Anwendungsbeispiel: Patcha Mama – Teil 2

Als nächstes möchte ich etwas mit dem Beat am Anfang des Stückes experimentieren. Von Takt 1 bis 8 tut sich ja nicht wirklich viel. Vielleicht kann man die Poppy Pluckers von Omnisphere noch etwas interessanter gestalten.

Dazu nehme ich den Transientenshaper/Hüllkurvenverfolger Envolution von Sonnox, bei dem ich die Attack- und Sustainparameter automatisiere. Dabei bleibt es nicht nur bei einer Gestaltung des Intros, die Automation schreibe ich über den gesamten Song fort und nehme die Poppy Pluckers im Sustain etwas zurück, wenn dominante Gesangspassagen einsetzen. Man wird das im kompletten Mix später kaum bewusst wahrnehmen. Solche subtilen Klangveränderungen machen aber das Salz in der Suppe aus und führen dazu, dass das Stück lebendiger wirkt und die Aufmerksamkeit eingefangen wird.

PatchaMama_Bild36

Kurz vor dem Einsetzen des Gesangs, also bei Takt 8, betätige ich zudem den Schalter „Difference“, wodurch – quasi als Special Effect nur das Differenzsignal hörbar wird (Difference ist eigentlich für die Kontrolle der Einstellungen gedacht).

So hörte sich das Intro ohne Envolution an:

 

Und jetzt mit dem Effekt:

 

Die indische Percussion könnte auch noch etwas Abwechslung gebrauchen. Ich nehme hierfür die Shuffling Stereo Delays und das Stereo-Echo aus dem GMT Tools Classic Bundle.

PatchaMama_Bild37

Beides sind sehr mächtige Werkzeuge. Da ich sie beide nur gering dosiert einsetzen und den Mix-Anteil automatisieren will, packe ich sie in einen Send-Effektweg. Beim Shuffling Delay, welches nicht temposynchron arbeitet, animiere ich die Parameter Fragment (Länge des Audioschnipsels, der wiederholt wird) und die Echozeit über den Punkt im Fadenkreuz, zusätzlich den Feedback-Parameter und die Tonhöhenveränderung. Bei Übergängen und Gesangspausen verkürze ich die Echozeit und die Fragmentgröße, wodurch aus den chaotischen Delays Grainwolken entstehen. Beim darauf folgenden Delay animiere ich, ebenfalls wieder über den Anfasser, die Verzögerungszeit des temposynchronen ersten und zweiten Delays.

Damit die daraus entstehenden Echomuster nicht zu sehr in den Vordergrund geraten und eher nervös als geheimnisvoll wirken, füge ich in den Effektweg in den dritten Slot wiederum Tverb ein, hier mit relativ langer Ausklingphase und etwas reduziertem Anteil des Frontmikros. Schließlich reguliere ich den Effektanteil am gesamten Mix noch über eine Animation des Kanalfaders.

PatchaMama_Bild38
Das Intro hört sich nun folgendermaßen an: