Test: Ueberschall Glitch Art
Bearbeitungsmöglichkeiten
Die Elastik-Engine bietet eine ganze Reihe von Möglichkeiten, die Loops zu bearbeiten. Eine ausführliche Beschreibung mit Tutorialcharakter finden Sie in unserem Test zum Ueberschall Upright Bass.
Zunächst kann man den Loop in temposynchrone Abschnitte zerlegen, indem man ein Raster vorgibt, z.B. Achtel, und Start und Endpunkt verschiebt.
Ich beginne mit dem bekannten Vocal-Loop aus „Sealed“ und ziehe ihn vom Browser auf eine Taste des virtuellen Keyboards. Mit gehaltener Alt-Taste kann man den Loop nun auf weitere Tasten ziehen und damit Kopien erzeugen. Bei jeder Kopie schneide ich mir ein anderes Scheibchen aus dem Loop:

In der Regel gelingen solche Schnitte knackfrei. Feinarbeiten erledigt man, indem man das Raster ausschaltet:

Für das nächste Audiodemo habe ich den Schnipsel „Oh my boy“ aus dem Gesang herausgeschnitten und einige Kopien auch transponiert.
Man kann in einem Fenster zugleich die Tonhöhe und die Formanten transponieren.

Mit entsprechender Formantenanpassung lassen sich nicht nur andere Klangcharaktere bei Vocals erzeugen, sondern auch Transponierungen über +/- 3 Halbtonschritte hinaus noch so gestalten, dass sie natürlich klingen.
Ein temposynchrones Effekt-Timestretching/Resampling ohne oder mit Tonhöhenveränderung nimmt man im Time-Menü vor:

Loops oder Ausschnitte daraus lassen sich extrem stauchen oder dehnen und zugleich über den Parameter „Faktor“ transponieren, wobei an dieser Stelle ganz bewusst starke Verfremdungen produziert werden sollen. Time ist also eher ein Menü für Spezialeffekte und Klangdesign.
Daran anschließen können Bearbeitungen mit dem bei Bedarf kräftig zupackenden, resonanzfähigen Multimode-Filter (Low-, Mid-, High-Pass und Notch) mit bis zu 72 dB Flankensteilheit …

… einer Hüllkurve für den Amplitudenverlauf …

sowie die Panoramaposition:

Um das Transformationspotenzial zu verdeutlichen, hier ein Single-Sound (solche sind reichlich in Glitch Art vorhanden) mit vier Variationen:
