Tutorial: Chris Hein Guitars

Das virtuelle Instrument wird vom Hersteller zu Recht als eine Werkzeugkiste voller Samples bezeichnet (ca. 40.000 Samples, 18 GB), die beinahe jedes mögliche Geräusch beinhaltet, was man (im weit gesteckten Rahmen herkömmlicher oder auch experimenteller Spielweisen) als Gitarrist von sich geben kann. (Instrument-Verbrennungs-Orgien à la Hendrix oder Waldarbeitertechnik à la Blackmore mal ausgeschlossen).

Um die verschiedenen Spielweisen ohne Einschränkung nutzen zu können, lädt man die „Full“-Version aus dem Instrumenten-Ordner „All in One“. Wer mit seinem Speicherplatz ökonomischer umgehen muss, kann anstatt dessen die „Medium“- oder die „Light“-Versionen nutzen. Diese beinhalten immer noch alle Spielweisen, lediglich die Dynamik-Layer stehen reduziert zur Verfügung („Full“: alle verfügbaren Dynamikstufen, bis zu 13; „Medium“: 5-8 Dynamikstufen; „Light“: 3-4 Dynamikstufen).

Bevor es losgeht: Chris Hein Guitars beinhaltet neben den Instrumenten-Panels auch diverse Info-Seiten, die wie ein Instrument in das Kontakt-Player GUI geladen werden können.

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Die Panels für die Controller und die beiden Key-Switch-Abteilungen („Normal“ und „Chord-Mode“) sehen folgendermaßen aus:

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Diese Info-Seiten erweisen sich als praktische Orientierungshilfe, wenn man tiefer in die Materie eindringen möchte.

Zum Einstieg laden wir die E-Guitar Clean/All in One/Full

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Das „M“ hinter dem Namen deutet darauf hin, dass es sich hier um ein Multi-Patch handelt. Hintergrund ist, dass der Kontakt 2 – Player auf 4098 Samples pro Instrument begrenzt ist. Unsere Gitarre beinhaltet aber weit mehr als 6000 Samples und wird daher auf zwei Module innerhalb des Players verteilt. Gesteuert wird die Gitarre über das Bedienfeld des oberen Instrumenten-Slots. Beide sind auf den selben MIDI-Kanal adressiert. (Hinweis: Wenn Sie später weitere „Multis“ hinzuladen, kann es passieren, dass der Kontakt Player aufsteigende MIDI-Kanäle für jeden Slot verteilt. Zusammengehörende Slots benötigen ein und denselben MIDI-Kanal, was manuell korrigiert werden muss.)

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Ein Blick in die Engine-Info-Seite verrät uns, dass 414 MB Samples geladen wurden.

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Beim ersten Anspielen klingt es bereits nach einer echten Gitarre – so sollte es auch sein. Die Audioqualität kann man als High-End bezeichnen. Nach dem Loslassen einer Taste hört man ein dezentes Rutschen über die Saiten. Spielt man Legato, so passt das in der default-Einstellung schon ganz gut, da das Rutschen bei gebundenen Noten unterdrückt wird.

Ändert man die Velocity-Werte im Editor, so beweist sich die E-Gitarre als sehr dynamisch. Es reicht vom sanften Anzupfen bis zum starken Anreißen der Seite.

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Was die Chris Hein-Gitarren so lebendig macht, sind neben den Velocity-Layern die zahlreichen Spielweisen und Parameter. Dabei kommen besonders den Attack- und Release-Variationen eine große Bedeutung zu, da man mit ihnen subtil bis dramatisch den Sound modulieren kann: Vom sanften Attack bis zum knalligen Stop-Geräusch. Klickt man auf den Button „Sound Control“, so öffnet sich über ein Pull-Down-Menü der Zugriff auf diverse Parameter-Menüs.

