News: Cableguys HalfTime – Slow-Down-Effekt für 10.- EUR

HalfTime ist ein Spezialeffekt für Club & Dance-Genres, kann aber als Tempo-Reduzierer und Pitch-Down-Effekt für Klangexperimente aller Art eingesetzt werden – es müssen nicht unbedingt Beats & Grooves sein.

Recording und Studiotechnik

Der Verlangsamungseffekt kann über bis zu 16 Takte hochgefahren und über ebenso viele wieder heruntergefahren werden. Damit sind auch sanfte, weiche Übergänge möglich. Die Verlangsamung kann um die Faktoren 1,5, 2 und 4 stattfinden und auch ohne Fade-in/out sofort aktiv werden.

Da die Verlangsamung auch eine Tonhöhenveränderung (um bis zu minus vier Oktaven) bewirkt, eignet sich der Faktor 1,5 für die Erzeugung von Quinten bei tonalem Material und für Triolen bei Beats. Mit dem Faktor 2 generiert man beispielsweise Sub-Bässe. Grundsätzlich kann man HalfTime für allerlei Experimente einsetzen: In den oberen Lagen spielende, zarte Streicher werden so zu fragilen, archaisch klingenden Raspel-Kontrabässen, die wie aus der Urzeit der Sampler klingen (bei Faktor 4).

Zudem ist ein Looper eingebaut mit dem Abschnitte eines Grooves wiederholt werden.

Will man das Originaltempo bei Beats beibehalten, wählt man kurze Loops. Dann werden entsprechen kurze Abschnitte verlangsamt abgespielt, ohne dass sich das Tempo ändert. Wählt man lange Loops, so entstehen klassische Slow-Down-Effekte mit entsprechend transponiertem Klang. In Kombination mit Fade-in sind auch Vinyl-Stop-Effekte möglich. Tempowechsel und Brüche im Groove erzeugt man, indem man zwischen den verschiedenen Loop-Tastern umschaltet und das als Automation aufzeichnet.

Der Smooth-Regler hilft, die Transienten zu bewahren bzw. – in entgegengesetzter Position – Artefakte wie Klicken oder plötzliche Impulse zu vermeiden.

Über den Slider „Band“ kann man den Frequenzgang begrenzen, über das Kopfhörersymbol diese Begrenzung auf Solo schalten. Es ist also möglich, HalfTime beispielsweise nur auf die tiefen und mittleren Frequenzen wirken zu lassen. Bei einem Beat werden dann Bassdrum und Snare verlangsamt, während die Hi-Hat weiter im Originaltempo spielt. Auch dieser Regler ist automatisierbar, was weitere Spielräume eröffnet. Schließlich hat man noch die Möglichkeit, das Original beizumischen.

Der Effekt wird über den großen Taster in der Mitte per Automation aktiviert und deaktiviert. MIDI-Learn ist nicht implementiert.

HalfTime ist im Prinzip eine Auskopplung aus Cableguys TimeShaper (Bestandteil der ShaperBox), hier allerdings auf die oben genannten Anwendungen genau zugeschnitten, sehr einfach zu bedienen und zum Preis einer Spende erhältlich. 10.- EUR sind nicht viel, dennoch kann man HalfTime vor demKauf per Demo-Version testen, wenn man ganz sicher gehen will.

Holger Obst

Noch ein Hinweis: HalfTime wird über ein License-File aktiviert, das man beim ersten Start des Plug-ins anwählt. Auf meinem Testsystem (Win 8.1, Cubase 9 Pro) war es nötig, Cubase danach zu beenden und neu zu starten. Normalerweise reicht bei solchen Autorisierungen ein erneutes Laden des Plug-ins. Hier nicht, weshalb ich eine Weile verzweifelt versuchte, einen Effekt herauszuhören und schon dachte, dass HalfTime komplett buggy ist – ist es also nicht, sondern läuft im Gegenteil absolut stabil.

 

Ergänzung mit Audiodemos

Eigentlich sollte das hier nur eine kurze Vorstellung des neuen Cableguys Plug-ins werden, doch ich sitze hier gerade am Test zu Cubase 9.5, habe spaßeshalber Halftime als Effekt geladen und bin derart angetan, dass ich  noch ein paar Audiodemos und eine kleine Ergänzung zu den Funktionsbeschreibungen hinzufügen will.

Die Vorlage liefert ein Loop aus LoopMesh, einem Cubase-internen Groove-Instrument:

 

Als Effekt zur Verfremdung habe ich Unfiltered Audio Fault eingebaut. Dadurch entstehen ein paar Frequenz-Glitches und mehr Details.

 

Allerdings verliert der Sound auch etwas an Kraft, klingt nun nicht mehr so direkt und kernig.

Halftime räumt im Loop-Modus (½ Takt) plus Transponierung auf Stufe 2 gehörig auf. Nun wirkt der Sound wieder kräftiger:

 

Will man ein wenig mehr vom Original hören, so geht das auf drei Wegen:

  1. über den Mix-Regler,
  2. über den Frequenzband-Slider, mit dem man Teile des Spektrums aus der Bearbeitung herausnimmt
  3. und über Smooth (in Millisekuden bis 500). Hier wird der Effekt leicht eingeblendet. Es gibt die Modi Percussion und FX (Linksdrehung) und Sustain und Swell (Rechtsdrehung). Im Loop-Modus startet Smooth immer nach Durchlauf eines Loops, dessen Notenwert die Zeitspanne bis zur nächsten Einblendung vorgibt.

Zu Lösung 1: Mix-Regler auf 50%:

 

Zu Lösung 2: Slider bei 750 Hz: Die tiefen Frequenzen und die unteren Mitten bleiben unangetastet:

 

Zu Lösung 3: Mit Smooth (Swell 500 ms):

 

Loop 1/8, Smooth bei 7,5 ms (percussive).

 

Nun setze ich den Mode auf 4-fach (Resamplung mit vierfacher Zeitdehnung), Loop 1/8:

 

Das Selbe mit Loop 1 Bar, Smooth FX mit 500 ms. Im Verlauf habe ich den Frequenz-Slider langsam nach links bewegt und das Orignal, beginnend mit den Höhen, eingeblendet.

 

 

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