Test: Steinberg Cubase 6

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Da ist es also: Das nächste Major-Update für Steinberg-User. Wir lassen es uns natürlich nicht nehmen, alle neuen Features von Cubase 6 ausführlich unter die Lupe zu nehmen. Dieser Test wurde aufgrund des Umfanges von zwei Autoren geschrieben. Zum einen ist dies Holger Obst und zum anderen Markus Cremer.

Steinberg Cubase 6

Das Update kam für mich (Markus Cremer) fast ein wenig überraschend. Nach dem Motto: “Wer hat an der Uhr gedreht”, wurde mir bewusst, dass mein im Einsatz befindliches Cubase 5 nun schon wieder zur “alten” Generation gehört. Dabei ist es noch gar nicht lange her, dass ich mich über die neuen Features der 5er Version gefreut habe. Damals war es so, dass Cubase z. B. mit der Einführung von VariAudio den Workflow dermaßen erleichtert hat, dass ich Melodyne seitdem nicht mehr im Einsatz habe. Für mich war Cubase nicht nur deshalb in Sachen Audio Apples Logic immer schon eine Nasenlänge (oder sogar mehr) voraus. Bei dieser Version habe ich nun den Eindruck, dass Steinberg sich einige Anregungen von Logic geholt hat. Zu nennen wären aus meiner Sicht der Bereich Multitake Comping, also das Zusammenstellen des “perfekten” Takes aus einer Reihe von Takes. Weiterhin erinnern mich die Themen Amp-Rack und Drum Replacement doch stark an die Werbevorführungen des aktuellen Logic Paketes. Es gibt aber wieder einige Innovationen, die man so nur von Steinberg als Erfinder der VST-Schnittstelle erwarten darf. VST-Expression 2 bietet Features, die es bisher einfach nicht gab (z. B. Controller Daten für nur eine bestimmte Midinote). Ob die Drittanbieter mit dem neuen VST 3.5 Standard so schnell nachziehen, müssen wir abwarten. Neu sind aber auch einige andere Dinge unter der Haube wie z. B. neue Timestretching Algorithmen. Gehen wir aber direkt ans Eingemachte und schauen uns in diesem Teil des Tests folgenden Bereiche genauer an:

Markus Cremer

  • Installation
  • Interface Design
  • neuer Inspector
  • Comping
  • Group Editing
  • neue Plug-in’s (De-Esser& Co.)
  • Skalierungstools für Controller und Automationen
  • VST Expression 2
  • Media Bay “to go”
  • Video Tutorials

Holger Obst

  • Tempoanpassung und fortgeschrittene Audiobearbeitung
  • VST Amp Rack
  • LoopMash 2
  • Halion Sonic SE

Installation

Steinberg Cubase 6

Auf der DVD befindet sich das bekannte Start Center, welches einem neben der Installation von Cubase 6 auch noch Trial-Versionen von HALion Sonic, HALion Symphonic Orchestra VST Instrument Set, The Grand SE3, Wavelab Elements 7 sowie Rebeat anbietet. Weiterhin erhält man bequemen Zugriff auf Videos (separate DVD), Community-Bereiche, Support- und Produktseiten sowie natürlich den Shop. Die Install-DVD ist 7 GB schwer und bei der Installation von Cubase 6 werden 6,21 GB Speicherplatz benötigt. Was mich irritiert: Während der Installation wird ständig “Installing HALion Sonic SE Advanced Content” angezeigt. Der blaue Installbalken wandert immer wieder auf “100 %” und fängt dann wieder von vorne an. Genauso verhält es sich bei den HALion Sonic Presets. Bei den anderen Komponenten wie LoopMash funktioniert die Anzeige besser. Nach ca. 5 Minuten ist die Installation bei mir erledigt. Da ich für den Test ein ISO-Image verwendet habe, geht die Installation aber auch ein wenig schneller von der Hand als von DVD. Dafür hat der Download ca. 2 Stunden gedauert ;-)

0 Kommentare

  1. Vielen Dank für den sehr netten Test!

    Zuallerest sollten sich dennoch die Autoren genauer informieren: “ältere” VST-Plugins, wie eben der besagte SPL De-Esser, können ohne weiteres nachinstalliert werden!

    Auch ist in allen gängigen Cubase-Foren zu entnehmen, dass Cubase 6 wunderbar und stabil auch auf Win XP (!) läuft!

    Etwas schwierig finde ich den hier angesetzten “Timing-Test”, da solche extremen Temposchwankungen wie im Beispiel vorgegeben, kaum einer Alltagsituation im Audiobereich entsprechen. Es ist daher klar, dass der Algorithmus solche Timingsprünge kaum gut berechnen kann.

    Das neue Grouping, das Multi-Stretch und das DrumReplacing, die neuen Timestretchalgos, wie auch die gesamte neue, wesentlich edler wirkende GUI, das alles gefällt mir persönlich sehr gut. Die Stabilität scheint laut allen Foren schon in dieser 6-Punkt-”Nuller”-Version gegeben zu sein.

