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Test: SPL Analog Code Passeq

 Plug-in

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Das war mal ein echter Kracher, als SPL ankündigte, den Passeq mit einem Analog Code Plug-in zu würdigen, ist doch dieser EQ mit Sicherheit eines der Paradestücke der Entwickler aus Niederkrüchten. Die Hardware ist ein wahres Filter-Monster, das durch ausgesuchte technische Details für einen mächtigen Sound sorgt. Keine Frage, da ist die Erwartungshaltung für das Plug-in in der Tat sehr hoch und ich bin gespannt, wie sich der Analog Code Passeq im Test schlägt.

Beim großen Hardware-Passeq handelt es sich um einen passiven Equalizer. Dieser EQ-Gattung sagt man in der Regel eine hohe Signalqualität und große Signaltreue nach, denn durch die Auslegung der Schaltung wird das Eigenrauschen der Filter minimiert.

Schaut man sich darauf hin das Datenblatt des Passeqs an, fällt sofort die immense Anzahl der Filter auf, denn insgesamt werkeln 144 von diesen in dem EQ-Boliden. Durch die Verwendung von Einzelspulen-Filtern minimiert man bei SPL gegenseitige negative Beeinflussungen und der 120-Volt-Ausgangsverstärker liefert unglaubliche 150 dB Dynamikumfang, so dass man mit der Schaltung so ziemlich jedes analoge Signal verarbeiten kann. Beeindruckende Werte, in der Tat, und jetzt schauen wir mal, wie diese sich in Nullen und Einsen machen.

Im Grunde versteht sich der Passeq als Edel-Tool für Mastering-Anwendungen, aber es spricht natürlich nichts dagegen, das Plug-in auch auf Einzelsignalen zum Einsatz zu bringen. Darüber hinaus arbeitet der Passeq ebenfalls als Multichannel Plug-in, wenn das von der Host-DAW unterstützt wird. Oben drauf packt uns SPL dann noch zusätzlich die Option auf M/S-Bearbeitung, da dürften also kaum noch Wünsche in Sachen Signalrouting offen bleiben.

Installation und Autorisation

iLok rein, und schon kann es losgehen. Wie immer nutzt man bei SPL diesen USB-Dongle zur Verwaltung der Lizenzen, die man von seinem Account überträgt. Download und Installation gehen sehr schnell und ohne Komplikationen, so dass man in relativ kurzer Zeit startklar ist.

Mittlerweile bekommt man die Analog Code Plug-ins als Universallizenzen – das heißt, sie funktionieren sowohl

  • in den nativen Formaten VST, AU, RTAS
  • als TDM-Version für Pro Tools unter OS X und Windows
  • auf der Venue-Konsole.

SPL bietet übrigens 14 Tage gültige Testlizenzen der Analog Code Plug-ins zum Download an, die ohne iLok-Key funktioniert und die als Vollversion arbeiten.

Interface

„Auf den Schirm!“, sagte Captain Picard gerne, und das denke ich mir auch, als ich den Passeq zum ersten mal in den Master-Insert meiner DAW ziehe.

SPL Analog Code Passeq



Das Original ist 4HE im Rack groß und auch die GUI des Plug-ins steckt da nicht zurück. Massiv und auf kleineren Screens schon fast bildschirmfüllend präsentiert sich SPLs Plug-in, was aber auch gut so ist, sieht man doch sofort, wo die einzelnen Bedienelemente spielen.
 Wer’s gerne platzsparender möchte, weil er eh’ für beide Stereokanäle die gleichen Einstellungen nutzen möchte, verwendet die Passeq Single-Ansicht, bei der nur ein Kanal visualisiert wird, dessen Einstellungen aber auf linken und rechten Kanal wirken.

Futuristisch schaut sie ja schon aus, die Anordnung der Bedienelemente, welche sternförmig vom Outputregler ausstrahlen. Sieht bei der ersten Draufsicht erst mal kompliziert aus, folgt aber einer durchschaubaren Logik.

