Test: Rigid Audio Synferno

Erste Klangeindrücke

Ich starte gleich mit dem ersten Sound “8EightZone“, den ich hier exemplarisch etwas detaillierter erkläre. Er besteht aus

  • einem knackig-puristischen Analogbass,
  • einem Orgelsound mit Geräuscheinlagen,
  • einem Mix aus Noise und Synthie-Sequenz
  • sowie einer rhythmischen Abfolge von Klangfragmenten.

Womit wir die eingangs erwähnten vier Layer hätten. Damit man sich zurechtfindet, sind diese Layer durch unterschiedlich eingefärbte Tasten der virtuellen Klaviatur gekennzeichnet.

Bei den ersten drei Sounds handelt es sich um Loops, beim vierten Sound fällt mir auf, dass hier zwischen verschiedenen Layern in rascher Folge gewechselt wird: Der Namenseintrag im betreffenden Slot springt fortlaufend um. Dafür sorgt der interne Sequencer, zu dem wir später noch kommen werden.

Bei den Loops handelt es sich jeweils um ein Sample, das über den spielbaren Bereich unter Beibehalt der Originallänge (damit es temposynchron bleibt) transponiert wurde. Die Lautstärke hängt von der Anschlagsdynamik ab.

So klingt der Bassloop:

 

Der Orgelsound …

 

… bietet bereits einen Akkordwechsel, ist also nicht dafür geeignet, mehrstimmig oder als Melodie gespielt zu werden.

Layer 3:

 

Layer 4, die Sequenz …

 

… erweist sich im Gegensatz zum eher puristischen Bass und den leiseren Layern 2 und 3 als dominant und mächtig.

Nun kann man die Lautstärke der Layer nicht nur über die Anschlagsdynamik, sondern auch über großzügig dimensionierte Fader einstellen, automatisieren oder via Rechtsklick und MIDI-Lerndialog über externe Controller steuern.

Synferno_Bild6

Ohne diese Möglichkeiten hier schon auszuschöpfen, ergeben in der Tat alle vier Layer einen stimmigen, geschmackvollen Klang, wenn man sie einfach parallel mit den Werksvoreinstellungen abspielt:

 

Wir halten fest: Synferno ist primär darauf ausgerichtet, fertige Loops abzufeuern, zu mischen und durch abwechselndes Übereinanderschichten der Layer dichte, klanglich beeindruckende Arrangements zu erstellen – ohne das Bemühen von Fingerfertigkeit oder ein aufwändiges eigenes Klangdesign. Also eine Soundmaschine für rasches Komponieren cineastisch wirkungsvoller Musik. So zumindest der erste Eindruck.

Wir werden später noch sehen, dass Synferno noch erheblich mehr drauf hat, zunächst jedoch noch ein paar weitere Klangeindrücke.

Preset No. 3 „Abflug“; erst die melodischen Layer, dann zusätzlich der Groove (Layer 4):

 

Der Groove ist mir persönlich etwas zu abgehackt und auch zu höhenreich. Aber das lässt sich ja schnell ändern, indem man in den Groove-Layer einfach einen anderen Sound lädt.

 

Weitere Presets:

Arplindrom:

 

Focus Point:

 

Inflection:

 

Watercycles:

 

Diese kleine Auswahl zeigt schon, dass Synferno frische, moderne Klänge mit fertigem Klangdesign liefert. Teilweise ist der Sound eher weich, in den Höhen seidig, jedoch nicht transientenreich. Die einzelnen Layer bieten dabei eine Vielzahl klanglicher Details und Abwechslungsreichtum, wobei die Abmischung jedoch eher kohärent, rund, gefällig und nicht aufdringlich rüberkommt. Die Details springen also nicht direkt ins Auge (oder beißen ins Ohr).

Solche Sounds dürften vor allem für die Hintergrund- und Filmmusik passen. Zum anderen trifft man auf Zusammenstellungen, die knackiger, dance-orientierter wirken, vor allem dann, wenn der Sequencer mitwirkt.

Insgesamt beweisen die Entwickler einen beachtlichen Ideenreichtum und ein gehöriges Maß an Experimentierfreudigkeit.

Damit haben sie bereits ein Großteil der musikalischen Arbeit erledigt.

Wir kommen zu den Optionen für eine eigene Klanggestaltung: