Test: Waves Infected Mushroom Pusher
Erste Eindrücke
Die Oberfläche des Pushers, den es als Mono- und Stereo-Komponente in allen gängigen Plug-in Formaten (auch VST3) für Mac und PC gibt, sieht einigermaßen aufgeräumt und erfrischend bunt aus:

Größe und Beschriftung sind angenehm dimensioniert, sodass auch die angehenden Senioren unter uns, die Leute mit Lesebrille, keine Lupe brauchen. (Waves zeigte in der Vergangenheit ja gelegentlich den Hang zur Miniaturisierung.)
Zentral entfaltet der ominöse Pilz seine Magie, drum herum gruppieren sich weitere Regler, zur bearbeitung des ASttacks, zum Anheben hoher und tiefer Frequenzen, zur Stereo-Verbeiterung. Der Enhancer für die tiefen Signale (der Low-Regler) ist über ein Aufklappmenü stimmbar.
Hinter Push verbirgt sich der Begrenzer, der Loudness-Effekt, der zwischen Limiting und Clipper-Betrieb umschaltbar ist. Der IMPusher leistet, wie wir noch hören werden, einen erstaunlichen Beitrag zum Loudness-War. man kann es mit ihm ordentlich knallen lassen, erfreulicherweise ohne damit den Mix total platt zu bügeln. Im Clipping-Modus kommt es bei höheren Werten zu einem Sättigungseffekt, der, wenn man es übertreibt, auch eine Art Lo-Fi-Charakteristik mit sich bringen kann.
Body? Was ist Body? Ein Resonator, ein Physical-Modeling-Effect? Nein, hier geht es um eine Gewichtung der unteren Mitten. Der Low-Mid-Enhancer macht den Sound tatsächlich körperhafter, vorausgesetzt die Klangquelle hat in diesem Frequenzbereich etwas zu bieten (Eine Hi-Hat wird also nicht zum Blecheimer, ein Bass kann hingegen anfangen zu knurren, wenn man ihn mit Body impft und am Ende den Clipper einsetzt).
Wir kommen zum Pilz: Magic ist ein Exciter. Hiermit belebt man die Obertonstruktur und schafft einen frischeren, transparenteren Klang. Der Exciter-Effekt kann subtil bis deutlich hörbar eingestellt werden. Extreme Übertreibungen, die bei anderen Excitern die Gefahr der Gewöhnung und Verschlimmbesserung durch einen immer stärkeren Gebrauch dieses Effekts bewirken, sind beim IMPusher nicht möglich. Focus und Dynamic Punch (zu beiden Seiten des Magic-Reglers) bewirken eine Betonung bestimmter Transienten. Damit wird das Signal präziser im Attack und nach vorne gerückt. Ein gutes Mittel, um schlappe Drums aufzumöbeln.
Die Pegelanpassung per Input-Regler nimmt man so vor, dass die zentral im Regler platzierte LED gelb bis orange leuchtet. Der Effekt braucht eine gewisse Eingangslautstärke, um zu greifen.
