den Mitbewerbern ab. Doch wie eingangs bereits erwähnt, wäre diese Sicht zu kurz gegriffen, denn die Module des Overloud-Produkts spielen ihre Stärke im Verbund aus. Speziell der Chorus profitiert sehr in der Kombination mit dem Preamp oder dem Amp (mit Equalizer), doch dazu später. Zunächst zu einem anderen Tool, das zu mehr Durchsetzungskraft verhelfen kann:
Der Kompressor
Dieser stellt nach Angaben von Overloud die Emulation eines frühen Modells aus der Ära der mit einer Photozelle geregelten, optischen Kompressoren dar (die in den letzten Jahren eine Renaissance erlebten). Optische Kompressoren zeichnen sich unter anderem durch ein langsameres Attack aus, das die Transienten, also die Einschwingphase des Sounds durchlässt. Dies kommt auch der Betonung des Anschlags eines E-Pianos zu. Das – was die Herkunft des Originals betrifft – namenlose Modell aus dem VKFX-Rack ist mit den Parametern Threshold, Attack, Release und Makeup ausgestattet. Eine nähere Angabe zu den Attack- und Release-Zeiten wird nicht angezeigt, aus dem Manual erfahren wir, dass die Attack-Zeiten zwischen 5 und 200 ms geregelt werden können, die Release zwischen 40 ms und ganzen 4 Sekunden. Besonders die Attack-Werte überraschen, denn 5 ms sind für einen optischen Kompressor definitiv sehr wenig. Bei Linksanschlag bleibt also von den Transienten nicht mehr viel übrig, zumal ein E-Piano keine Triangel oder Kuhglocke ist und – unter der Millisekungen-Lupe betrachtet, einen etwas längeren Anschlag hat. 20-30 ms Attackzeit dürfen es da für den Kompressor schon sein, weshalb man den Regler am besten zwischen 10 und 14 Uhr einstellt. Eine volle Nutzung der Release-Zeit mit ganzen 4 Sekunden verhilft dem Sound auch nicht gerade zur Dynamik. Die Release-Zeit sollte man daher selbst bei getragenen Passagen deutlich zurückfahren. Zum Ausgleich des Pegelverlustes durch die Kompression dient der Makeup-Regler. Ein Switch für “Auto-Makeup”, also ein automatischer Ausgleich, der bewirkt, dass der Spitzenpegel ohne und mit Kompression gleich bleibt, wäre eine hilfreiche Dreingabe gewesen. Zugegeben: Die Mehrzahl der Kompressoren bietet dieses Feature nicht. Die Pegelreduktionsanzeige mit fünf grünen LEDs ist etwas sparsam. Platz genug für eine höhere Auflösung wäre gewesen.
Das Wichtigste ist für uns jedoch der Sound, und der ist gut. Auch hier klingt es wieder deutlich nach Vintage, also definitiv nicht nach einem digitalen Berechnungsvorgang der Kompression. Das E-Piano erhält nicht nur mehr Volumen, auch die Wärme im Sound wird wunderbar betont. In den folgenden Audiodemos hören Sie ein kurzes Thema, dass Jörn eingespielt hat. Zunächst hören sie die unbearbeitete Variante (der Sound wird vom Lounge Lizard E-Piano 3 VST generiert), dann die Varianate mit Chorus, Mode 2 und Kompressor (Einstellungen wie abgebildet).


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Der Preamp
Weiter geht es mit dem Preamp: Vorlage war der eingebaute Preamp eines E-Pianos der 70er, dessen einzigartiges Tremolo den Hersteller fasziniert hat. Weil man aber nicht nur einfach etwas nachbauen, sondern kreative Kombinationen schaffen wollte, ist noch eine Vibrato-Schaltung und ein EQ aus den 80ern in die Emulation eingeflossen. Um den Sound des Preamps in voller Pracht genießen zu können, sollte man mit dem Eingangsregler (Volume) nicht zu sparsam umgehen. Der EQ ist wirklich sehr effektiv auf die Bearbeitung von E-Piano-Sounds zugeschnitten und bringt satte, warme Bässe und prägnante Höhen ins Spiel. Auch hier gefällt es, die Regler weit aufzudrehen. Die Gefahr, dass der Sound in den Höhen zu schrill wird, besteht nicht. In Kombination mit dem Chorus, kann man dessen fehlende Präsenz in den Höhen gut ausgleichen. Die Tremolo-Abteilung bietet die Wahl zwischen Rechteck- und Dreieckswelle, temposynchron oder frei (wie bereits beim Chorus beschrieben). Der betreffende LFO wirkt sich wahlweise auf das Volumen oder das Panorama aus.
Wir hören noch einmal die Piano-Linie – dieses Mal nur mit dem Preamp-Modul, eingestellt wie in der Abbildung ersichtlich:

