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Tutorial: Flux Alchemist

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Kürzlich haben wir Ihnen den Alchemist der französischen Edel-Schmiede Flux vorgestellt, ein Mastering- und Re-Mastering-Tool, das von uns aufgrund seiner herausragenden Qualität mit dem Prädikat “Redaktionstip” ausgezeichnet wurde. Da der Flux Alchemist nicht nur gut klingt, was nicht zuletzt auf die interne Signalverarbeitung von 64bit und 384kHz Sampling- Rate zurückzuführen ist, sondern auch über eine Menge Funktionen verfügt, die das übliche Spektrum vieler Mastering-Tools überschreiten und deren Bedienung und Bedeutung sich nicht auf den ersten Blick erschließt, folgt hier ein Tutorial, in dem wir uns die Details näher ansehen wollen.

Flux stellt eine Demoversion zur Verfügung, mit der Sie diese Tutorial begleiten können: www.fluxhome.com.

Das Tutorial gliedert sich in folgende Kapitel

  1. Überblick: Die Module
  2. Bedienung: Die Funktionen im Detail
  3. Arbeit am Sound: Zwei Übungsbeispiele
  4. Anhang: Definition grundlegender Begriffe als Hilfe für Einsteiger

1. Überblick

Die Einsatzmöglichkeiten des Alchemisten sind vielfältig. Konzipiert ist er als Mastering-Tool, das neben der üblichen Stereo-Anwendung bis zu 7.1 Surround gefahren werden kann. Das sollte aber niemanden daran hindern, ihn auch in Subgruppen oder Instrumententracks einzusetzen. Schließlich muss man nicht alle Abteilungen des Alchemisten in voller Pracht beanspruchen, wenn es nicht nötig ist.

Die Werkzeuge

Der Alchemist bietet neben einer Input/Output-Section (letztere mit Clipper) ein Quartett aus Multiband-Kompressor/De-Kompressor/Enhancer/De-Enhancer für bis zu 5 EQ-Bänder, ein Werkzeug zur Transienten-Bearbeitung, genannt “Bitter-Sweet”, einen M/S-Modus, Stereoverbreiterung, einen FFT-Analyser und Morphing zwischen zwei Komplett-Konfigurationen.

2. Bedienung: Die Funktionen im Detail

Bevor es mit der Arbeit am Sound losgeht, schauen wir uns die einzelnen Module des Alchemisten im Detail an: Lässt man die linke Input/Output-Spalte einmal außen vor, so befindet sich im oberen Drittel die Darstellung der In/Out-Meter und die (per default) 3 EQ-Bänder.

Da es bei diesem Tutorial um die Bearbeitung eines Stereo-Mixes geht, interessieren uns die kleinen Zahlenkästchen oberhalb der horizontalen Meter weniger. Der Vollständigkeit halber sei deren Funktion aber trotzdem erwähnt: Hier können im Mehrkanalbetrieb einzelne Kanäle aus der Bearbeitung herausgenommen werden. Indem man mehrere Alchemist-Instanzen in der Signalkette des Master-Out hintereinander hängt, kann man so in einer Instanz beispielsweise nur die Kanäle vorne links und rechts, in einer weiteren die Kanäle hinten links und rechts u.s.w. bearbeiten. In der zweiten Kolonne an Zahlenkästchen rechts daneben kann im Mehrkanalbetrieb die Sidechain-Funktion für einzelne Kanäle deaktiviert werden.

Die bereits erwähnte horizontale Aussteuerungsanzeige teilt sich auf in In- und Output Peakmeter (dicke Balken) und ein RMS-Level-Meter dazwischen (sehr dünner Balken). Die Skala reicht von -96 bis 0dB. Direkt darunter befindet sich die Darstellung der Frequenzbänder. Für jedes Frequenzband steht das komplette Arsenal an Kompressor/De-Kompressor, Expander/De-Expander, Transienten-Tool “Bitter Sweet” und die Stereoverbreiterung bereit. Das für die Bearbeitung angewählte Frequenzband hebt sich durch eine dickere Begrenzungslinie ab. In der Abbildung oben sind das die Bass Frequenzen (rot). Und hier ist es das mittlere Band:

Die kreisförmigen Ankerpunkte dienen der Verschiebung der Crossover-Frequenzen, links zum tieferen, rechts zum höheren Frequenzbereich, oben zur Anhebung des Output-Levels, und mit dem zentralen Anfasser verschiebt man das komplette Band.

Der Echtzeit-FFT-Analyser gibt die Amplitude des Signals in hoher Auflösung als weiße Linie wieder (s. vorletzte Abbildung oben).

