Test: Waves Abbey Road: The King´s Microphones

Virtuelle Mikrofone sind als Bestandteil von Amp/Speaker-Simulationen inzwischen keine Seltenheit, reine Mikrofonsimulationen hingegen Mangelware. The King´s Microphones bietet virtuelle Nachbauten dreier altgedienter Mikrofone des britischen Königshauses – als Originale eine Rarität, als Plug-in einzigartig. Aber liefern die digitalisierten Mikros wirklich den nostalgischen Klangcharakter historischer Aufnahmen?

Homerecording und Studiotechnik

Überblick

Zunächst sei vermerkt, dass bei The King´s Microphones im Gegensatz zu virtuellen Mikrofonen aus Amp/Speaker-Simulationen keine Impulsantworten verwendet werden, sondern ein spezieller, im Hintergrund wirkender Equalizer-Prozessor (der nicht weiter editierbar ist).

Emuliert wurden drei Mikrofone: Das älteste ist ein Karbon-Mikrofon und kam unter King George V. Mitte der 1920er Jahre zum Einsatz. Karbon-Mikrofone werden heute aufgrund ihrer geringen Übertragungsbreite und ihres hohen Rauschpegels kaum noch verwendet. In den 20er Jahren galten sie hingegen als High-End-Technik. Sie verfügen über eine sehr eigene Klangfärbung. Vorweg sei gesagt, dass vom Rauschpegel des Originals beim Plug-in nichts übrig geblieben ist.

Das zweite ist ein dynamisches Mikrofon aus dem Besitz King Georges des VI. und datiert auf 1936, ebenso das dritte, welches die Stimme von Queen Elizabeth übertrug. Beide Mikrofone sind Modifikationen des EMI CPM201.

Alle drei Mikrofone sind heute im Besitz des EMI Archive Trust und wurden für die Aufnahmen des Films The King´s Speech (Der König spricht) verwendet.

Das Plug-in liegt als Mono- und Stereo-Variante vor. Jedes Mikrofon wird in drei Charakteristika angeboten:

  • Close simuliert eine Nahabnahme mit etwa 5 cm Abstand.
  • Ambient simuliert eine Aufnahme mit 40 cm Abstand zur Schallquelle.
  • Natural gibt den unveränderten Klang des Mikrofons wieder – ohne zusätzliche Entfernungssimulationen.

 

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