Test: Zynaptiq Unmix Drums
FAZIT
Unmix::Drums von Zynaptiq macht das, was es soll – und noch einiges mehr: Die Lautstärkeanpassung von Drums & Percussion in einem kompletten Mix gelingt sehr gut, auch bei komplexem Material. Die Zeiten mühsamen Experimentierens mit dynamischen Equalizern, steilflankigen EQs mit und ohne MS-Modus, um Drums im Nachhinein in den Griff zu bekommen, sind vorbei – und das ist ein großer Fortschritt.
Erst wenn man extreme Ansprüche stellt, etwa die Drums völlig herauslöschen will, wird es knifflig. Doch mit den fortgeschrittenen Parametern des Fine-Tune- und Curves-Menüs kommt man hier ein gutes Stück weiter.
Daneben lädt Unmix::Drums zum Klangdesign ein: Die Trasientenbearbeitung und Anpassung des Raumanteils wären nur zwei Beispiele aus einem breiten Experimentierfeld. Schließlich darf man, wenn man für Neues aufgeschlossen ist, Unmix::Drums auch auf andere Instrumente loslassen, bei denen die Einschwingphase stark betont ist, etwa Gitarren.
Die Automationsfähigkeit und Parameterkontrolle über externe Spielhilfen machen auch eine lebendige Echtzeit-Performance möglich. Für Live-Anwendungen benötigt man allerdings mehrere ausgewachsene CPUs, will man neben Unmix::Drums rechenintensive andere Effekte oder Instrumente einsetzen. Ein Arbeiten mit niedrigen Latenzen, die erforderlich sind, um ohne spürbare Zeitverzögerung einzuspielen, ist mit diesem Plug-in kaum möglich.
Unterm Strick birgt Unmix::Drums ein hohes Kreativpotenzial und erledigt den proklamierten Standard, nämlich die Lautstärkeanpassung von Drums im Mix, ganz nebenbei mit Bravour. Der Preis ist sicher nicht zu hoch gegriffen.
Testautor: Holger Obst

Plus:
Innovatives Werkzeug, eigenständige Effekte
hohe Audioqualität
detaillierte Eingriffsmöglichkeiten
relativ leicht erlernbar
Minus:
Hohe CPU-Leistungseinforderung
kein VST3 Format
Preis: 199.- EUR
Hinweis:
Auf unsere übliche Balkengrafik mit prozentualer Bewertung haben wir in diesem Fall verzichtet: Es fehlt es an Vergleichskandidaten, um die Positionierung im Markt mitsamt Preisgestaltung zu bewerten. Auch die hohe CPU-Last würde als deutlicher Minus-Punkt die Balkengrafik trüben und dem Konzept damit nicht gerecht werden. Schnellleser könnten im Vorbeifliegen den Eindruck erhalten, dass unser Testkandidat unterm Strick dann doch nichts Besonderes wäre – und das wäre ein Fehlschluss, denn Unmix::Drums gehört zu den interessantesten und leistungsstärksten Neuerscheinungen unserer Zeit.
System:
Mac/PC
AU, AAX, RTAS, VST2
32 und 64 Bit
Hersteller: Zynaptiq
Weitere Details zu den Systemanforderungen erhalten Sie auf der Herstellerseite.