Unterhalb des Displays gibt es wieder eine Anzahl winziger Nummern- und Wertefelder. Von links nach rechts sind das (bei unserem Beispiel) zunächst die Mini-Buttons mit den Ziffern 1, 2 und 3, die alternativ zur Anwahl des zu bearbeitenden Frequenzbandes dienen. Wer millimetergenaues Anklicken eher als Anstrengung denn als sportliche Herausforderung empfindet, klickt einfach auf die Bänder im Display darüber. Weiter rechts folgen als nächstes die Wertefelder (bei unserem Beispiel mit den Werten:) 202 Hz (untere Crossover-Frequenz der Mitten), zweimal 30dB/dec (linke und rechte Flankensteilheit des gelben Mittelbandes) und 2000 Hz (obere Crossover-Frequenz).

Klickt man auf die Wertefelder und zieht die Maus nach links oder rechts, lassen sich nicht nur die Crossover-Frequenzen verändern (wiederum alternativ zur Bewegung der Ankerpunkte), sondern auch die Flankensteilheit einstellen, und zwar für jede Schnittstelle separat von 18 dB bis zu 54 dB/Oktave. Mit 54 dB/Oktave kann man sehr gezielt eine kritische Stelle in einem Mix isoliert bearbeiten. Exakte Werte können auch nach Doppelklick auf die Felder numerisch über die Tastatur eingegeben werden.

Ganz rechts gibt es noch zwei unauffällige Buttons “+/-”. Hier schaltet man weitere Frequenzbänder hinzu (bis zu fünf insgesamt) oder reduziert das Angebot (bis auf eins); letzteres empfiehlt sich, wenn man Alchemist nur zur Bearbeitung eines einzelnen Instruments, einer Snare beispielsweise, einsetzen will.

Wenn wir nun einen Blick auf die unteren zwei Drittel der Bedienoberfläche werfen, stellen wir fest, dass es eine ganze Menge von Parametern gibt, die eingestellt werden wollen. In vielen Fällen wird man diese nicht für alle Frequenzbänder verschieden definieren müssen. Wie gut, dass es hier eine Arbeitshilfe gibt. Ein Rechtsklick auf eines der Frequenzbänder öffnet folgendes Menü:

Hier kann man die komplette Einstellung von einem Band auf ein anderes kopieren oder alle Bänder verlinken und gemeinsam bearbeiten. Zur besseren Kontrolle eines Bandes gibt es zudem einen Solo- und einen Bypass-Button:

Wer es akustisch nicht mitbekommt, dass der Solo-Mode aktiviert ist, wird sich darüber freuen, dass eine kleine, rot blinkende LED auch optisch darauf hinweist. Zugleich verlässt man den Solo-Mode durch einen gut gezielten Klick auf den roten Winzling.

Link-, Solo- und Bypass-Funktionen stehen alternativ auch am unteren Rand des Kompressor-Graphen bereit:

Womit wir bei den Band-Settings wären, also der Abteilung, in der sämtliche frequenzbandspezifischen Parameter eingestellt werden können:

Links im Bild gibt es sieben vertikale und darunter zwei horizontale Anzeigen, alle nicht gekennzeichnet. Vertikal von links nach rechts handelt es sich um Input- und Output-VU-Meter. Im Normalen Zweikanal-Stereo-Betrieb werden konventionell der linke und der rechte Kanal angezeigt, im M/S (Mittelsignal-Seitensignal) Betrieb stellt der linke Balken der paarweise angeordneten Anzeigen die Lautstärke des Mittelsignals, der rechte die des Seitensignals dar. (Im Mehrkanal-betrieb erhöht sich die Anzahl der Input-/Output-Meter entsprechend.)

Die nächsten drei senkrechten “Balken” stellen (von links nach rechts) dar: Die “Resulting Envelope” (den Lautstärkeverlauf des Ausgangssignals von Kompressor/De-Kompressor, Expander oder De-Expander), die Dynamikdifferenz und als drittes die Lautstärkedifferenz zwischen In und Out (jeweils ohne Berücksichtigung der BitterSweet-Section).

Bei den waagerechten Balken unterhalb der Aussteuerungsanzeigen handelt es sich um das Dynamic Activity Display und eine Release-Kontrolle der Dynamic Envelope.

Der orangefarbene Balken des Dynamic Activity Displays dehnt sich von einem zentrierten Mittelpunk zu beiden Seiten aus. Erst wenn er die beiden grünen Balken überschreitet, wird die Hysteresis-Einstellung aktiv. Den Hysteresis-Threshold stellt man mit dem winzigen Fader rechts neben dem Hysteresis-Regler ein. Mit der Bewegung des Faders variiert auch die Position der grünen Ballen im Display.

Die blaue Release-Kontrolle der Dynamic Envelope gibt optische Rückmeldung über die Aktivität der Dynamic-Hüllkurve, wenn als Release-Mode Auto oder Advanced gewählt ist. In diesem Fall bewegt sich der Balken, da die Release-Time den Eigenschaften des Signals ständig angepasst wird. Im Manual-Mode wählt man eine feste Release-Time. Entsprechend bewegt sich die Anzeige in diesem Modus nicht, sondern leuchtet nur auf, wenn ein Release ausgelöst wird.

