Test: Native Instruments Symphony Series String Ensemble

Kontrabässe

Werfen wir zunächst einen Blick auf die Legato-Artikulation der Kontrabässe: Hier kommen bei gebundenem Spiel abhängig von der Anschlagsdynamik echte Legato-Samples oder ein Portamento zum Einsatz. Die Geschwindigkeit der Notenübergänge kann per Regler bestimmt und auch variiert werden (Automation, externer Controller). Solange Auto-Divisi ausgeschaltet ist, spielen die Bässe monofon:

 

Bei lange gehaltenen Noten wird ein Strichwechsel der Bogenführung durchlaufen. Den Zeitpunkt des Strichwechsels kann man allerdings nicht beeinflussen.

Ungeachtet dessen klingen diese Bässe voll, detailreich und präsent. Für das letzte Audiodemo habe ich übrigens die bereits zuvor verwendete Raummikrofonierung verwendet (via Transfer-Funktion, s.o.).

Wer es etwas dezenter haben möchte, schaltet unter Settings auf die halbe Sektion um – das kennen wir schon vom Settings Menü des kompletten Ensembles.

Schaltet man Auto-Divisi ein, so spielen die Bässe polyfon. Die Anzahl der Spieler wird in Echtzeit angezeigt: Bei einer Note erklingen acht Bässe, bei einem Zweiklang zwei Gruppen zu je vier Bässen, bei einem Dreiklang drei Gruppen mit je vier Bässen, bei einem Vierklang vier Gruppen mit vier Spielern, also insgesamt sechzehn (und nicht etwa vier Gruppen mit je zwei Spielern).

Im Hintergrund erkennt das Instrument also Mehrklänge und greift dann automatisch auf Samples mit vier Spielern zurück – unabhängig von der Anzahl der Noten des Mehrklangs. Ab einem Dreiklang erhöht sich damit die Anzahl der Spieler über die tatsächlich aufgenommenen acht Kontrabässe hinaus (und damit nimmt auch die Lautstärke zu). Samples mit nur zwei Spielern sind nicht im Repertoire der Library vorhanden. Bevor man sich dadurch aber eingeschränkt fühlt, sollte man sich vergegenwärtigen, dass Drei- oder Vierklänge alleine von Bässen in den Kompositionen kaum gefragt sein werden. Nimmt man die Celli, Violas und Violinen, die ebenfalls über Auto-Divisi verfügen, hinzu, dürfte die Stimmenaufteilung in den meisten Fällen perfekt gelingen.

 

Wie bereits erwähnt, bietet das Instrument „Basses“ einen gegenüber dem Instrument „String Ensemble“ erweiterten Spielbereich. Nun sind auch die höheren Lagen der Kontrabässe vorhanden:

NI_String_Ensemble_Bild19

Wirft man einen Blick in die Auswahl an Artikulationen, so stellt man mit einiger Freude fest, dass neben den häufig gebrauchten Spielweisen auch Seltenes zu finden ist, etwa Bartok Pizzicato oder Harmonics.

NI_String_Ensemble_Bild20

Bartok-Pizzikato, Nah-Mikrofonierung, ohne Faltungshall:

 

Naturgemäß weisen die Attacks bei dieser Spielweise eine starke Variationsbreite auf, was ein wenig nach Timing-Abweichungen klingt. Das ließe sich jedoch durch das Bearbeiten der einzelnen MIDI-Events im Editor bei Bedarf korrigieren.

Zart und mit melancholischer Fragilität präsentieren sich die Harmonics, deren Ausklingzeit per Regler justierbar (und automatisierbar) ist:

 

Repetitionen bei kurzen Spielweisen (Spiccato, Pizzicato, Staccato) finden sich auch bei den Kontrabässen, hier jedoch mit Auto-Divisi …

 

… und natürlich Round-Robins sowie akzentuierten Spielweisen.

Das Mixer-Menü ist mit der vom String-Ensemble bereits bekannten Ausstattung identisch. Unter Settings kann man zwischen acht oder vier Spielern (A und B – Section) wählen.