Test: Sonokinetic Voices of Israel

Voices of Israel steht ganz im Zeichen traditioneller jüdischer Musik und präsentiert mit Hadass Pal Yarden eine Vokalistin und Expertin der Sephradic Musik mit akademischer Auszeichnung und reicher Liveperformance-Erfahrung. Die Library ist nicht nur eine Hommage an dieses Genre, sondern zugleich auch ein eindrucksvolles gesangliches Portrait der Protagonistin, deren Stimme über ein Charisma verfügt, wie man es unter den Vocal-Sample-Libraries selten findet: Sanft, mit reizvollem weiblichem Charme, mal beschwingt, mal tiefgründig, verheißungsvoll, mystisch, beinahe überirdisch dahinschwebend.

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Voices of Israel beinhaltet 10 verschiedene Instrumente der Kategorien Chants (Gesang ohne Lyrics), Poems (gesprochene Gedichte), Songs, Western und Whispered (geflüsterte Texte). Die Western-Instrumente bringen nicht etwa eine Country-Gitarre ins Spiel, sondern sind eine Adaptation an westliche Harmoniegepflogenheiten. Die Solostimme wird durch Atemgeräusch-Samples, Endings und Effektsamples (Ausrufe etc.) ergänzt. Insgesamt beinhaltet die Library mehr als 1.200 Samples. Mit „TS“ gekennzeichnete Instrumente sollen eine Veränderung der Abspielgeschwindigkeit um +/- 40 % mittels Pitch-Bender bereitstellen und für Tempoanpassungen geeignet sein. Das Modulationsrad kann zudem eingesetzt werden, um den Startpunkt des Samples nach hinten zu verschieben. Ein Convolution-Reverb sorgt für das passende Ambiente mit den Impulsantworten von drei verschiedenen Synagogen und einer Kathedrale.

Installation

Nach dem Erwerb im Sonokinetic Online-Shop erhält man einen Download-Link, der 48 Stunden gültig ist. Innerhalb dieser Zeit sollte es auch bei eventuellen Serverproblemen möglich sein, die in zwei RAR-Pakete von 850 und 239 MB unterteilte Library herunterzuladen. Nach dem Entpacken erreicht die Library eine Größe von über 1,7 GB.

Voices of Israel läuft auf Kontakt 4.1, nicht auf dem kostenlosen Kontakt Player. Die Library ist damit Standalone und als VST/AU/RTAS-Instrumentensammlung verfügbar.

Damit die Kontakt-Instrumente mit funktionierender Grafik geladen werden, startet man zunächst den Installer, welcher sich nach dem Entpacken im Odner „Additionals“ befindet. Hier entdeckt man auch eine Reihe von PDF-Dokumenten in englischer Sprache, darunter das Manual und eine Übersetzung der Gedichte und Lyrics. Eine Autorisierung über das NI Service Center ist nicht erforderlich. Die Lizenz erlaubt die kommerzielle Verwendung in einem musikalisch-kompositorischen Kontext und die Installation auf drei Rechnern des Käufers. Voices of Israel erscheint nicht in der Kontakt-Libraries-Übersicht; man öffnet die Instrumente über den Kontakt-Explorer.

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Inhalt und Instrumenten-Interfaces

Im Zentrum des Interesses stehen die Songs. Deren Hauptfenster wird durch zwei große Bullaugen dominiert, von denen das Linke die Songnummer, das Originaltempo und die Taktart anzeigt, das rechte den Root Key. Dieser ist durch Anklicken von A über Ais bis Bb modifizierbar. Will man eine weiter reichende Transponierung, so geht dies hier nur über einen externen Editor (z. B.: VariAudio innerhalb von Cubase 5 aufwärts oder die Tools von Antares, Waves, Celemony, iZotope … ). Ungeachtet dessen bleibt die Frage offen, warum man sich für eine auf drei Halbtonschritte beschränkte Transponierung entschieden hat und nicht konsequenterweise eine Oktave zur Verfügung stellt.