Womit wir auch schon bei den Parametern der Envelope wären. Diese finden sich rechts neben dem Graphen:

Delay vs. Attack-Time: Bei dem Parameter Delay geht es nicht darum, Zeitverzögerungseffekte zu generieren. Vielmehr entscheidet man hier in Verbindung mit dem (von oben nach unten) übernächsten Parameter, der Attack-Time, ob man Transienten mit bearbeiten will oder nicht. Eine Delay-Time, die größer ist als die Attack-Time, führt dazu, dass Transienten mit unter die Bearbeitung, beispielsweise die Kompression fallen. Ist die Delay-Time kleiner als die Attack-Time, werden Transienten “durchgelassen”. Im “Auto”-Modus (kleiner Button oben rechts im Feld) werden Delay und Attack-Time automatisch so aufeinander abgestimmt, dass das Delay der Attack-Time genau gleicht. In Relation zu einem hereinkommenden Signal, das den Threshold überschreitet (und somit bearbeitet wird) greift die Kompression ohne Zeitverzögerung. Die Latenz, mit der Alchemist arbeitet, entspricht immer der Delay-Time und im Auto-Modus der Attack-Time.

Ein weiterer Punkt ist zu beachten: Wie wir später noch sehen werden, verfügt Alchemist über eine Morphing-Funktion zwischen zwei Alternativen. Hat man für diese Alternativen unterschiedliche Delay-Zeiten gewählt, kommt es beim Überblenden zu Artefakten.

Zwischen den Slidern für Delay und Attack-Time wählt man mit “Mode” die Betriebsart, die u. a. die Schnelligkeit der RMS-Detektion bestimmt (zwischen 10 ms bei den -fb-Modi und 100 ms bei slow.

Wir überspringen den nächsten Parameter Hold (auf den wir später zurückkommen). Drei Release-Modi stehen zur Verfügung: Manual, Auto (ein Alchemist-Algorithmus) und Advanced. Im Advanced-Mode passt Alchemist die Release-Time je nach Lautstärke des Signals innerhalb der Spanne zwischen Release-Time und Release-Minimum an. Mit dem untersten Slider “Dynamic Velocity” stellt man die Geschwindigkeit der Anpassung der Rlease-Time an dynamische Veränderungen des Ausgangssignals ein, wenn man sich im Release-Mode “Advanced” befindet.

Das A&O eines Dynamic-Tools ist immer die intelligente Erkennung der Dynamik des Ausgangssignals. Mit “Dynamic Profile” kann man zwischen verschiedenen Grundeinstellungen wählen. Flux empfiehlt den Modus “Solera” als Universalalgorithmus. “Max” reagiert extrem lebendig auf Dynamikveränderungen – ganz im Gegensatz zu “Average”, einem trägeren, weicheren Stil. Dazwischen liegen “Beat 1, 2, 3, Average” für Drum-Subgruppen.

Die vier gleichzeitig nutzbaren Dynamik-Prozessoren (für Kompressor bis De-Expander) haben pro Band immer identische Envelopes. Ein Parameter macht hier eine Ausnahme: Hold. So kann man, beispielsweise bei der Bearbeitung eines Beats, Kompressor- und Expander für dasselbe Frequenzband mit unterschiedlichen Hüllkurven versehen und minutiös einen Gate-Effekt in das Signal hineinzeichnen.

Unterhalb der Hüllkurve befinden sich die “Dynamic Sections Settings”. Alle hier zur Verfügung stehenden Parameter können pro Frequenzband unabhängig voneinander eingestellt werden. Sie arbeiten parallel. Im Link-Modus (s. o.) erreicht man gleiche Einstellungen. Auch für das Quartett Kompressor, De-Komressor, Expander und De-Expader sind die Einstellungen selbstverständlich individuell. Es würde wenig Sinn machen, die gleichen Werte für den Kompressor wie für den Expander zu wählen, weshalb es hier auch keinen Link-Modus gibt).

Mit dem Regler Peak/RMS erhöht man die Empfindlichkeit der Dynamikerkenung vom (trägeren) RMS-Modus zum (schnelleren) Peak-Modus. Schnelle Peaks sollten erkannt werden, wenn man gezielt auch die Transienten in die Bearbeitung mit einbeziehen will.

Auch die nächsten beiden Parameter findet man selten bei anderen Komressoren: Angel´s Share verringert die Ratio (also die Kompressionsstärke) bei Dynamikspitzen bzw. im oberen Dynamikbereich. So werden Transienten besser durchgelassen, der Sound wird offener. Die Charakteristik der meisten Instrumente wird vor allem durch die Attrack-Phase bestimmt – bleibt diese erhalten, sind sie besser lokalisierbar. Genau das Gegenteil erreicht man durch einen Klick auf den Inv.-Button rechts neben dem Regler: Jetzt nimmt die Ratio bei Dyamikspitzen zu, der Sound wird massiver und kompakter.

