Test: Native Instruments Symphony Series Woodwind – Teil 2

Fazit

Mit den Woodwinds erhalten Native Instruments Symphony Series eine rundum überzeugende Erweiterung. Soundiron knüpft an die hohe Audioqualität und den Reichtum an Artikulationen an, den man bereits von den Blechbläsern aus demselben Hause kennt.

Kontrafagotte, Fagotte, Saxophone, Clarinetten, Oboen und Flöten ergeben zusammen ein Ensemble, das zu diesem Preis seinesgleichen sucht. Die Library zielt in erster Linie auf die Verwendung für Filmmusik und den Einsatz in artverwandten Genres ab. Es wird ein produktionsfertiger Klang geliefert, der über vier Mikrofonkombinationen ohne großen Aufwand in Szene gesetzt werden kann.

Dank fließender Echtzeitsteuerung der Dynamik, des Attackverhaltens, der Intensität und der Intonation können die Instrumente naturgetreu, lebendig und ausdrucksstark gespielt werden. Die Mehrzahl der Artikulationen ist mit acht Round Robins ausgestattet, was zusätzlich für Abwechslungsreichtum sorgt.

Die Ausstattung mit Artikulationen ist umfassend und schließt auch viele seltene Spielweisen mit ein. Echte Legato-Samples machen es zu einem Vergnügen, mit den Solisten Melodielinien einzuspielen. Temposynchrone Arpeggios und Repetitionen sowie eine fließende Geschwindigkeitssteuerung von Lautstärkeverläufen bei Crescendi und Decrescendi lassen individuelle Anpassungen zu.

Die Instrumente harmonieren perfekt miteinander. Mixer-Einstellungen lasen sich von einem Instrument auf ein anderes übertragen Spielt man verschiedene Sektionen oder Solisten mit den gleichen Arpeggios, so erhält man einen homogenen Klang und einen synchronen Verlauf.

Nicht zuletzt dürfte auch der Reichtum an instrumentenspezifischen Effektklängen, mit denen man Akzente setzen oder Ornamente einflechten kann, für Filmmusikkomponisten sehr interessant sein.

Aufgrund des teils höheren Bedarfs an Arbeitsspeicher ist es vorteilhaft, die Library auf einer SSD-Festplatte zu installieren. Zu kritisieren gibt es wenig: Die Arpeggios basieren offenbar auf MIDI-Pattern. So kann es vorkommen, dass Aufwärtsbewegungen aus dem spielbaren Bereich hinausführen, wenn man den Grundton in den oberen Lagen eines Instruments spielt. Das Arpeggio wird dann nicht vollständig wiedergegeben. Während einige Kombinationen aberwitzige und durchaus interessante Klangmuster produzieren, wie etwa im Tempo variierende Triller bei aktiven, temposynchronen Arpeggios, führen andere Kombinationen in Einzelfällen zu Aussetzern, wie etwa Staccato Double Tongue plus Arpeggio.

Wer gerne mit absolut trockenen Samples arbeitet, etwa um Überlagerungen von externen Raumsimulatoren mit dem im Sample vorhandenem Raumklang zu vermeiden, wird in diesem Punkt nicht ganz glücklich werden: Sogar die Nah-Mikrofonierung enthält deutliche Raumanteile und eine regelrechte Hallfahne im Release. Das ist vom Hersteller auch so gewollt, denn bei Symphony Series Woodwind geht es vor allem um einen fertigen, homogenen und in sich gut ausbalancierten, stimmigen Klang. Genau dieser wird geboten, und obwohl die Nah-Mikrofonierung Raumanteile beinhaltet, liefert sie dennoch einen detailreichen und intimen Klang, der vor allem durch prägnante Attacks gekennzeichnet ist.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist sehr kundenfreundlich. Zudem gibt es lukrative Crossgrades für Besitzer von Komplete 10 und Komplete 10 Ultimate.

Testautor: Holger Obst

Plus:

  • Hohe Audioqualität
  • Ausgewogener, cineastischer Sound
  • natürlicher Ausklang
  • Echtzeitkontrolle von Dynamik, Attackverhalten und Intonation
  • Große Auswahl an Spielweisen mit maßgeschneiderten Funktionen, etwa Tempovariation oder Temposynchronisation
  • Großes Angebot an zusätzlichen Effektspielweisen
  • Vier Mikrofonpositionen
  • leicht zu bedienen
  • faire Preisgestaltung

Hinweis:

  • Installation auf einer SSD-Festplatte für reibungslosen Betrieb bei niedrigen Latenzen empfehlenswert.

Hersteller:

Native Instruments / Soundiron

Systemvoraussetzungen:

Kontakt 5 Player oder Kontakt 5 Vollversion