Anwendungsbeispiel: Patcha Mama – Teil 1
Nachdem das Arrangement im Groben steht, wandele ich die MIDI-Tracks in Audio um. Zwischendurch habe ich das Projekt immer wieder mit fortlaufenden Versionsnummern abgespeichert. So kann ich später falls nötig auf Spuren und Instrumente zurückgreifen, die ich inzwischen gelöscht habe.
Nicht mehr aktive Instrumente und MIDI-Spuren lösche ich, um das Cubase-Projekt so schlank wie möglich zu halten. Dadurch wird das Projekt schneller geladen, es gibt weniger Gefahrenpotenzial für Abstürze, die CPU-Last ist geringer und es bleibt übersichtlicher.
Als nächstes geht es daran, den Gesang breiter anzulegen. Die einzelne Solo-Stimme ist, so schön sie auch klingt, ist etwas wenig.
Mit Trax von Flux/IRCAM Tools generiere ich einen Counter-Tenor. Dieser gelingt allerdings nicht ganz artefaktfrei, soll aber sowieso nur sehr leise beigemischt werden. Hier ein Ausschnitt:
Mit Melodyne erzeuge ich eine dritte Stimme:
Mein Nord Electro steuert einen schönen Aaah-Chor bei:
Schließlich animiere ich die zusätzlichen Stimmen über Lautstärkekurven. Sie sollen sich ablösen und Abwechslung ins Spiel bringen.
Das Intro – ohne Instrumente – hört sich nun so an:
Nun hätte ich gerne noch eine Frauenstimme, die die Verse mit singt. Es ist nachts um drei, und meine Sängerin, die 30 km entfernt wohnt, kann ich jetzt wirklich nicht aus dem Bett klingeln.
The Ladies von Realivox …

… beherrschen zwar kein Quetchua oder einen indigenen spanischen Dialekt, doch ein paar Silben, die so ähnlich klingen wie „Patcha Mama“ kann ich ohne große Probleme zusammenstellen.

Hier gelingt es weniger gut: Die Ladies sollen diese Verse nachsingen …
… bringen aber nur das hier zustande:
Bei voller Instrumentierung fallen diese Abweichungen aber kaum auf. Anstatt dessen gelingt der sanfte klangliche Effekt im Hintergrund, den die weiblichen Stimmen mitbringen.
Weil sie so eine hübsche Stimme haben, schenke ich den Ladies sogar einen kurzen Solo-Part:
