Test: D16 Group Redoptor
Zu den technischen Details:
Redoptor ist bedientechnisch weitgehend selbsterklärend. Browser und Preset-Management haben wir uns schon angesehen.
Das eingehende Signal gelangt als erstes zum Preamp. Dieser bietet eine Verstärkung von 0 dB bis zu satten 100 dB. Er ist dafür verantwortlich, wie hart die virtuelle Röhre angesteuert wird, mit ihm kontrolliert man den Grad der Sättigung oder Verzerrung. Es sind sowohl minimale Färbungen möglich, die sich dezent auf Transienten auswirken, als auch derbe Verzerrungen.

Mit Low Cut (bis 300 Hertz) bekommt man zu energiereiche tiefe Frequenzen in den Griff und konzentriert quasi den Sättigungseffekt auf die Mitten und Höhen.
Das High Cut Filter reicht von 8 kHz bis zu 1,5 kHz und eignet sich dafür, warme Röhrensounds zu erzeugen.
Tone bietet eine Mischung zwischen dem reinen Tube-Signal und dem Filtersignal.

Brightness steuert die Anzahl der harmonischen Obertöne, die durch die virtuelle Röhre erzeugt werden. Der Regler blendet zwischen einer sanften Röhenverzerrung und einem eher harschen Dioden-Clipping über.
Der Bias Regler steuert ungerade Obertöne bei. Eigentlich sollte er sich deutlich bemerkbar machen, ich konnte jedoch allenfalls einen subtilen Effekt erkennen. Hier bewege ich Bias vom Minimum zum Maximum und wieder zurück:
Ich kann beim besten Willen keine relevante Klangveränderung feststellen (übrigens auch zuvor mit anderem Audiomaterial und anderen Parameterkonfigurationen nicht).
Eine Nachfrage beim Hersteller ergab, dass Bias nur subtile Änderungen bewirkt und einen hohen Eingangspegel benötigt, damit diese hörbar werden.
Der Vierband-Parametric-EQ gibt kaum Rätsel auf:

Mit ihm kann der Klang final stark verfremdet werden und in alle möglichen Lo-Fi- oder auch detailreichen, höhenbetonte Effektklänge transformiert werden. Mit einer Absenkung oder Abschwächung um bis zu 24 dB reicht es allerdings auch bei maximaler Flankensteilheit nicht für eine Selbstoszillation mit Eigenresonanzen.
Der Equalizer bringt keine besonders hervortretende eigene Klangfarbe mit, zumindest konnte ich diese nicht ausmachen. Die grundlegende Klangstruktur erschafft man über die vorangehende Preamp-Röhren-Filter-Kombination.
So sieht der Signalfluss insgesamt aus:

Inhalt:
Überblick
Zusammenfassung
Presets
Zu den technischen Details
Redoptor für den Master-Kanal – ein Versuch
Weiterführendes
Fazit