Die meisten Kompressoren reagieren auf die Dynamik eines Signals in Bezug auf die absolute Lautheit. Wird ein absolutes Laustärkelevel (Threshold) überschritten, setzt die Kompression ein. Mit dem Hysteresis-Regler kann man das Kompressionsverhalten davon abkoppeln. In maximaler Stellung reagiert der Kompressor ausschließlich in Relation zum Dynamikumfang. Dabei spielt die Lautstärke des Signals nach wie vor eine Rolle, jetzt jedoch nicht mehr als absoluter Wert, sondern bezogen auf die “inneren” dynamischen Eigenschaften des Signals. Die Spanne, innerhalb derer die Kompression bei Einsatz des Hysteresis-Reglers greift, stellt man mit dem kleinen Fader rechts neben dem Regler ein. Wir haben dies oben bereits im Zusammenhang mit der Meter-Sekion angesprochen. Der kleine “M”-Buton unterhalb des Mini-Faders steht für Hysteresis Maximum. Ist er aktiv (blau gefärbt), wird der Threshold auf die Maximalwerte des RMS-Levels eingestellt und der Kompressor reagiert nun vollständig auf die Dynamik des Signals. Flux empfiehlt, diese Einstellung bei Drum-Tracks zu testen.

Die nächsten Regler, Threshold und Ratio sind klassisch. Threshold definiert den Lautstärkewert, oberhalb dessen die Kompression einsetzt, Ratio die Kompressionsstärke. Ein Wert von 1 bedeutet keine Kompression, 10 bedeutet, dass die Lautstärke des Signalanteils oberhalb des Thresholds auf ein Zehntel ihrer eigentlichen Amplitude minimiert wird. Mit dem “inf”-Button rechts neben dem Regler schaltet man den Kompressor in den Brickwall-Limiter-Betrieb: Das Signal wird nun nicht lauter als der Threshold. Die blaue Kurve im zentralen Display gibt eine optische Kontrolle über die eingestellten Werte.

Mit Range bestimmt man die maximal erlaubte Manipulation der Dynamik. Hier kann man dem Kompressor beispielsweise vorgeben, Signale oberhalb des Thresholds um maximal x dB zu reduzieren.

“Knee” sorgt für einen weicheren Übergang zwischen dem unkomprimierten und dem komprimierten Bereich. Erhöht man den Knee-Wert, werden bereits Signale, die etwas unterhalb des Thresholds liegen, leicht komprimiert (mit geringerer Ratio).

Links vom Graph-Display befinden sich Volumenregler zur Anhebung des Inputs- und Outputs der betreffenden Dynamik-Section. Im Gegensatz zu den zuvor beschriebenen Parameter-Reglern greifen die Volumenregler für das gesamte Quartett von Comp bis DExp, sind jedoch ebenfalls individuell pro Frequenzband einstellbar.

Unterhalb der Parameter-Abteilung befinden sich die Ein-/Ausschalter für die vier Dynamik-Prozessoren Kompressor, De-Kompressor, Expander und De-Expander. Der blaue Balken zeigt die Laustärkereduzierung (Ausschlag von links nach rechts) und die Lautstärkeanhebung (Ausschlag von links nach rechts) bis +/-12dB an.

In der nächsten Abteilung, links neben der Dynamic-Section geht es um die Bearbeitung von Transienten. Je ein “Bitter/Sweet”-Modul steht pro Frequenzband bereit, sodass es beispielsweise möglich ist, die Transienten der Höhen zu betonen, während man sie bei Mitten und Bässen reduziert. Im “Sweet”- Bereich, in den man per Linksdrehung des Potis vorstößt, werden Transienten heruntergefahren, im “Bitter”-Bereich (rechts der 12-Uhr-Position) wird deren Amplitude angehoben.

Bitter/Sweet aktiviert man per Klick auf den kleinen Button rechts oben in der Abbildung. Im aktiven Zustand leuchtet hier eine blaue LED. Das Bitter/Sweet-Modul kann mit dem Button “Post” in der Signalkette hinter die Dynamik-Bearbeitung geschaltet werden. “GC” steht für Gain-Control. Ein Kick auf diesen Button bewirkt, dass die maximale Amplitude des Ausgangssignals der Bitter/Sweet-Section automatisch auf dem Level der Eingangslautstärke bleibt.

Mit “Period” definiert man die Zeitspanne des Signals, dass nach Erkennen von Transienten mit dem Modul bearbeitet wird. Will man lediglich die allerersten Impulse des Sounds betonen, sollte man hier zwischen dem Minimalwert von 3 ms und ca. 30-40 ms bleiben. Werte darüber (bis 450 ms) führen zu einer Anhebung/Absenkung der gesamten Attack- und Teilen der Sustainphase. Zusammen mit dem zweiten Regler “S. (= Sustain) Release” stellt Alchemist eine kleine Hüllkurve für das Transienten-Tool bereit. Doch die Ausstattung ist noch wesentlich luxuriöser: Der grüne Switch mit den Positionen M, C und S hat es in sich.

In der linken Position “M” wirkt sich die Transientenbearbeitung gleichmäßig auf alle Kanäle (sowohl im Stereo- als auch im Mehrkanalbetrieb (im Mehrkanalbetrieb ist dies der einzige Modus) aus. Die Positionen “C” und “S” stehen für Center und Side. Im Center-Modus wird lediglich das Mittelsignal beeinflusst, im Side-Betrieb nur die Seitensignale. In Kombination mit dem MS-Width-Regler (außerhalb der Bitter/Sweet-Abteilung), der ebenfalls pro Frequenzband separat zur Verfügung steht, kann man das Signal sehr schön im Stereo-Panorama auffächern. Wie immer bei Operationen am Stereofeld sollte man mit einem optionalen Analyser Phasenauslöschungen im Auge behalten. Diese können auftreten, wenn unterschiedliche Frequenzbänder ein voneinander abweichendes Stereopanorama erhalten.

Am unteren Rand des Alchemist-Interfaces findet sich eine Load/Save-Funktion für die beiden Kompletteinstellungen A und B, zwischen denen per Slider stufenlos überblendet werden kann. Hier speichert man eigene Presets in der User-Library ab.

3. Arbeit am Sound

Alchemist gibt es auf der Herstellerseite als Demo mit folgenden Einschränkungen: Lauffähig je 30min nach Öffnen, kein Abspeichern möglich. Das reicht, um einige grundlegende Einsatzmöglichkeiten auszuprobieren.

1. Beispiel

Wir nehmen uns einen Drum-Groove vor, dem wir mehr Klarheit und ein offeneres Panorama verleihen wollen. Wer mitmachen will, kann sich hier das File herunterladen. Der Loop stammt aus Steinbergs Groove Agent 3. Unbearbeitet klingt es so:

Soundmäßig klingt dieser Beat sehr weich und vintage-mäßig gemixt. Den Vintage-Sound wollen wir beibehalten und trotzdem etwas mehr Prägnanz und Offenheit in den Sound bringen. Alchemist ist hierfür hervorragend geeignet. Übertreibt man es mit den Eingriffen nicht, kann Schritt für Schritt der gewünschte Effekt erzielt werden, ohne dass darunter der Charakter des Originals leidet bzw. verfälscht wird. Wir laden also Alchemist und ändern zunächst die default-Einstellung mit drei Bändern zu vier durch Klick auf das Pluszeichen (s. Anleitung oben). Anschließend stellen wir die Übergänge zwischen den Frequenzbändern wie folgt ein:

Die drei Crossover liegen bei ca. 70, 650 und 5150 Herz. Als nächstes verlinken wir (per Rechtsklick im Kontextmenü) die vier Bänder und wählen folgende Grundeinstellung für die Dynamic Envelope:

  • Mode: Cl fast
  • Attack 10 ms
  • Hold 0 ms
  • Release-Mode advanced
  • Release ca. 100 ms
  • Release min. 10 ms
  • Dynamic Profile: Beat 1
  • Dynamic Velocity: 68 %

Und für den Kompressor:

  • Threshold ca. -8 dB
  • Ratio: 2

Alle anderen Einstellungen bleiben zunächst in der default-Position. Wir verlassen den Link-Modus (Reset all Links). Wenn wir uns über die Solo-Funktion die Bänder der Reihe nach durchhören, stellen wir fest:

  • Band 1 gibt eine rollende, lang ausklingende Bass-Drum wieder, die im Fundament-Bereich verbindet.
  • Band 2 sorgt vor allem für einen vintage-mäßigen, räumlichen Eindruck mit den höheren Frequenzen der Kick-Drum und den tieferen der Snare.
  • Band 3 ist geprägt vom Attack der Snare
  • Band 4 zeichnet erwartungsgemäß die Hi-Hat ab. Selbst hier ist aber noch ein etwas unpräziser Snare-Attack zu hören.

Wir stellen alle Solo- oder Bypass-Funktionen wieder aus und fangen mit Band 4 an:
Um der Hi-Hat etwas zu schärfen, kümmern wir uns zunächst um die Transienten und stellen Bitter/Sweet auf 60 %. Gain-Control (GC) schalten wir aus und wählen die Seiten-Betriebsart. Da wir nur die ersten Transienten erwischen wollen, stellen wir die Bitter/Sweet-Envelope auf: Period 15 ms, S.Release 10 ms.

Um das Soundpanorama lebendiger zu gestalten, stellen wir M/S Width auf 0,50.

Etwas rhythmischer klingt es, wenn wir im Expander-Bereich den Threshold auf -55 dB und die Ratio auf 4 stellen. Dadurch werden zwischen den Hi-Hat Schlägen kleine, kaum merkliche Lücken ins Klangbild gefräst.

Als nächstes nehmen wir uns die tiefen Frequenzen von Band 1 vor. Wir klicken also oben auf Band 1 (rot) und unten auf Comp. Um die Tiefen besser unter Kontrolle zu bekommen, stellen wir den Threshold des Kompressors auf -15, die Ratio erhöhen wir auf 3,00 und Hysteresis auf 50 %. Bitter/Sweet lassen wir ausgeschaltet, aber Angel´s Share stellen wir auf 70 %, um dynamische Attacks durchzulassen.