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Hier wechseln wir zunächst zu „Release-Control“ und erhalten folgendes Bild:

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Der Parameter „Note off“ ist für das oben beschriebene Saiten-Rutschgeräusch verantwortlich. „Squeek“ bietet hierzu eine zusätzliche Variante. „Stop-Noise“ (abruptes Abstoppen der Saitenschwingung mit der Hand) und „Strum“ mischen Samples hinzu, die im Extremfall beinahe so klingen, als klebe die Saite an den Fingern des Gitarristen fest und pralle nach dem Loslassen zurück auf das Griffbrett. Alle vier Parameter dezent gemischt sorgen für eine ordentliche Priese Natürlichkeit. Mit „Density“ lässt sich die Häufigkeit der Release-Effekte regeln, mit Dynamic die Lautstärke. Wem der Zufallsgenerator von „Density“ nicht ausreichend zielgenau ist, kann die einzelnen Release-Geräusche auch nach dem Einspielen des Licks in die Controller-Spur des Sequenzers einzeichnen. Zusätzlich liegen auf der Taste A1 mehrere „Squeek“ Samples (in Form von Velocity-Layern), die man beispielsweise am Ende eines Themas platzieren kann.

Eine einfache Akkordfolge, zunächst ohne Release-Parameter:

Und hier nach der Zugabe von Note-off und Squeeks über CC24 und CC21:

Die Controller können von jedem beliebigen adressierbaren Hardware-Controller gesteuert werden. In der Controller-Spur des Sequenzers kann man diese anschließend nachzeichnen, falls erforderlich.

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Ebenso wie die Release-Control-Seite erreicht man auch die Attack-Control-Seite. Drei Attack-Controls stehen zur Wahl.

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Hier noch einmal das Demo mit zusätzlichen Attack-Samples:

Unser Gitarrist spielt mit einem Plectrum (für Nicht-Gitarristen: dabei handelt es sich um dieses kleine, meist dreieckige und meist aus Kunststoff beschaffene „Blättchen“, mit dem die Saiten angezupft werden). Besonders bei schnellen Repetitionen der selben Note schlagen die Gitarristen die Saiten abwechselnd durch eine Bewegung von oben nach unten (Downstroke) und einer entgegengesetzten Bewegung (Upstroke) an. Der Klangcharakter von Down- und Upstroke ist unterschiedlich. Unsere virtuelle Gitarre trägt dieser Spielweise durch Bereitstellung verschiedener Modi Rechnung. Der Zugriff auf die verschiedenen Varianten erfolgt über den Button „Automatic“ (Default-Einstellung):

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„Strict“ erzwingt einen regelmäßigen Wechsel zwischen Up- und Downstroke, ganz egal, wie viel Zeit zwischen den einzelnen Noten verstreicht. Alternativ kann man auch nur die Upstroke-Samples nutzen (ein echter Gitarrist wird beinahe nie so spielen) – oder nur die Downstroke-Samples (wenn Sie mal punkmäßig richtig Gas geben wollen – echte Punks dreschen mit verblüffender Geschwindigkeit nur von oben auf die Saite ein). Der Up-/Downstoke Modus stellt insgesamt eine Art luxuriöses Round-Robin zur Verfügung: a-b-a + Velocity Layer.

Der Automatic-Mode mit Zeitfenster sollte der häufigsten Spielpraxis am nächsten kommen. Über das Zeitfeld in ms, direkt unter dem Mini-Fenster „Alt Time“ stellen Sie ein, nach welcher Zeit der Wechsel von Up- zu Downstroke vernachlässigt wird. Stellt man den Zeitwert auf 300 ms, so bedeutet das, dass alle Repetitionen, bei denen zwischen den einzelnen Noten weniger als 300ms liegen, im Up-/Downstroke-Wechsel ausgeführt werden, während der virtuelle Gitarrist bei langsamerem Spiel und einem Zeitabstand von mehr als 300 ms zwischen den Noten nur einen Upstroke spielt – wie im folgenden Audiodemo zu hören (Um den Effekt klar herauszuarbeiten habe ich hier alle Velocity-Werte mit Ausnahme der ersten Note auf 90 eingestellt; bei dynamischem Spiel klingt es entsprechend echter und lebendiger):

