The Headroom Project – Ciri a Doro

2001-2003
Das erste Headroom-Project-Album erschien 2003 zunächst beim deutschen Label Novatune, 2006 dann beim kalifornischen Label Magnatune.

Ciri a Doro The Headroom Project

Nach frühen, im Ergebnis frustrierenden Erfahrungen mit dem Musikbusiness Mitte/Ende der 80er, der Auflösung meiner Band A.N.D. und dem Rückzug auf Solo-Projekte hat es gut 15 Jahre gedauert, bis ich das Gefühl hatte, dass meine Kompositionen öffentlichkeitsreif waren.
Nicht zuletzt dank der rasant fortschreitenden Computertechnik und der Musiksoftware war es mir möglich, meine Vorstellung von Kompositionen alleine und zuhause umzusetzen. In den Jahren zuvor war mein größtes Problem der Gesang. Meine eigene Stimme erschien mir zu unprofessionell, um unkorrigiert verwendet zu werden. Begnadeten Sängern oder Sängerinnen bin ich in dieser Zeit auch nicht begegnet. So entstanden von 1986 bis 2000 fast ausschließlich Instrumentalsongs.

Das Gesangsproblem löste sich mit dem Erscheinen der Software Melodyne (von Celemony) im Jahr 2001. Melodyne ermöglichte es erstmals, ein Gesangsaufnahme zu schneiden, Ausschnitte zu dehnen oder zu stauchen (also zu synchronisieren) und der Stimme eine neue Melodie aufzuprägen, ohne dabei ihren Charakter zu verfremden. Für meine Arbeiten mit Melodyne benutzte ich gekaufte gesampelte Phrasen, überwiegend ethnischer, welt-folkloristischer Prägung. Im Gegensatz zu den auf Banaldisco-Sound zugeschnittenen englischsprachigen Pop-Vocalsamples fanden sich bei den im afrikanischen Busch oder im Himalaya aufgenommenen Gesängen ausdrucksstarke, charaktervolle Stimmen, denen ich nun in teils akribischer Kleinarbeit zu Leibe rückte. Eine bisweilen ungezügelte Wildheit, überschießende Jodler, eigenwillige Synkopen, brüchige, fast tonlos gesungene Zwischennoten oder störende Nebengeräusche machten mir und auch der damals noch jungen Melodyne-Software gehörig zu schaffen.

Abgesehen von diesen modifizierten „Dosenvocals“ gibt es auf Ciri a Doro einen Song, der auf einer echten, d. h. von mir selbst aufgezeichneten Stimme aufbaut, und zwar das Titelstück selbst. Eine Freundin aus Guatemala, Anna José Lima-Martinez, sang hierfür ein braves, spanisches Kirchenlied ein, u. a. mit Versen wie „Jesus, ich knie vor deinem Thron und bete Dich an“. Aus „te adoro“ (ich bete dich an) ist dann mittels Melodyne „ciri a doro“ geworden. Von der klerikalen Botschaft ist nichts übrig geblieben. Ein knalliger Bass und ein treibender Beat stehen im kontrastreichen Spannungsverhältnis zur unschuldigen, mädchenhaften Stimme.

Die Lyrics aller Songs transportieren keine Botschaften sondern sind weitgehend unverständliche Phantasiesprachen. Die Stimme ist reines Instrument, die Wortbildung dient lediglich der Modulation. Meine persönlichen Favoriten sind Monkey Party (afrikanische Gesangsfragmente, E-Piano: Clavia Nord Lead 3) und Gunklat Sasmazor.

Hoyd Hoy June (128k mp3)

Monkey Party (128k mp3)

Due to my limited English, this page is written in German. Since 2006 you can stream all of my albums at Magnaune. Please visit Magnatune or my personal artist page.

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