Als nächstes Kopieren wir diese Settings von Band 1 auf Band 2, indem wir das gelbe Band anklicken und anschließend per Rechtsklick im Kontext-Menü den entsprechenden Kopierbefehl wählen.

Für Band 2 erhöhen wir die Transienten ein wenig und stellen den Bitter/Sweet-Regler auf ca. 10 %, den Betriebsmodus auf M, S.Rls auf 40 ms.

MS-Width schalten wir ein und stellen den Regler auf 2. Die Bongos spielen nun nicht mehr in der Stereomitte, sondern ein Stück links und rechts davon.

Auch hier betonen wir die Rhythmik, indem wir im Expander-Modul den Threshold auf -30 dB und die Ratio auf 2 stellen.

Um den Sound etwas kräftiger zu machen, heben wir den Output um 2dB an.

Wir wechseln zum dritten Band per Klick auf die Wahlbuttons

Um die Attacks der Bongos und der Snare herauszuarbeiten, stellen wir Bitter/Sweet für das dritte Band auf 60 %, Betriebsmodus M. Der Beat gewinnt deutlich an Prägnanz.

Etwas räumlicher hört es sich an, wenn wir für dieses Band den Stereo-Width-Regler auf 0,5 stellen.

Wer keinen klassischen Kompressor-Effekt im Soundbild haben möchte, kann die Einstellungen für dieses Band so lassen. Mehr Druck entsteht, indem wir den Threshold des Kompressor-Moduls auf -20 dB, die Ratio auf 5 und Angel´s Share auf 50 % stellen. Die Transienten kommen jetzt immer noch durch.

Zu unserem Zwischenergebnis ein Audiodemo. So sollte es sich nun anhören:

Nun hätten wir gerne mehr rhythmische Färbungen im Sound. Der De-Expander ist ein recht spezielles Modul, das sich dafür bestens eignet. Mit ihm lassen sich die leiseren Passagen des Signals hervorheben.

Wir stellen im DExp-Modul Threshold auf -6, ratio auf 2, Angel´s Share auf 50 % und Range auf 4,0 dB. Der Effekt lässt sich mit den Parametern Angel´s Share und Range sehr schön kontrollieren, hier könnte man beispielsweise mit einer Automation ansetzen, um den Sound noch lebendiger zu gestalten.

Jetzt sollte es so klingen:

Abschließend gehen wir nochmals zurück zum Band 1, Modul DExpander und stellen hier Threshold auf -13, Ratio auf 7 und den Hold-Parameter der Dynamic Envelope auf ca. 34 ms. Jetzt rollt die Bass-Drum wieder ein wenig, allerdings kontrollierter und klarer als im Originalbeat.

2. Beispiel

Im zweiten Beispiel geht es vor allem um die Wirkungsweise des De-Kompressors. Auch hier ist unser Übungsmaterial wieder ein Drum-Groove. Das File können Sie hier herunterladen. Das File stammt aus Evolve Mutations 2 von Heavyocity. Und so hört sich der stark komprimierte Beat an:

Wir beschränken uns auf drei Frequenzbänder und stellen die Crossover-Frequenzen auf 200 und 2000 Hz.

Für die Grobeinstellung verlinken wir die Bänder: Rechtsklick auf ein Band -> Link all bands. Anschließend greifen wir uns ein beliebiges Band heraus und wählen unten den De-Kompressor zur Bearbeitung aus.

Der Beat liefert einiges an schnellen Impulsen, die wir betonen wollen. Deshalb stellen wir die Dynamik-Envelope folgendermaßen ein: Mode: Cl fast, Attack 20 ms, Hold 0 ms, Release-Mode: Advanced, Release 100 ms, Release Min. 1,45 ms, Dynamic Profile Beat1 , Dynamic Velocity 300 %.

Den Threshold stellen wir auf -20 dB, Ratio auf 2,5 und Hysteresis auf 75 %. Den Hysteresis-Threshold (der winzige Fader rechts neben dem Hysteresis Regler) stellen wir in etwa in die Mittelposition.

Die grünen Schwellenwerte in der Dynamik-Anzeige sollten nun so aussehen:

Anschließend heben wir die Verlinkung der Bänder auf.