Mit „Cnt/Brid“ definiert man die Stelle, an der der Gitarrist die Saite anzupft. „Center“ = in der Mitte zwischen Brücke und Griffbrett; „Bridge“ = nahe der Brücke. Gitarristen behalten eine Position in der Regel bei, wilde Bewegungen dieses Parameters entsprächen einem wilden Herumfuchteln der Schlaghand des Gitarristen und sind daher wenig zielführend, wenn es um die Nachahmung eines echten Gitarrenspiels geht. Ein sanftes Überblenden von Center- zu Bridge-Samples kann jedoch interessante Klangverfärbungen mit sich bringen – abhängig von der gewählten Spielweise. Als Controller ist CC2 vorgesehen. Wer einen Breath-Controller sein Eigen nennt, wird diesen spätestens jetzt einsetzen. Es geht natürlich auch mit einem anderen Hardware-Regler oder, wie bereits gehabt, per Einzeichnen in den Sequenzer.

Der Parameter „Expression“ (CC11) trägt seinen Namen zu recht. Auch hier werden Samples überblendet; welche es sind, hängt dabei wiederum von der gewählten Spielweise ab. Im Sustain-Mode wird mit steigenden Parameterwerten ein Feedback-Sound eingeblendet. Idealerweise steuert man „Expression“ über ein Fußpedal.

Im folgenden Audiodemo habe ich Center/Bridge moduliert und Expression verwendet (und eine externe Amp-Simulation drangehängt, damit es etwas deftiger klingt):

So sehen die Controllerkurven aus, oben CC11, unten CC2:

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Auch ohne Chord-Mode und in der Sustain-Spielweise sind mit Expression und Center/Bridge echt bis eigenwillig klingende polyphone Licks möglich:

Mit dem Parameter „Atmosphere“ (CC29) fügt man Korpus-Resonanzen hinzu. (Ein zu üppiges Beimischen kann schon den Hall ersetzen). Die Nylon- Gitarre bietet zudem den Parameter „Rattle“ (CC28), der ein Schnarren der Saiten an den Bundstäbchen des Griffbretts hinzufügt – auch hier durch das Hinzumischen von Samples. Im folgenden Audiodemo habe ich die beiden Parameter über ein xy-Pad gesteuert und später im Editor noch zwei „Falls“ (CC20) eingezeichnet.

Zum Vergleich dasselbe Pattern ohne Atmosphere, Rattle und Fall:

Über die Key-Switches C0 bis E1 stehen für jedes Instrument diverse Spielweisen zur Verfügung, darunter auch eine Tastaturbelegung mit Effekt-Sounds. Normalerweise spielt man den Gitarren-Part zunähst einmal im gewünschten Basis-Mode ein. Das wird in der Regel der Sustain-Mode sein (Key-Switch C0) oder der Mute-Mode (C1). Später kann man dann die Key-Switch Befehle aufnehmen und Akzente hinzufügen, einen Slide einsetzen, Flageolet-Töne etc.

Man kann aber auch mit den bereits beschriebenen Parametern experimentieren und dabei neue Gitarrensounds kreieren. Ein kleines Beispiel: Der Key-Switch „Effekte“ liegt auf F#0 und liefert überwiegend atonale Geräusche. Mischt man nun 100% Flageolet hinzu (Sound Control-Seite) und steuert über einen Hardware-Controller die Parameter „Atmosphere“ und „Rattle“, so kann man aus der Steel-Guitar tendentiell fremdartige Klänge herausholen:

Die Key-Switches erreicht man alternativ über ein Pull-Down-Menü, welches per default „Sustain C0“ ausweist:

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Neben dem bis hier besprochenen „Normal“-Mode (der sich dank Polyphonie auch zum Einspielen von Akkorden eignet), gibt es zwei Chord-Modes, die über die Key-Switch-Tasten F#1 und G#1 aktiviert werden. Um beide Modes in vollem Funktionsumfang nutzen zu können, sollten Sie unbedingt das Update installiert haben. (Dieses befindet sich bei den aktuell ausgelieferten Libraries auf der DVD 4 und muss teilweise manuell durch Austausch von Dateiordnern installiert werden. Die notwendigen Handgriffe sind ausführlich in der Readme-Datei geschildert.)

Im Chord-Mode unterscheidet man zwischen Akkorderkennungstasten, Aktivierungstasten und Single-Note-Tasten. Die Akkorderkennungstasten geben den Akkord vor und sind wahlweise sounderzeugend oder stumm.