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Klingt schön, mit einem Chorus würde der Sound noch etwas mehr schweben, aber warum immer die selben Zaubermittel auspacken, wenn man noch mehr davon in der Kiste hat?
Der Phaser
Der Phaser verfügt exakt über die selben Parameter wie der Chorus (Center, Feedback, LFO Depth und Speed/Offset, Mix, macht aber etwas anderes: Im Gegensatz um Chorus, der mit Zeitverzögerungen arbeitet, wird beim Phaser ein Kammfilter frequenzmoduliert, also durch einen LFO im Frequenzband hin- und hergeschoben. Sobald ein LFO zum Einsatz kommt, gibt es die Möglichkeit der Temposynchonisation, von der auch bei diesem Modul Gebrauch gemacht werden kann. Die drei Modi repräsentieren auch hier die Emulationen verschiedener Hardware – ohne Namensnennung.
Wir hören uns ein weiteres Mal den bekannten Songentwurf an, dieses Mal mit Preamp, Kompressor und Phaser wie abgebildet:

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Dabei haben wir schon einmal einen Blick auf das Echo geworfen, welches aber nicht mit von der Partie war. Hier geht es um die Emulation eines Bandechos mit drei Abnahmeköpfen, also drei Verzögerungszeiten, die gemischt werden. Die Muster dieser drei Verzögerungszeiten sind in den acht verschiedenen Modi vorgegeben, von denen die letzten drei Stereo-Echos, die anderen Mono-Varianten produzieren. Der Synchronisationswert bezieht sich dabei jeweils auf eines der drei Echos, das Hauptecho sozusagen. Schaltet man die Sync-Funktion aus, wird keine Verzögerungszeit mehr angezeigt, man tappt hier also im Dunkeln – zum Glück hat man ja noch Ohren. Der Klang der Echos kann mit dem Tone-Regler variiert werden. Im Sync-Betrieb kommen die Delays erwartungsgemäß sehr akurat auf den Punkt. Ein von Hand eingestelltes Band-Echo der 70er Jahre war sicher nicht so präzise. Hier hätte ich mir gewünscht, dass man die drei Köpfe separat einstellen kann und kleine, am besten sogar geringfügig modulierbare Abweichungen von der sturen Synchronizität möglich wären. Den Mix-Regler sollte man mit Bedachtsamkeit aufdrehen, mit 10-20 % des Regelwegs kommen die Echos schon gut hörbar ins Spiel:

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Das Wah
Unser nächster Kandidat ist das (Auto-) Wah: Technisch gesehen eine Filter, das sich in Abhängigkeit zur Lautstärke des eingehenden Signals öffnet (und schließt). Eine direkte Umschaltung in einen Fußpedalbetrieb mit entsprechender grafischer Unterstützung (wie man es von den virtuellen Wah-Stomp-Boxen der diversen Guitar-Amp-FX-Pakete kennt) gibt es nicht, wohl die Möglichkeit der Automatisierung oder Steuerung aller Parameter über MIDI-Controller (dazu später mehr).
Das VKFX-Wah zeichnet sich durch eine ganze Reihe von Parametern aus, die die einfachen Bodentreter der 70er Jahre (und auch deren Nachkommen) nicht zu bieten hatten: Die Filter (Low-Pass, Band-Pass und High-Pass) stehen per Mode-Schalter zur Wahl. Das klassische Wah-Filter ist ein Bandpass-Filter. Die Cutoff-Frequenz des Filters bestimmt man über den Position-Regler, die Bandbreite der Bewegung durch das Frequenzspektrum über den Range-Parameter. Neben der Amplitude des Eingangssignals kann ein synchronisierbarer LFO zur Modulation des Filters herangezogen werden. Der Release-Regler bestimmt schließlich die Geschwindigkeit des Abklingens der Filterbewegung bzw. die Zeit, die benötigt wird, um nach Auslösen der Filterbewegung wieder die Ruheposition zu finden. Über Polarity kann man bestimmen, ob sich der Effekt von den tiefen zu den hohen Frequenzen arbeitet (+ -Position des Schalters; dies ist der allgemein übliche Modus) oder umgekehrt. Was fehlt, ist eine Sensitivity-Funktion mit der man die Empfindlichkeit der Filterreaktionen auf den Eingangspegel bestimmen kann.