SPL Analog Code Passeq



Der Passeq arbeitet mit Cut- und Boostbändern, die Cutabteilung finden wir links vom Outputregler, die boostbaren Bänder liegen rechts. Neben den Reglern, mit denen sich die Frequenzen des Passeq einstellen lassen, liegen die jeweils zugehörigen Gainpotis, die in dB skaliert sind.

Schauen wir genauer in einen Kanal rein fällt auf, dass der Passeq mit fest definierten Frequenzbändern arbeitet.

Jede verfügbare Frequenz aufzuzählen, würde in einer schönen Excel-Tabelle resultieren, deshalb beschränken wir uns, aus Gründen der Übersichtlichkeit, mal auf die Eckwerte.

SPL Analog Code Passeq



LF- LMF Cut arbeitet zwischen 30 Hz – 1.9 kHz, während sich die Werte für MF-MHF Cut zwischen 1 kHz. und 7,5 kHz. befinden. Das dritte Cutband, MHF-HF, arbeitet zwischen 580 Hz und 19,5 kHz.
Im Boostbereich bietet sich folgendes Bild: LF greift zwischen 10 Hz und 550 Hz, LMF-MHF-Boost zwischen 220 Hz und 4,8 kHz., während wir mit HF Frequenzen zwischen 5 kHz. und 20 kHz. boosten können.

SPL Analog Code Passeq



Als herausstechendes Feature verfügt der Passeq über den HF-Boost Q mit Proportinal-Q Funktion, mit dem sich das Verstärkungsverhalten im Hochtonbereich extrem flexibel gestalten lässt. Zwar muss man sich unter Zuhilfenahme des HF- Boost Q sich von der Skalierung des HF-Boostreglers lösen, da dessen Werte nur für Q-Werte von 1 gelten, aber man mischt und mastert ja eh mit den Ohren und nicht mit den Augen ;-) .

Auch der Passeq versteht sich auf Mouse Wheel Control, d. h. es reicht aus, den Mauszeiger über einem Drehregler zu platzieren, dann lassen sich die Parameter per Mausrad einstellen. Feinere Abstimmungen bekommt man bei gleichzeitigem Drücken der Apfel-Taste (Mac) oder der CTRL-Taste (Windows) hin.

Der Passeq bietet die Verwaltung von vier Settings, die sich via Mausklick speichern lassen und die man über die Taster A, B, C, und D abrufen kann.

SPL Analog Code Passeq



Diese Settings sind immer dann hilfreich, wenn man Parameteränderungen in Szenen automatisieren möchte. Ich finde so eine Funktion z. B. in komplexeren Werken sehr nützlich.

Über den Channel Switch lassen sich die einzelnen Kanäle des Passeq aus dem Signalfluss nehmen, so dass man eben nicht nur das gesamte Plug-in bypassen kann, sondern (wenn gewünscht) auch jeweils die linke oder rechte Seite separat.
 Darüber hinaus finden wir in der GUI noch den M/S-Button, mit dem man darüber entscheidet, ob man den Passeq im L/R- oder im M/S-Modus betreiben möchte. Man sollte jedoch überprüfen, dass beim M/S-Betrieb nicht der Link der beiden Kanäle aktiviert ist, da man sonst die gleichen Werte für das Mitten- und Differenzsignal einstellen würde.

SPL Analog Code Passeq



Sounddemos

Die Arbeitsweise des Passeqs lässt sich am besten an einem kompletten Mix erläutern. Natürlich ist es immer schwierig, einen Prozessor, dessen Arbeitsweise man bestenfalls in Nuancen wahrnehmen sollte, über MP3s richtig abzubilden, denn eigentlich sollten wir uns in einem Regieraum mit optimierter Akustik und eingemessener Abhöre treffen, weshalb ich bewusst an manchen Stellen überzeichnet habe. 

Hier hört ihr zunächst mal das unbehauene Rohmaterial.

Der Kontrabass dröhnt etwas bei 60 Hz, was sich mit der LF-LMF Cutfunktion sehr präzise filtern lässt.

Im folgenden Beispiel verändere ich mit dem Passeq das Verhältnis der E-Gitarren zur Akustikgitarre, in dem ich einen 5,5 dB-Cut bei 2,4 kHz setze.