    Für mich gilt ein finales Fazit zu Cubase 6, welches ich in einem englischsprachigen Forum gefunden habe: “goodbye ProTools and R.I.P. Logic!” denn man muss es einfach zugeben – das trifft bei der aktuellen Featurevielfalt von Cubase 6 ziemlich genau zu. Und das, obwohl ich beruflich täglich Cubase 5.1 parallel mit Pro Tools HD 8 und Logic 9 nutze.

    Gut gemacht, Steinberg!

    Gruss
    Thomas N.

    • Hallo Thomas,

      zu Deiner Kritik:

      1) Es ist richtig, dass man auch Halion One nachrüsten kann. Warum wird er aber nicht gleich mit installiert?

      2) Steinberg weist Cubase 6 nicht für XP aus. Dieses Betriebssystem wird nicht mehr unterstützt. Wir haben natürlich auch gelesen, dass es XP-User gibt, die Cubase 6 erfolgreich installieren konnten. Ob alle Funktionen einwandfrei unter XP laufen, ist eine andere Sache. Das kann man nirgendwo seriös nachlesen. Auch weiß niemand, wie es nach dem nächsten Minor-Update aussieht. Deshalb halten wir uns lieber an die offiziellen Verlautbarungen des Herstellers und haben dies im Fazit auch so geschrieben: “Die offizielle Beschränkung…” In Foren darf spekuliert werden, in einen Test gehört so etwas nicht hinein.

      3) Zur Tempoerkennung: Wir haben diese in drei “Schwierigkeitsgraden” durchgeführt: Mit extremen Schwankungen (miserables Ergebnis – allerdings habe ich auch deutlich gemacht, dass die Vorlage realitätsfern war), mit moderaten Schwankungen, wie sie einem Amateur-Drummer durchaus unterlaufen (gutes, aber nicht fehlerfreies Ergebnis) und Markus hat es dann noch mit einem einfachen Beat ohne jede Timingschwankung getestet. Hier hätte Cubase eine absolut lineare Kurve wiedergeben müssen, was überraschenderweise nicht der Fall war. Als Testautoren sind wir unseren Lesern verpflichtet. Stoplpern wir über Dinge, die nicht optimal laufen, schauen wir dreimal hin. Wenn sich der Verdacht bestätigt, können wir das aber nicht einfach unter den Tisch fallen lassen, auch wenn das Produkt insgesamt überzeugt.

      Es wäre schön zu erfahren, welche Ergebnisse andere User mit der Tempoanpassung erzielen – bitte als Kommentar posten.

      Unterm Strich hat Cubase den Redaktionstipp bekommen. Mein Statement, in dem ich unter technischen und musikalischen Gesichtspunkten die führende Marktposition von Cubase anerkenne sollte das genügend unterstreichen. Ich persönlich arbeite seit Twenty-Four Mitte der 80er nur mit Sequencern aus dem Hause Steinberg.

  2. Hallo Thomas,

    Danke für Dein Feedback. HALion One ist nachinstallierbar (Additional Content) wird aber auch ohne Probleme von der noch vorhandenen 5er Installation übernommen. Beides klappt beim SPL DeEsser nicht. Wo soll man ihn nachinstallieren können? Er befindet sich bei mir als VST auf meinem Rechner im Rahmen der vorhandenen 5er Installation. Nutzen kann ich ihn aber nur in der 5er Version da er im Programmpaket selber und nicht im öffentlichen VST Ordner verankert ist. Sollte es einen von Steinberg veröffentlichten Weg geben, diesen auch in Cubase 6 zu nutzen, bin ich dankbar für den konkreten Hinweis. Und ich möchte jetzt nicht die “DeEsser.vst” Datei umbenennen und aus dem einen Programmpaket ins andere kopieren.

    Das Cubase inoffiziell mit XP läuft, habe ich natürlich auch gelesen. Das ändert aber nichts an dem beschriebenen Leitfaden von Steinberg. Da sind die Foren zwar eine Entscheidungshilfe für die User aber ersetzen bei weitem nicht den fehlenden offiziellen Support von Steinberg. Und um den ging es mir.

    Alles in allem ist Cubase 6 auch nach wie vor mein Favorit bei den DAWs. Aber berechtigte Kritik muss es trotzdem geben. Die Software kostet Geld und daher stelle ich auch gewisse Erwartungen an sie. Und wenn von “Tempoerkennung” die Rede ist, sollte das auch funktionieren. Und ein programmierter Track mit durchgängig 128 BPM ohne Schwankungen (siehe mein Bericht zur Tempoerkennung) sollte kein “schwieriges Material” sein. Sowas muss bei aller “Liebe” zu Cubase auch in einem unabhängigen Testbericht erwähnt werden.

    Viele Grüße

    Markus

  3. am samstag war mein update auf c6 im briefkasten. leider bin ich noch nicht dazu gekommen, es zu installieren. das werde ich heute nachholen. euer test kommt mal wieder genau zum richtigen zeitpunkt. danke dafür!

  4. Hallo Marcus, hallo Holger!
    (ich fasse euch mal teamgemäß zusammen ;-)
    Das ist richtig: XP wird von Steinberg nicht mehr supportet. Dass es dennoch sehr gut läuft, weil es im Kern ja eh ein Cubase 5.x ist, sei sicherlich dahingestellt.
    Aber man muss auch sagen, dass ein knapp 10 Jahre (!!) altes Betriebssystem wie XP so langsam mal ausgemustert gehört, meines Erachtens. Verständlich, dass Steinberg nicht jede alte Rechnerkonfiguration testen kann. So langsam wird es meines Erachtens gerade im Audiobereich Zeit, ruhig seiner DAW z.B. ein Win7 zu gönnen. Das meiste sollte auch darauf wunderbar wie bisher laufen, die Vorteile sind nicht von der Hand zu weisen.
    Finde sowieso, dass heutzutage viel zu viel user-Gemecker zu entnehmen ist, denn überall wünscht man sich alles billigst oder besser noch ganz umsonst. Da sich aber heutzutage auch komplette Tonstudios rein im Rechner befinden, sollte man guten Gewissens auch mal in ein neues frisches BS und (adäquate Rechnerhardware) investieren. Wenn ich überlege, wie günstig alles per Software so geworden ist, gerade im Hinblick auf meine Hardcore-Hardware-Studiozeit! Ihr wisst, was ich damit meine…dann kann ich keinerlei Kostengejammer akzeptieren.

    Nun ja, auf dem Mac scheint es aufgrund der PPC-Sache in der Tat nicht so einfach, ältere Cubase-Plugins überhaupt mitzuinstallieren.
    Und auch wahr, die Kompatibilität zu älteren und parallelen Abgespecktversionen betreffend Cubase sollte wirklich gegeben sein, da muss Steinberg sicherlich etwas optimieren.
    Der Ratschlag, unbedingt alle Songs zu beenden, und gar einzelne wichtige Spuren sicherheitshalber als Audio im Song runterzubouncen, ist bekanntermassen wohlbegründet.

    Dennoch, der richtige Weg scheint ja mit C6 auf den Weg gebracht zu sein: ab dieser Version soll es in der Tat auch möglich sein, mit allen anderen Parallel-Versionen (Cubase Artist, Essential, Nuendo, Sequel etc.) Projekt-Files auszutauschen! Bin gespannt, wie das so funktioniert.
    Na, vielleicht ist das euch ja ein weiterer Test wert? zusätzlich mit noch ungelesenen/ungetesteten Cubase-Features?
    Ja, darüber würden sich die Leser hier sicherlich freuen! Immer ran – es macht Spass Eure Tests zu lesen! :-)

    Gruss
    Thomas

  5. Hallo! Wie siehts mit der Workflow-Geschwindigkeit aus? Und braucht die neue Version 6 genauso viel Zeit beim Öffnen oder Schließen eines Projektes wie die Version 4 ?
    Zum Vergleich für das Arbeitstempo würde ich gern Reaper gegenüberstellen.
    Danke!

  6. @herbi: ja , läuft hier auch unter Vista ohne Beanstandungen . Ich selbst werde aber in Kürze auch auf Win7 upgraden . Win 7 ist im kern auch allemal fixer als Vista .

    @Bobbi: Cubase 6 fährt bei uns im Studio (Win 7) in 12-14 Sekunden (!) hoch ! Und das unter Vollbedingungen und großen VSTis und vielen Plugins …

    Mit Reaper kann man Cubase nicht vergleichen IMHO, aufnehmen und editieren tun sie ja beide , Midi wie Audio . Klaro. Aber der Knüller steckt im Detail . und da hat Cubase 6 absolut die Nase vorn . es gibt da für fast jede Funktion Hammer-Shortcuts , damit ist man dann verdammt sauschnell ! ( Ist für jede DAW ja zu empfehlen sich Keycommands mal genau anzugucken! )

    Larsman

  7. Cubase 6 startet definitiv erheblich schneller als 5.5. Der Workflow kann sehr individuell durch Tastaturkürzen und über das Perferences-Menü und natürlich die persönlichen Anforderungen beeinflusst werden. Generelle Aussagen sind da schwierig. Ich persönlich fühle mich durch Cubase an keiner Stelle “ausgebremst”.
    Reaper spielt in einer ganz anderen Liga als Cubase – sowohl preislich als auch vom Ausstattungsumfang her. Daher gibt´s wohl wenige, die beide Programme intensiv nebeneinander nutzen und den Workflow im Detail gegenüberstellen können.

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