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Über das linke Bullauge (oder die gelben Keyswitches) klickt man sich durch die sieben verschiedenen Songs. Man trifft hier auf Taktarten, wie sie in der Pop-Muisk selten verwendet werden: 7/4, 7/8 – und Song Nr. 7 ist gar mit „Free Time“ ausgezeichnet. Das sollte uns aber nicht weiter irritieren. Zum einen ist diese Stimme so weit von den üblichen Dance-Samples entfernt, wie sie nur sein kann, zum anderen gibt es grundsätzlich zwei Arbeitsweisen im Umgang mit dieser Library: A: Man richtet die Komposition nach der Stimme aus und fügt einen passenden Backgrund hinzu – diese Methode bietet sich beispielsweise für Filmmusik oder für entspannte Balladen mit dem exotischen Charme des Nahen Ostens an. B: Man greift sich einzelne Fragmente aus den Songs heraus, transformiert diese mit den oben genannten externen Tools und kann die Stimme nun wesentlich flexibler in unterschiedlichem musikalischen Kontext verwenden – unabhängig vom Originaltempo und der Taktart.

 

Die Songs bieten jedenfalls reichlich Material für mehr als ein Album, vor allem wenn man Methode B verwendet. Dem Komponisten kommt dabei die große Auswahl an gut zusammen pasenden Passagen entgegen – anders als bei vielen Sample-Libraries, die nur eine kleine Vocal-Abteilung im Beipack haben, kann man sich bei den Voices of Israel richtig ausleben.

Neben dem großen aber mit wenigen Bedien-Elementen ausgestatteten Hauptfenster springt die recht bunte virtuelle Tastatur ins Auge. Rote und Blaue Tasten ist man ja gewöhnt, hier kommen aber noch türkisfarbene, gelbe und eine grüne hinzu – was hat das zu bedeuten?

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Über die gelben Tasten, schaltet man zwischen den Songs um. Das macht Sinn, wenn man in einem Projekt Fragmente verschiedener Songs zusammenbauen will, denn Keyswitchbefehle erscheinen als Noten im MIDI-Editor des Host. Die roten Tasten dienen der Transponierung (und entsprechen der Funktion des rechten Bullauges), die grüne Taste ist mit Round-Robin-Samples für Atemgeräusche belegt und die türkisfarbenen Tasten triggern Endings. Für den Fall, dass ein Vers zu lang sein sollte und ein Abbruch mitten im Sample unnatürlich klingt, wird man unter den Ending-Variationen einen musikalisch passenden Anschluss finden. Ebenso wie beim Zusammenstellen von Fragmenten aus verschiedenen Songs betritt man spätestens jetzt das Reich der Fantasielyrik. Da hier nicht auf Englisch gesungen wird, dürfte dies allerdings dem größten Teil des Publikums kaum auffallen.

Die Atemgeräusch-Samples der grünen Taste werden per Round-Robin abgerufen. Die Auswahl erfolgt nach einem Zufallsmodus. Grundsätzlich eignen sich die Samples, um nach einer Gesangspause kurz vor dem Wiedereinsetzen der Vocals vorgeschaltet zu werden und verleihen der Stimme noch mehr Intimität. Die Round-Robin-Funktion ist hier allerdings nicht die glücklichste Wahl, da man keinen Einfluss auf das spezifische Sample hat. Die Atemgeräusche differieren untereinander recht stark. Eine Einzelbelegung über mehrere Tasten würde eine Auswahlmöglichkeit bereitstellen.

Im Fenster Envelope/Breath findet sich eine einfache Attack/Release-Hüllkurve, die sich jedoch nur auf die Vers-Samples der blauen Tasten auswirkt und nicht auf die Endings. Einige dieser Endings haben einen etwas scharfen Attack und ließen sich universeller einsetzen, wenn ihr plötzlicher Einsatz mittels Hüllkurve etwas abgefangen werden könnte.

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Mit dem Regler Breath Volume steuert man kein Physical Modeling, mit dem man die Rauheit der Stimme variieren könnte, sondern die Lautstärke der Atemgeräuschsamples.