Bei den Aktivierungstasten handelt es sich um Key-Switches, die den gewählten Akkord in einer bestimmten Spielweise erklingen lassen. Die Aktivierungstasten erzeugen immer einen Sound.

Die Single-Note-Tasten geben idealerweise die Töne der einzelnen Saiten wieder. Zusätzlich zur Steuerung über Tasten gibt es noch einige spezielle Chord-Mode-Modi. Gehen wir ins Detail, Schritt für Schritt:

Für beide Chord-Modes gilt: Im Bereich der Akkorderkennungstasten (B1-B4) gibt man einen Grundakkord oder eine Umkehrung ein (z.B. c-d#-g für C-Moll oder d#-g-c bzw. g-a#-c für die Umkehrungen). Die Akkorderkennung erfolgt verzögerungsfrei. Es reicht, wenn man die Tasten kurz vor Betätigen der Aktivierungstasten (C5-D#6) kurz triggert. Die Akkorderkennungstasten müssen nicht gehalten werden. Auch Akkorde weit jenseits des Pop-Standard-Repertoires werden erkannt und im Mini-Display rechts oberhalb des „Harmonic Bass/Strict Bass“-Butons angezeigt.

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Von C5 bis D#6 spielt man anschließend die Aktivierungstasten, die analog zum Solo-Mode- bestimmten Spielweisen zugeordnet sind: Es handelt sich hier also um reine Key-Switches, nicht um Noten-Tasten!

Im Chord-Mode 1 (F#1) Werden die einzelnen Noten des Akkords so umgesetzt, wie ein Gitarrist dies auf dem Griffbrett tun würde. Wie viele Saiten der Gitarrist dabei spielt, stellen Sie im Pull-Down-Menü „String“ ein: Zur Wahl stehen 3,4,5 oder 6 Saiten sowie „Auto-Velocity“ 3-6. Wählen Sie „Auto-Velocity 6“, so bestimmt die Anschlagsstärke, mit der Sie die Akkord-Erkennungstasten gespielt haben, auf wie viele Saiten Ihr Virtueller Gitarrist seine Töne spielt.

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Abgesehen von den Key-Switch-Tasten können Sie auch die Akkorderkennungstasten direkt zum Einspielen nutzen: Stellen Sie hierfür die „Chord keys“ auf „on“. (Weiterhin bestimmen Sie mit den Key-Switches die Spielweise, auch für die Chord-Keys.)

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Ob der tiefste gespielte Ton gleichzeitig der Grundton oder (falls abweichend) die tiefste von Ihnen gespielte Note ist, bestimmen Sie mit „Harmonic Bass/Strict Bass“.

Im Chord-Mode 2 (G#1) ist die automatische Akkorderkennung ausgeschaltet. Die Aktivierungstasten (Key Switches) geben exakt die Noten wieder (und auch deren Anzahl), die Sie mit der linken Hand vorgeben. Dabei kann es auch zu gitarren-untypischen Notenverteilungen geben, beispielsweise kann ein kleines Intervall mit Samples wiedergegeben werden, die von einer Gitarrensaite stammen. Das „String“-Menü ist in diesem Modus ausgeschaltet (was optisch nicht erkennbar aber folgerichtig ist: Sie geben die Anzahl der Saiten durch die Anzahl der gedrückten Tasten im Akkoderkennungsbereich vor).

Der „Speed“-Regler (CC55) bestimmt die Anschlagsgeschwindigkeit, mit der die nacheinander folgenden Saiten bzw. Einzeltöne (Chord-Mode 2) gespielt werden. Niedrige Werte bewirken einen schnellen Schlag über die Saiten, hohe Werte simulieren ein verlangsamtes Anschlagen. Mittels „Random“ steht zusätzlich ein Zufallsgenerator zur Verfügung. Die Random-Werte lassen sich per Mausklick + Ziehen auf den Zahlenwert (nicht auf die Pfeile daneben) am besten einstellen.

