Test: Zynaptiq PITCHMAP

Fazit

PITCHMAP macht es möglich, Tonhöhenkorrekturen oder gleich ganze Akkordprogressionen auf Melodieinstrumente in einem kompletten Mix in Echtzeit anzuwenden – kein anderes derzeit erhältliches Plug-in beherrscht diese Disziplin. Umso erstaunlicher ist es, dass diese Aufgabe auch noch in professioneller Audioqualität und – gegebenenfalls nach Feinjustierungen – praktisch artefaktfrei gelingt.

Das Einspielen neuer Harmonien über MIDI ist ein Kinderspiel. Auf diese Art kann man ohne Umwege kompositorische Alternativen ausprobieren. Auch automatische Tonhöhenkorrekturen oder skalengetreue Transponierungen gehören zum Repertoire. PITCHMAP bietet für die Transponierung gleich mehrere Betriebsmodi bis hin zu genau festgelegten Transponierungen für jede einzelne Note.

Die Bedienung geht nach kurzer Einarbeitungszeit zügig von der Hand. Veränderungen können in Echtzeit kontrolliert werden. Will man tiefer einsteigen und alle zur Verfügung stehenden Funktionen kennenlernen, so ist eine Lektüre des Handbuchs dennoch erforderlich.

Neben der Echtzeit-Transponierung sind auch Spezialeffekte möglich. Mittels Purify und Electrify können Teilklängen synthetische Klangfarben hinzugefügt werden. PITCHMAP eignet sich also auch für Klangdesign und Experimente, so kann man beispielsweise Drums und Percussion tonale Elemente hinzuzufügen.

Die Trennung zwischen Schlagzeug und Melodieinstrumenten gelingt auf Anhieb annähernd perfekt. Die Transienten der Percussion bleiben erhalten, und der Klangcharakter wird nicht unnatürlich verbogen.

Um einzelne Melodieinstrumente separat zu bearbeiten ist Feinarbeit notwendig. Je voller der Mix ist und je mehr sich die Instrumente mit ihren Klangspektren und Klangverläufen überlagern und ähneln, desto schwieriger wird es. Arbeitet man mit gut getrennten Instrumenten und einem einigermaßen aufgeräumten Mix, so sind jedoch verblüffend sauber und natü+rlich klingende Ergebnisse out of the Box möglich.

Unterm Strich ist es keine Übertreibung zu behaupten, dass PITCHMAP eine Sensation ist und einen Meilenstein auf dem Weg zum freien Bearbeiten kompletter Mischungen darstellt. Der Preis ist angemessen.

Testautor: Holger Obst.

Top Product Award

Plus:

  • Einzigartige nachträgliche Tonhöhenbearbeitung an komplexen Abmischungen
  • Echtzeitbetrieb
  • vielseitige Einstellmöglichkeiten bis hin zu individuellen Transponierungen pro Note
  • kinderleichtes Einspielen von Harmonien per MIDI
  • Spezialeffekt für Klangdesign und Experimente

Minus:

  • hohe CPU-Leistungseinforderung
  • kein VST3-Format

Preis: 399.- EUR (UVP, Stand Mai 2016)

Der Hersteller bietet derzeit für Besitzer anderer Pitch/Time-Software kostengünstige Sidegrades an.

Hersteller: Zynaptiq