Wir wechseln zu den hohen Frequenzen (grün), die wir noch etwas deutlicher hervorheben wollen. Dazu nehmen wir das Bitter/Sweet-Modul hinzu, stellen den Amount auf 40 %, den Betriebsmodus auf S (Bearbeitung des Seitensignals) und die Period auf 20 ms. Die automatische Gain-Anpassung schalten wir aus. Das Modul sieht nun folgendermaßen aus:

Auch die Mitten vertragen noch ein wenig mehr Kick. Wir wechseln zum gelben Band, nehmen auch hier Bitter/Sweet in Betrieb und stellen den Amount auf 25 %, den grün gepunkteten Slider auf C (= Center, Mittelsignal). Hier sieht Bitter/Seet nun folgendermaßen aus:

Zum Schluss räumen wir noch etwas im Bassbereich auf. Wir wechseln zum roten Band und unten auf das Expander-Modul. Dort stellen wir den Threshold auf 0 dB, die Ratio auf 7,25 und Hysteresis auf 50 %. Den Hysteresis-Fader schieben wir ungefähr ein Drittel seines Weges nach oben, so dass die grünen Balken wie unten abgebildet positioniert sind. Als letztes erhöhen wir das Output-Gain der Bässe um ca. 1,5 dB.

Der Beat klingt nun lebendiger, aggressiver, weiter vorne als im Original. So sollte sich das Ergebnis anhören:

Man kann aus dem Beat aber noch mehr machen, indem man im Hintergrund stehende Klanganteile als zusätzliche Raum bildende Kulisse einsetzt. Dazu wechseln wir zum grünen Band und schalten das Modul De-Expander ein. Den Threshold stellen wir auf -10 dB, die Ratio auf 6 und Angel´s Share auf 50 %.

In der Envelope setzen wir den Parameter “Hold” auf 80 ms.

Auch die Mitten nehmen wir uns noch einmal vor und setzen auch hier den De-Expander ein, allerdings etwas verhaltener:

Threshold auf -13 dB, Ratio auf 4 und Angel´s Share auf 25 %. Hold lassen wir bei 0 ms.

Unser Beat sollte sich nun folgendermaßen anhören:

4. Anhang: Definition grundlegender Begriffe als Hilfe für Einsteiger

Envelope oder Hüllkurve (Attack, Hold, Release)

Hier: Wirkungskurve der Dynamikbearbeitung mit den Abschnitten Attack (Startphase, Wirkung baut sich auf), Hold (Wirkungseinfluss verharrt auf dem Endwert der Startphase) und Release (Wirkung geht zurück zu Null).

Transienten

Erster Zeitabschnitt der Attackphase eines Klangs, wenige Millisekunden, starkes Impulsverhalten. Eine Betonung der Transienten lenkt die Aufmerksamkeit auf das betreffende Instrument und holt es nach vorne.

Kompressor, Threshold, Angel´s Share, Knee, Hysteresis

  • Ein Kompressor verringert die Dynamik eines Signals, indem dessen Lautstärke oberhalb eines Schwellenwertes (Threshold) in einem bestimmten Verhältnis reduziert wird. Dieses Verhältnis wird über die “Ratio” definiert: 1:1 bedeutet keine Kompression, 10:1 bedeutet, dass die Lautstärke des Signalanteil oberhalb des Thresholds auf 1/10 reduziert wird. Durch die Kompression wird das Signal insgesamt zunächst leiser. Hebt man hinter dem Kompressor die Lautstärke wieder an, wirkt der Sound massiver und druckvoller. Ohne zusätzliche Parameter, wie sie Alchemist bietet, verlieren die einzelnen Instrumente im Mix jedoch auch an Dynamik und Individualität.
  • “Angel´s Share” verhindert, dass charakteristische Dynamikspitzen in die Kompression mit einbezogen werden und ermöglicht es, den Sound trotz Zuwachs an Druck durch die Komprimierung offen zu halten.
  • “Knee” sorgt für einen weicheren Übergang zwischen dem unkomprimierten und dem komprimierten Bereich. Erhöht man den Knee-Wert, werden bereits Signale, die etwas unterhalb des Thresholds liegen, leicht komprimiert (mit geringerer Ratio).
  • Der Parameter “Hysteresis” bewirkt, dass der Kompressor in Abhängigkeit von der Dynamik innerhalb des Sounds arbeitet (anstelle der Wirkung in Abhängigkeit von einem absoluten Laustärkewert).

De-Kompressor

… stellt die Wirkung des Kompressors auf den Kopf: Oberhalb des Schwellenwertes wird die Amplitude erhöht. In Verbindung mit den Frequenzbändern besteht eine deutliche Verwandtschaft zu einem dynamischen Equalizer.

Expander

… dient der Absenkung leiser Passagen unterhalb eines Thresholds. Dadurch erweitert sich der Dynamikumfang des Signals.

De-Expander

… dient der Anhebung leiser Passagen unterhalb eines Thresholds. Eignet sich beispielsweise, um Raumanteile in den Release-Phasen von Samples hervorzuheben.

Holger Obst

Systemvorraussetzungen Mac OS X

  • Tiger oder Leopard

Schnittstellen

  • Audio Unit, RTAS, VST

Systemvoraussetzunen Windows

  • XP/XP 64, Vista/Vista64

Schnittstellen

  • VST, RTAS

Preis

  • 790 Euro

Hersteller

Vertrieb

Zu unserem Artikel

Hinweis

  • Bis einschließlich 14. Juni 2010 läuft eine Preisaktion von Flux:: mit 50 % Rabatt auf Epure II, Solera II und Alchemist

Autor: Holger Obst

Erste Studioerfahrung zu Zeiten von Atari und Steinberg Twenty-Four. Experimenteller Pop mit Ethno-Einflüssen. Veröffentlichungen bei Magnatune unter dem Namen The Headroom Project. Testautor seit 2006.