Beschneidet man das MHF-HF-Band bei 5,2 kHz mit dem vollen Regelweg, verlieren die Becken ihren Glanz und klingen matter.

Widmen wir uns nun der Boost-Sektion.
 Boostet man bei 80 Hz mit ca. 6 dB wird die eher etwas unscheinbare Bass Drum mit dem Kontrabass in den Vordergrund geschoben.

Im Ausgangsbeispiel klingt das Piano etwas belegt, was sich mit einem Frequenzboost um gesunde 8 dB bei 1,8 kHz aufhellen lässt, gleichzeitig tritt aber auch die funkige Gitarre sehr stark in den Vordergrund.

Bei einem Boost um 16 kHz treten die Cymbals etwas frecher in den Vordergrund.

Zugegeben handelt es sich um reichlich akademische Beispiele, deshalb hier der Passeq in seiner eigentlichen Funktion. In unserem Ausgangsbeispiel sind mir generell die Mitten etwas zu quäkig und das Lowend zu sehr am Dröhnen, was sich aber mit dem Passeq sehr gut in den Griff bekommen lässt.

Im M/S-Betrieb lässt sich gut für Ordnung im Frequenzdschungel sorgen, da man so die Mitten- und Seitensignale jeweils separat equen kann und muss keinen Fader mehr anfassen.

Beim folgenden Soundbeispiel ist mir beim Schlagzeug Kick und Snare zu leise, wohingegen die Hi Hat zu sehr dominiert.

Holen wir nun mit dem Passeq die Bass Drum nach vorne, geben der Snare etwas mehr Körper und bedämpfen die Hi Hat.

ReleaseTime Award

Das gefällt mir nicht

Das gefällt mir

Was man bei SPL mit dem Passeq als Analog Code Plug-in geschafft hat ist fast unglaublich, denn das Plug-in macht seinem Stammbaum alle Ehre. Sehr feinfühlig lässt sich mit dem Passeq das Frequenzspektrum bearbeiten, von kleinen Korrekturen bis zu größeren Anpassungen.

Die zunächst ungewohnte Oberfläche erweist sich als arbeits-ergonomischer Segen, weiß man doch nach kurzer Eingewöhnung, wo man drehen muss, um in die gewünschten Frequenzen einzugreifen. Der Sound ist absolut klar, warm und sauber, der Passeq arbeitet genauso transparent wie druckvoll. Durch den M/S-Modus ergeben sich gute Eingriffsmöglichkeiten, um den Mix effektiv zu ordnen, ohne dass man auch nur einen Fader anfassen müsste. Neben Masteringanwendungen macht der Passeq z. B. auch im Drum- oder Vocalbus eine gute Figur. Ich weiß nicht ob das von SPL jemals angedacht war, aber der Passeq lässt sich auch in extremeren Einstellungen sehr gut für’s Sounddesign einsetzen, gerade wenn man benachbarte Frequenzen im vollen Regelweg gegeneinander beschneidet und boostet ergeben sich teils spektakuläre Effekte.

SPL haben schon lange das Etikett Geheimtipp hinter sich gelassen, sie spielen heute in der Championsleague und lassen die Mitbewerber locker hinter sich, dass zeigt auch der Passeq wieder aufs neue.

Der Preis von (ca.) 170 Euro liest sich traumhaft, und so wird der Passeq zum unabdingbaren EQ-Tool für jeden, der am Computer Musik oder Sprache produziert.
 Und den Redaktionstipp gibt es von uns noch oben drauf!

Heiko Wallauer

Systemvoraussetzungen Mac OS X

  • Mac OS X 10.4 oder neuer
  • G4/Intel Core Duo Prozessor
  • 512 MB RAM
  • Bildschirmauflösung 1024 x 768

Systemvoraussetzungen Windows

  • Windows 2000/XP/VISTA/WIN7
  • 1 GHz Prozessor
  • 512 MB RAM
  • Bildschirmauflösung 1024 x 768

Preis

  • ca. 170 Euro

Hersteller

  • SPL

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Ein Kommentar

  1. wow, was ein plugin!bei dem preis mussen sich andere anbieter echt mal warm anziehen. 148 euro plus steuer sind mal echt eine massnahme.

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