Im folgenden Audiodemo hören Sie eine einfache Akkordfolge am Beispiel der Mandoline, eingespielt mit Chord-Mode 2 (Akkorderkennung aus), Chord-Keys off, als Trigger: Standard-Key-Switch Sustain (C5), Parameter „Speed“ (C55) mit einem Hardware-Regler eingespielt:

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Wie bereits erwähnt liegen die Key-Switch-Tasten für beide Chord-Modes auf den Tasten C5 bis D#6. C5 und C#5 aktivieren die Sustain-Spielweise (up/down). In Verbindung mit dem „speed“Parameter kann man die Einzeltöne ähnlich wie bei einem Harfen-Glissando perlen lassen. Gehen Sie dafür in Chord-Mode 1 (F#1), stellen Sie die „Chord-Keys“ auf „off“ und wählen Sie „String 6“. Spielen Sie abwechselnd C5 und C#5 und modulieren Sie den „Speed“-regler (CC55 per Hardware-Controller oder nachträglicher Einzeichnung im Sequenzer. Die Velocity bestimmen Sie mir der Anschlagsstärke der Key-Switch-Noten.

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Durch Kombination einer Hinzumischung von Flageolet-Samples, Tremolo und etwas Klangkörperresonanzen (Atmosphere) lassen sich geheimnisvolle Stimmungen aufbauen. Im Chord-Mode 2 reichen dafür Zweiklänge und ein vorsichtiges Umgehen mit der Velocity beim Betätigen der Key-Switches). Hier der entsprechende Screenshot und wieder die Mandoline, um diese Einstellung akustisch zu verdeutlichen:

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Weitere Spielweisen für den Chord-Mode sind: Short Down- und Upstroke, Dead Note, Hamer On Up- und Downstroke, Pull off Up- und Downstroke, Picking Up- und Downstroke, Slide Up und Empty Strings. Wie zu Beginn des Tutorials erwähnt, finden Sie eine Übersicht der Spielweisen und Tastenbelegungen im Key-Switch-Info-Panel, das wie ein Instrument aus dem Browser geladen wird.

Oberhalb der Keys für die Chord-Spielweisen stehen von E6 bis C6 die Einzeltöne der 6 Gitarrenseiten zur Verfügung. Auf E6 liegt der Ton, der auf der tiefsten Gitarrensaite (E-Saite) gespielt wird, auf F6 der Ton der A-Seite usw.. Soweit die Theorie. Bei einfachen Grundakkorden kommt es vor, dass auf mehreren Tasten die selben Noten in der selben Tonhöhe wiedergegeben werden (nicht die selben Samples, da diese von verschiedenen Saiten abgenommen wurden). Für ein aufgelöstes Akkord-Spiel sollte man daher lieber den erwähnten Speed-Regler animieren. Die Single-Note-Tasten können jedoch in Verbindung mit den Key-Switch-Tasten interessante Spielweisen produzieren – also etwas für Experimentierfreudige.

Wer sich eingehend mit der Gitarrensammlung von Chris Hein beschäftigt, wird feststellen, dass neben der -je nach Komplexität und Höhe des Anspruchs mehr oder weniger zeitaufwendigen- minutiösen Nachbildung einer echten Gitarre sich so manche Überraschung bei kreativem Sounddesign einstellt. Man sollte diese Gitarrensamples-Werkzeugkiste daher nicht lediglich aus Gitarristen-Ersatz, sondern vielmehr als Gitarrensound-Experimentierkasten verstehen. Aufgrund der hohen Audioqualität und dem gut umgesetzten Anspruch des Herstellers, verschiedene Gitarren lebensnah nachzubilden, wird man schnell eine Reihe von täuschend echten und trotzdem unkonventionellen, einfach „neu“ klingenden Gitarrensounds erstellen können. Eine externe Amp-/Speakersimulation hilft dabei noch einen gehörigen Schritt weiter. Die im Instrument enthaltenen Effekte runden die Sache ab.

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Zum Abschluss ein kurzes Audiodemo unter Verwendung der Clean-Guitar und einer Amp-Simulation nebst diversen destruktiven Effekten mittels Speakerphone 2:

Viel Spaß beim Experimentieren.

Andreas Ecker

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