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7 Kommentare

  1. hallo,

    also ich verneige mich vor demjenigen der sich die arbeit gemacht hat dieses tutorial hier reinzustellen.
    das geht ja voll ins eingemachte, das mag ich!!!!
    wenn mann sich selbst durch das englische handbuch schlagen möchte, na dann gute nacht.
    ich habs schon probiert, nicht einfach!
    viele dinge erklären sich ja von selbst(wenn mann schon ne weile dabei ist)
    aber dieses dynamic-tool hat einige leckereien zu bieten, und diese erklären sich eben nicht von selbst…..

    da weiß ich ja was ich das wochenende mache!!

    vielen dank wirklich toll, auch die anderen test’s zu plugins etc…

    bitte weiter so!!!!

    gruß andreas

    • Hallo Andreas,

      das Tutorial habe ich hier reingestellt, aber Holger hat’s geschrieben – ihm gebührt dein Lob. ;-)

      Schönen Gruß aus dem sommerlichen Hamburg

      Jörn

  2. Hi Ericbazaar,

    danke für´s Lob. Stimmt, das englische Handbuch ist recht mühsam zu lesen. Daher auch der ausführliche Abschnitt zur Bedienung. Man kann mit Alchemist wirklich sehr gezielt arbeiten. Mit Angel´s Share, Hysteresis, Bitter/Sweet, De-Kompressor und De-Expander lohnt es sich zu experimentieren. Es ergeben sich jede Menge überraschende Kombinationsmöglichkeiten. Viel Spaß dabei.

    Holger

  3. Hallo Holger,

    Multibandcompression ist immer noch ein Mysterium für sich, mann findet nirgenswo im Netz richtige Erklärungen dafür. Jeder wendet es an aber keiner kennt sich aus damit(oder gibt nichts preis davon).
    Irgendwann bin ich dann mal auf den Trichter gekommen die Releasezeiten der einzelnen Bänder Tempoabhängig zum Song einzustellen und so ging das los.
    Ich hab extra Songs oder Projekte schlecht/falsch (Drums zu leise, hihats zu laut etc) gemischt, um später zu sehen was mann mit dieser Art Dynamik Tool so alles anstellen kann. Bin aber mit dem internen Plugin von Cubase 5 schnell an die Grenzen gestoßen. Flux find ich sehr interessant, aber der Preis ist doch für einen Normalsterblichen sehr hoch, wobei wenn mann das Plugin jeden Tag braucht und seine Brötchen damit verdient, sich der Preis relativiert.

    Ich danke für dieses Tutorial, ist eine schöne Hausaufgabe für das Wochenende:-)……

  4. So als Hobbytüftler stellt sich die Frage ob ich so ein gewaltiges Tool wirklich brauche. Aber Kompressoren kann mann nie genug haben und am 15. gibt’s ja Geld:-)……..

  5. Der Normalpreis für den Alchemist ist aus meiner Sicht angemessen – im Vergleich mit anderen Tools sogar günstig. Fragt sich natürlich, ob man das Tool auch entsprechend fordert und braucht. Greift man allein die Multi-Kompressorfunktion heraus und läßt den Rest brach liegen, rechnet sich die Investition sicher weniger. Beim Preis darf man nicht vergessen, dass der Alchemist neben allen Sonderausstattungen auch mehrkanal- bzw. surroundfähig ist.
    Ich hatte die Gelegenheit, ihn mit dem MD3 für die Powercore zu vergleichen, der in einer ähnlichen Preisklasse lag (oder liegt?), soundmäßig bestenfalls auf einer Höhe mit dem Alchemist, aber schon allein vom Funktionsumfang bei weitem nicht mithalten kann, ganz zu schweigen von Bugs im M/S-Betrieb, von denen ich aber nicht weiß, ob sie nur auf meinem System auftreten (Intel Mac OSX 10.5.7). Eine ebenfalls profimäßige Mastering Chain mit entsprechenden Waves-Plug-ins incl. Surround dürfte auch recht teuer werden.
    Im unteren bis mittleren Preissegment gibt es Ozone 4 von iZotope, ebenfalls mit einem ausgezeichneten Preis-Leistungsverhältnis. Der Sound kommt aber an die Neutralität und Originaltreue des Alchemist nicht heran.
    Ein etwas anderes Konzept fährt IK Multimedia mit dem TRacks 3-Deluxe-Bundle. Haben wir kürzlich getestet. Auch hier wird der Funktionsumfang des Alchemist nicht erreicht. Die Soundqualität ist jedoch auch sehr gut. Vor allem wenn man auf Vintage-Emulationen steht und die Plug-ins einzeln laden möchte ebenfalls interessant.

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