Test: Native Instruments Symphony Series String Ensemble

Fazit

Die Symphonie Series String Ensemble stellt ein beeindruckendes, 60-köpfiges Streicherorchester dar, welches den Platzhirschen der Branche auf Augenhöhe begegnet, frische Klänge für die Filmmusik bietet und in puncto intuitiver Bedienbarkeit Maßstäbe setzt. Diese Library ist nicht nur eine Empfehlung für Filmmusikkomponisten, sondern für alle, die mit klassischen Streichern arbeiten möchten.

Nach den symphonischen Bläsern von Soundiron und NI ist also auch die zweite Etappe der Symphonie Series mit dem Partner Audiobro rundum gelungen und zeugt von hoher Professionalität und beeindruckender Perfektion.

Überall dort, wo schnell einsetzbare, leicht zu bedienende Streicher gefragt sind, die beinahe produktionsfertig vorliegen und nicht zwingend aufwändig konfiguriert werden müssen, wird man dieses Werk zu schätzen wissen. Das Symphony Series String Ensemble liefert facettenreiche Streicher in erlesener Qualität: Erfolgserlebnisse und Hörgenuss stellen sich praktisch von der ersten Sekunde an ein.

Die Kombination von Artikulationen ist ein Kinderspiel. Legati gelingen überzeugend und natürlich, die Dynamiksteuerung ist fließend und deckt einen weiten Bereich ab. Dramaturgische Spannungsverläufe sind per Modulationsrad im Nu eingespielt und können über weitere Parameter wie etwa Expression, Slam und Brightness verfeinert werden.

Bis zu vier Dynamik-Layer kommen zum Einsatz, heißt es auf der Produktseite. Das bedeutet, dass einige Instrumente mit weniger auskommen – vom Höreindruck her hätte ich das nicht vermutet und eher auf durchgängig sechs bis acht Layer getippt, denn die Streicher geben sich ausgesprochen lebendig.

Die Auswahl an Artikulationen ist vielseitig und geht über die üblichen Standards hinaus. Zudem sind viele Spielweisen mit Sonderfunktionen ausgestattet; kurze Artikulationen verfügen beispielsweise über temposynchrone Repetitionen mit Round Robins und verschiedenen Mustern der Akzentuierung, lange Artikulationen über ein dosierbares Vibrato (Sustain) oder eine fließend steuerbare Länge des Ausklingens (Harmonics). Das einzige, was nicht dabei ist, ist eine Special-Effects-Sammlung mit Bogengeklapper, Klopfer auf den Korpus oder ein paar gespenstischen, schrägen Bogenstrichen. Doch diese Library bereitet so viel Spielfreude, dass man diese weit verbreiteten Add Ons hier nicht wirklich vermisst.

Zum Realismus trägt auch das perfekt funktionierende Auto-Divisi bei, welches bei den Violinen sogar Wechsel bis zu Vierklängen umsetzt: Ganz wie im richtigen Leben teilen sich die Spieler auf entsprechend große Sektionen auf, wenn man von der monofonen Spielweise (30 Spieler) über Zwei- und Dreiklänge bis zum Vierklang (8+8+7+7) wechselt. Erfreulicherweise funktioniert das Auto-Divisi mit allen Artikulationen – selbst mit Runs, die wiederum in Dur oder Moll und temposynchron ablaufen.

Die Klangfülle und die räumliche Präsenz kann man über die alternativen kleineren Sektionen der jeweiligen Instrumente, die vier Mikrofonpositionen und den zusätzlichen Faltungshall, der neben natürlichen Lokalitäten verschiedener Art auch Effektklänge zulässt, in einem weiten Bereich bestimmen.

Setzt man Kontrabässe, Celli, Bratschen und Violinen als separate Instrumente ein, so kann man praktischerweise die Mikrofon-Positionseinstellungen des Mixer-Menüs von einem Instrument auf das andere übertragen.

Gemessen am Leistungsumfang und der exzellenten Klangqualität ist der Preis von 499.- EUR angemessen. Besitzer von Komplete 2 bis 10 oder Komplete Ultimate 8 bis 10 können das Produkt zu einem vergünstigten Preis von 299.- EUR erwerben.

Testautor: Holger Obst

Top Product Award

Plus

  • exzellente Audioqualität
  • umfangreiche Ausstattung mit Spielweisen
  • fließende Dynamiksteuerung, nahtlos über bis zu vier Dynamik-Layer; große Dynamikspanne
  • Auto-Divisi für alle Artikulationen
  • natürlich klingendes Legato
  • 60 köpfiges Streicher-Ensemble, aufteilbar in kleinere Sektionen
  • drei Mikrofonpositionen + fertiger Stereo-Mix
  • einfache, übersichtliche Bedienung
  • produktionsfertiger Klang
  • dynamisches Laden von Samples: Nur aktive Mikrofonpositionen und Spielweisen werden geladen

Minus

Preis

499.- EUR (Crossgrade 299.- EUR) – Stand Mai 2016

Systemvoraussetzungen

  • Kontakt Player 5, Kontakt 5 Vollversion
  • Mac/PC
  • AAX, RTAS, AU, VST, Standalone
  • 32 und 64 Bit (64 Bit aufgrund des RAM-Bedarfs dringend anzuraten)

Hersteller: Native Instruments (in Kooperation mit Audiobro)