Anwendungsbeispiel: Patcha Mama – Teil 1

Ich exportiere nun alle Spuren, um im nächsten Schritt die Instrumente aus dem virtuellen Rack entfernen zu können. Soweit bereits Tverb-Instanzen zum Einsatz kommen, schalte ich diese vor dem Export aus und füge sie später den importierten Audioclips wieder hinzu. Innerhalb des Cubase-Mixers kann man Insert-Effekte einfach von einem Kanal in einen anderen ziehen (per Alt-Taste auch kopieren). Der Hallanteil bei den verschiedenen Tracks ist eine zu entscheidende Angelegenheit für den späteren Mix, als dass ich mich hier schon festlegen will. Nur bei den Toms

Vor dem Mix generiere ich aus den Vocals noch eine weitere Effektspur. Dafür verwende ich GRM Tools Evolution und animiere den Positionszeiger im Spektraldisplay. Das hört sich dann so an (Ausschnitt):

 

Hier zusammen mit den Originalvocals, also dem Quellsignal für den Effekt:

 

Mit dabei sind auch die schrägen Chöre, für die Eventides Octavox verantwortlich ist. Mittels Automation des Send-Pegels dosiere ich diese Chöre etwas. Wenn sie das gesamte Stück über durchlaufen, wird es doch etwas zu viel des Guten. Besonders bei den leisen, gefühlvollen Gesangpassagen passt der Effekt nicht.

PatchaMama_Bild28

Abgesehen von den drei Effektspuren Taubenflug 1 & 2, Era 2 Textur/Pad (die nicht mehr in den Bildausschnitt meines Monitors gepasst haben), sieht das Arrangement so aus:

PatchaMama_Bild29

Und ohne Abmischung hört es sich so an:

 

Der Spannungsbogen mit den Loch in der Mitte und dem abgesägten Ende ist zweifellos etwas eigenwillig, aber den Gesamtsound finde ich nicht schlecht – das liegt daran, dass die heutigen Klangerzeuger, seien es Sample-Libraries oder virtuell-analoge Instrumente, ebenso die Effekte, sich in puncto Audioqualität durchgängig auf hohem Niveau bewegen. Man muss sich eigentlich nur Sounds aussuchen, die zueinander passen und nicht gegeneinander arbeiten, sprich: sich im Frequenzspektrum nicht den Platz streitig machen.

Im zweiten Teil geht es dann um die Arbeit am Sound, Korrekturen am Arrangement und einen ersten Mastering-Versuch.

So long & Danke für Ihr Interesse,

Holger Obst.

 

HIER geht es zum zweiten Teil.