Im dritten Fenster dreht es sich um den Convolution-Reverb mit den bereits erwähnten drei Synagogen und einer Kathedrale. Die Parameter dry/wet und die Länge des Reverbs lassen sich einstellen. Die Auswahl der Reverbs ist zwar klein, passt jedoch sehr gut zur Gesangsstimme. Alle Räume sind durch Echo-Cluster gekennzeichnet, die im Nachhall eine gewisse Ungleichmäßigkeit der Lautstärke bewirken, was den leichten, schwebenden Charakter der Stimme unterstützt und ein schönes Stereopanorama eröffnet. Die Kathedrale strahlt in den Höhen, Synagoge Nr. 2 klingt betont warm und mittig. Die anderen beiden Syngogen liegen dazwischen.

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Im Ordner Chants findet Gesang ohne Text, diesmal über 12 Rootkeys verteilt, insgesamt bunt gemischt, von getragen bis lebhaft:

 

Auch hier gibt es wieder Atemgeräusche und Endings als Zugabe.

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Die Rootkeys weisen unterschiedliche Tonarten auf. Nicht immer bedeutet dies, dass eine Phrase einfach transponiert wird. Durch das Ändern der Tonhöhe gelangt man mit der selben Einspieltaste teilweise auch zu völlig anderen Phrasen. So entdeckt man zwar, dass in den Chants erheblich mehr Material steckt, als zunächst vermutet, es fehlt jedoch ein durchgehendes Ordnungsprinzip.

Wie alle Teile der Library gibt es auch die Chants als TS-Version mit Tempoanpassung über das Pitchbend-Rad und Sample-Startpunktverschiebung über das Modulation-Wheel. Damit das Timetretching ohne Artefakte funktioniert, ist es erforderlich, zunächst das Tempo mit einem der gelben Keywitches und anschließend den Root-Key, der die Tonhöhe bestimmt, mit einem roten Keyswitch anzuwählen. Eigentlich eine Kleinigkeit, vorausgesetzt man gehört zu den Usern, die ein Manual nicht grundsätzlich links liegen lassen, denn von selbst wird man auf dieses Prozedere nicht so schnell kommen und sich dann über das unsaubere Abtasten der Samples wundern. Eine automatische Time-Stretching Funktion in den TS-Patches wäre benutzerfreundlicher und sollte machbar sein (s. Ethno World 5). Gut, drückt man also die passende gelbe und rote Taste (oder auch die Bullaugen-Buttons im Interface), funktioniert die Sache im Großen und Ganzen. Vereinzelt trifft man auf Samples, die unter Artefakten leiden. In etwa 90 % der Fälle erhält man aber ein sauberes Time-Stretching per Pitch-Bender, welches ohne jeglichen Verlust an Audioqualität vonstatten geht.

Was bringt uns das nun? Die Modulation der Abspielgeschwindigkeit kann dazu benutzt werden, aus einem Sample verschiedene Varianten zu erzeugen. Spielt man es mehrfach hintereinander nur das Intro einer Passage, und verändert dabei die Abspielgeschwindigkeit, vermeidet man den Wiedererkennungseffekt und bringt subtile Abwechslung in die Performance – auch ohne externe Pitch/Time-Editoren. Für größere Manöver, wie beispielsweise die Anpassung an ein nicht synchronisiertes Host-Tempo eignet sich die Modulation über den Pitchbender hingegen weniger. Hier bieten externe Tools mehr Komfort.

Richtig spannend wird es mit den Poems, den gesprochenen Gedichten.

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Es dürfte kaum eine Library geben, die eine derart umfangreiche und zugleich homogene Sammlung gesprochener Texte beinhaltet. Die Gedichte können vor beinah jedem denkbaren Hintergrund verwendet werden: Es bieten sich rein atmosphärische Klangkulissen aber auch rhythmische Strukturen elektronischer Klangerzeuger an – hier ist Phantasie und Experimentierfreude gefragt.

 

Bei der Timestretch-Version der Gedichte traten auf unserem Testsystem größere Probleme mit Artefakten auf – und hier stehen keine gelben Keyswitches zur Tempovorgabe zur Verfügung – die Anweisungen des Manuals (s. o.) laufen also ins Leere. Das ist zwar unbefriedigend, dennoch kein großer Verlust, denn bei den gesprochenen Texten wird man kaum auf eine Tempoanpassung zurückgreifen müssen.

Western Improvisatons

Westliche Harmonievorstellungen, sprich: Skalen, finden hier Berücksichtigung. Die Improvisationen beinhalten wortlosen Gesang. Über die gelb eingefärbten Keyswitches gelangt man zu drei Tastaturbelegungen (58 BPM, 144 BPM und Free) mit Transponierungen über je drei Halbtonschritte (analog zu den Songs). Zusätzlich gibt es Endings, die man als solche kaum brauchen wird, zumal man wiederum auf Kandidaten trifft, bei denen das Attack zu hart ist, um einen fließenden Übergang zum Sustain-Sample zu gewährleisten. Trotzdem sind diese Endings nicht umsonst: Man kann sie auch als sie als eigenständige (Effekt-)Samples verwenden.

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Die Western Improvisationes schlagen eine Brücke von den orientalischen Phrasierungen zum hiesigen Standard und erweisen sich als sehr nützlich, wenn es darum geht, ohne große Editierarbeit schnell eine Adaption der Stimme an einfache Harmoniestrukturen zu erreichen.

 

Auch für die Western Improvisations gibt es wieder ein TS-Menü, welches sich in diesem Kontext als recht nützlich erweiset, wenn es darum geht, einzelne Abschnitte aus einem Sample in Echtzeit zu dehnen oder zu stauchen.

 

Auf außergewöhnliche Aufnahmen trifft man auch in der Kategorie „Geflüstertes“. Wie schon bei den Gedichten wird hier gesprochen. Die geflüsterten Texte steigern sich über etwa zwei Oktaven von sehr leisen, sanften Passagen bis zu einer Mischung aus Gesprochenem und Gehauchtem. Auf der Tastatur aufwärts schließen sich die Vocal-Effekte an, eine Sammlung aus gehaucht/gesungenen Phrasen über kurze Ausrufe bis hin zu kurzen, laut dargebotenen Gesangspassagen.

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Homogene, geflüsterte Texte in diesem Umfang findet man in kaum einer anderen Library. Meistens beschränken sich die Hersteller hier auf wenige Samples. Auch die sanft gesungenen Phrasen sind eine seltene Spezialität. Nah am Mikrofon geflüsterte Sprache schafft naturgemäß immer eine besonders intime Atmosphäre. Während man bei anderen Libraries durch die Beschränkung auf wenige Bruchstücke hieraus kaum einen vollständigen Song bauen und das Geflüster lediglich als kurzen Effekt nutzen kann, eröffnet Voices of Israel auch hier durch den Reichtum an Material umfassende kompositorische Möglichkeiten. Der musikalische Kontext, in den man die Aufnahmen einbetten kann, ist genremäßig völlig offen.

 

Audioqualität und Sound

Die Audioqualität der Gesangsaufnahmen ist auf zeitgemäß hohem Niveau und mit wenigen Ausnahmen handwerklich einwandfrei. Aufgenommen wurde mit einer Sampling-Rate von 96 kHz. und mit 24 Bit Auflösung. Der Convolution-Reverb ist per default in allen Pasches aktiv. Regelt man diesen herunter, erhält man absolut trockene Samples ohne Raumanteil. Die Stimme klingt dann sehr nah, wunderbar detailliert und transparent. Übersteuerungen sind mir an keiner Stelle aufgefallen, ebenso wenig die Einwirkung eines Kompressors oder Limiters. Der Gesang ist dynamisch und natürlich.

Man kann der Interpretin Hadass Pal Yarden eine uneingeschränkte Professionalität bescheinigen. Sie setzt ihre gut ausgebildete Stimme nicht nur fehlerfrei und akzentuiert ein, sondern verleiht der gesamten facettenreichen Darbietung die Aura einer charismatischen Persönlichkeit. So gesehen ist der nachfolgende Abschnitt vielleicht unangemessen pedantisch, doch da wir auch nebensächliche Ausrutscher nicht stillschweigen wollen, sei auf die kleinen Mängel verwiesen, die nicht die Stimme, sondern die handwerkliche Arbeit betreffen: Bei den geflüsterten Texten gibt es einige Samples mit einem dezenten Rumpeln im Bassbereich, so als sei hier auf einen Trittschallfilter verzichtet worden. Diese sehr leisen Störgeräusche liegen jedoch außerhalb des Frequenzspektrums der Vocals und können mit einem geeigneten Filter bzw. EQ leicht unterdrückt werden. Fairerweise sei erwähnt, dass sich solche Fehler auch in erheblich teureren Libraries finden, und das nicht selten.

Dem Höreindruck nach wurden die Breath-Geräusche aus den Pausen der Gesangsaufnahmen herausgeschnitten und anschließend normalisiert bzw. in ihrer Lautstärke angehoben. Diese Methode führt zwangsläufig dazu, das hier der Rauschabstand geringer ist und vereinzelt auch Nebengeräusche auftreten, die sich aber im Rahmen einer Gesamtkomposition kaum bemerkbar machen.

Vergleichskandidaten

Einen direkten Mitbewerber im Bereich traditionell jüdischen Gesangs gibt es nicht. Wer nach Libraries aus dem Ethno-Bereich sucht, die über einen ähnlichen Charakter verfügen, wird (neben anderen Produkten von Sonokinetic) auf die Serie der “Forgotten Voices” von Tonehammer stoßen. Diese bieten ebenfalls eine erlesene Audioqualität, liegen im Preis jedoch ein wenig über den Voices of Israel, beinhalten keine Interface-Ausstattung mit scriptbasierten Funktionen, sondern lediglich Sample-Patches und kommen nicht ganz an den Umfang des hier vorgestellten Contents heran.

Die nächsten Mitbewerber findet man dann bereits in deutlich höheren Preisregionen: Ethno World 5 Voices, 7 GB schwer, liegt bei etwa 250 Euro. Die Aufnahmen sind technisch auf sehr hohem Niveau, und es gibt eine automatische Tempoanpassung. Lyrischer Tiefgang wird hier allerdings nicht geboten, und das homogene, also auf die einzelnen Sänger/innen entfallende Material, ist nicht so umfangreich wie im vorliegenden Fall. Schließlich gibt es noch Quantum/Leaps Voices of Passion, knapp 8 GB World-Vocals von Wales über Syrien und Indien bis Bulgarien für 295 Euro. Die Aufnahmequalität ist vom Allerfeinsten, doch hinter der Hochglanz-Aufmachung verbirgt sich eine einfach strukturierte Zusammenstellung von Samples – zweifellos mit Charme, aber ohne tiefer greifende Scripte.

Fazit

Die Stimme von Hadass Pal Yarden ist in einem Maße charismatisch, wie man es selten unter Vocal-Libraries findet. Neben den ebenso gefühlvoll wie professionell dargebotenen Songs sind vor allem die gesprochenen Gedichte und den geflüsterten Passagen in ihrer Wirkung geradezu magisch und werden den Hörer so schnell nicht loslassen. Die Library ist vielseitig verwendbar, sowohl für Songkomponisten als auch für Soundtracks. Sie bietet einen reichhaltigen, ausgewogenen Inhalt, der liebevoll zusammengestellt ist. Für die einfachere Adaptation an westliche Harmoniefolgen gibt es mit den Western Improvisationes ein Instrument, das die orientalischen Ornamente begradigt, ohne damit der Stimme ihre Ausstrahlung zu nehmen. Die scriptbasierten Funktionen wie Timestretching via Pitchbender oder das Verschieben des Sample-Startpunkts mit dem Modulationsrad vervollkommnen die artistische und aufnahmetechnische Leistung zu einem insgesamt gelungenen Gesamtpaket. Der aktuelle Preis von 59,90 Euro ist sehr niedrig bemessen. Im Bundle mit anderen Sonocinetic-Produkten reduzieren sich die anteiligen Anschaffungskosten nochmals.

Holger Obst

Verwendete Begleitinstrumente für die Audiodemos: Stylus RMX/ILIO (Beats) FXpanson Cypher (Bass, Keys, Beat-Sequence), Korg Waverum Oriental, Vital Arts Plectrum (Naturgeräusche)

Systemvoraussetzungen Mac OS X

  • Native Instruments Kontakt (nur Vollversion ab 4.1)

Systemvoraussetzungen Windows

  • Native Instruments Kontakt (nur Vollversion ab 4.1)

Hersteller

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