Das Wah eignet sich vor allem für akzentuierte Akkorde und produziert dann einen “funky” Sound.
Amp, EQ und Reverb
Bevor wir aber zu einem entsprechenden Audiodemo kommen, werfen wir einen Blick auf den Amp/Eq/Reverb: Insbesondere die Amp-Abteilung dieses Moduls kann dabei helfen, dem Wah noch etwas mehr Biss zu verleihen, denn hier ist ein Röhrenmodell emuliert worden, was warme und, unter Zuhilfenahme des EQs, obertonreiche Verzerrungen produziert. Ein Federhall mit den Parametern Halldauer und Mixanteil schliesst das Modul ab:

Für das folgende Audiodemo kamen neben dem Wah und dem Amp-Modul wieder der Preamp und der Compressor im Einsatz; Reihenfolge und Einstellungen wie abgebildet:

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Um die Wirkung der vier VKFX-Module besser einschätzen zu können, hier das unbearbeitete Signal zum Vergleich:
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Um den Sound noch etwas mehr anzuschmutzen, habe ich für das abschließende Demo zu den obrigen Modulen noch den Overdrive hinzu genommen und den Kompressor dieses Mal hinter den Amp geschoben. Eine Prise Chorus und Delay macht das Ganze noch etwas räumlicher.
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Im unteren Viertel des Racks finden sich neben der bereits erwähnten Master-Synchronisation eine Morph-Funktion zwischen zwei Kompletteinstellungen aller Module und Parameter (wenn man es so weit treiben will). Die Reihenfolge der Module kann für die Slots A und B unterschiedlich gewählt werden. Ein stufenloses Morphing ist nur gewährleistet, wenn beide Presets bzw. Snapshots für die Morphziele A und B auf der selben Modulreihenfolge basieren. Wählt man hingegen verschiedene Modulreihenfolgen für A und B, kann zwischen beiden lediglich umgeschaltet werden. Trotzdem ist dies live und per Fußschalter ein nettes Feature.
VU-Meter, die wahlweise das Eingangs- oder Ausgangssignal darstellen, multiples Undo/Redo sowie eine Archivierungsabteilung mit Load- und Save-Funktionen, auch für einzelne Module runden die Sache ab. Doch halt, haben wir – oder besser gesagt der Hersteller – nicht noch etwas vergessen?
Wenn schon gemorpht werden kann, dann sollte doch erst recht eine Steuerung aller Parameter via Midi-Controller gehen. Und das tut sie auch, doch hier hat das Entwicklerteam ein wenig kurz gegriffen: Lediglich eine Controllertabelle im Manual informiert darüber, welche Parameter auf welche MIDI-CC-Nummern ansprechen. Immerhin ist das Manual über den gleichnamigen Button unten rechts im GUI erreichbar. Von Seiten des Herstellers heißt es, dass bereits ein Update in Planung ist, welches ein sehr umfassende und komfortabel konfigurierbare Konfiguration des MIDI-Controllings eröffnen soll.
Das gefällt mir nicht
Zum aktuellen Zeitpunkt, also noch vor der Veröffentlichung des angekündigten Updates, wirkt das unflexible, nur über das Manual erkundbare MIDI-Controlling unausgereift.Beim Tape-Echo hätte ich mir persönlich eine weiter reichende Funktionalität gewünscht, wie oben ausführtlich beschrieben.
Das gefällt mir
Hier hat sich jemand mit musikalischem Feingefühl viel Mühe beim Programmieren gemacht – bis hin zu dem passenden und ansprechenden Design des GUI. Das Overloud VKFX-Rack ist für die Bearbeitung und Aufwertung von E-Piano-Tracks maßgeschneidert. Ihre Stärke entfalten die einzelnen Module im Verbund. Trotz einer enormen Bandbreite an Soundmöglichkeiten bleibt die Bedienung kinderleicht. Durch die geringe Prozessorlast ist VKFX nicht zuletzt ein heißer Kandidat für den Live-Einsatz.
Im Detail betrachtet, stechen die Module Amp- und Preamp hervor; in Verbindung mit dem Wah erzeugen sie einen wunderbaren Funk-Rock-Sound. VKFX eignet sich nicht nur für Keyboarder, sondern naheliegenderweise auch für Gitarristen. Der Preis von 139 Euro (UVP für die Boxed-Version, die im Fachhandel erhältlich sein wird) ist ausgesprochen günstig.
Holger Obst
Systemvoraussetzungen Mac OS X
- System 10.4.9 (Intel), OS X 10.5 oder OS X 10.6 (32-Bit und 64-Bit)
- G4 866 MHz. oder Intel Core Solo 1.5 GHz.
- 512MB RAM
- Standalone, VST, RTAS, AU
Systemvoraussetzungen Windows
- Windows XP / Vista / 7
- Pentium® iV 2GHz / Athlon™XP 2GHz mit 1GB RAM (jeweils 32 und 64-Bit)
- Standalone, VST, RTAS
Preis
- 139 Euro
Vertrieb
Hersteller
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