Anwendungsbeispiel: Patcha Mama – Teil 2
Wir kommen zu einem ersten Mastering-Versuch:
Als erstes Plug-in in der Masteringkette lade ich den inValve Preamp von Audified. Dieser verleiht dem Klang unauffällig Wärme und räumliche Tiefe:

Als nächstes füge ich frei:raum von Sonible hinzu. Freiraum verfügt über einen sogenannten Smart EQ, der den Frequenzgang analysiert und anschließend einen vielbandigen internen Korrekturfilter anwendet, den man über drei globale, vollparametrische EQ-Bänder per Anfasser dosiert einsetzen kann.

Es folgt Brainworx Refinement:

Bx_refinement nimmt dem Klang digitale Härte, macht die Höhen transparent und fügt einen Sättigungseffekt hinzu. Der Sound wird weicher und in den Höhen seidiger. Ein schöner Effekt, in den man sich allerdings sehr schnell so hineinbegeben kann, dass man nicht genug davon bekommen kann. Er birgt also die Gefahr der Überdosierung, ähnlich wie Exciter oder psychoakustische Effekte.
Des Weiteren kommt Ozone 7 zum Einsatz. Will man sich die Arbeit mit Ozone 7 so bequem wie möglich machen, zappt man erst einmal durch die Presets, bis man eines gefunden hat, das den persönlichen Vorstellungen am meisten entspricht. Ozone 7 hat eine breite Palette an Vorlagen zu bieten. Anschließend schaltet man die einzelnen Module ein und aus, um zu überprüfen, ob sie wirklich alle etwas beisteuern, was man auch haben will. Man nimmt gegebenenfalls weitere Module hinzu und geht dann zu den Feineinstellungen über.
Ich lade zu meinem Wahl-Preset noch den Multiband-Kompressor hinzu. Der Multiband-Kompressor verfügt über einen Lernmodus und passt die Crossover-Frequenzen automatisch an.

Den Threshold, die Ratio und andere Parameter muss man natürlich immer noch selbst einstellen. Mindestens den Threshold wird man in den meisten Fällen anpassen müssen – für alle Bänder.
Ürlich Als weitere Module bringen der Vintage Compressor, Tape und Limiter nochmals Wärme mit.
Dithering ist auch an Bord:

Patcha Mama hört sich nun so an – mit Flux /Ircam Tools HEar3 für Kopfhörer:

Für Monitorboxen:
Um das Mastering besser beurteilen zu können, hören Sie im letzten Audiodemo eine Version, bei der ich alle zwei Takte zwischen dem bearbeiteten und dem unbearbeiteten Signal (ohne Mastering-Kette, alle anderen Effekte natürlich sind aktiv) umgeschaltet habe. Wir starten mit dem unbearbeiteten Signal:
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Es wird deutlich, dass die gemasterte Version druckvoller, kohärenter und runder klingt, ohne dass es dabei zu groben Übertreibungen kommt, wie etwa Pumpen oder einem störenden Verlust an Dynamik. Die (für meine Verhältnisse) sanft eingreifenden Kompressoren und Limiter fügen Gesang und Instrumente zu einer Raum-Klang-Einheit zusammen. Der inValve Preamp und Brainworx Refinement machen den Klang wärmer und in den Höhen strahlender. Der gemasterte Mix klingt natürlich auch etwas lauter und alleine deshalb schon eine Spur besser.
(Die Knackser an den Schnittstellen ergeben sich, da die Schnitte meist außerhalb des Nulldurchgangs der Amplitude liegen.)
Damit lege ich das Stück erst einmal auf Seite. Später werde ich bestimmt noch Korrekturen vornehmen.
Danke für Ihr Interesse.
Holger Obst
