Cubase Pro 9 – Sentinel, die Blacklist und mögliche Folgen für Cracks

Die Blacklist

Problematische Plug-ins werden von Sentinel in einer Blacklist angezeigt. Diese erreicht man über Geräte → Plugin Manager.

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Im Plugin Manager werden alle Plug-ins angezeigt. Die Blacklist erreicht man über den gleichnamigen Karteireiter. 32-Bit-Plug-ins tauchen in der Blacklist erst gar nicht auf.

Dennoch kann es sein, dass die Blacklist dicht besiedelt ist, was eine Schrecksekunde auslösen kann. Manch einer, der einen Blick in die Blacklist wirft, wird dort nämlich auch liebgewonnene und unverzichtbare VST2-Versionen von 64-Bit-Plug-ins finden.

 

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Im Falle unseres Testrechners sind das diverse iZotope- und Vienna Suite Pro – Plug-ins. In beiden Fällen kann ich Entwarnung geben, denn von all diesen Plug-ins gibt es VST3-Versionen, die problemlos geladen werden können und absolut stabil arbeiten, desgleichen das Virtual Mix Rack von Slate Digital. Bei den iZotope-dlls soll es sich laut Steinberg Form um Hilfsbibliotheken handeln, also keine eigentlichen Plug-in-Treiber. Wenn das so ist, muss man sich die Frage stellen, warum sie überhaupt in der Blacklist auftauchen.

Sauber programmierten VST3-Plug-ins sollte man sowieso immer den Vorzug geben. Bei Kompressoren oder anderen Effekten mit Sidechain-Funktion ist das unerlässlich, wenn man diese nutzen will. Außerdem pausieren VST3 Plug-ins und ziehen keine Rechenleistung, wenn sie nicht arbeiten, also kein Signal anliegt.

Etwas anders sieht es aktuell mit EastWest Play aus: Obwohl der Hersteller bereits am 10. 12. 2016 angekündigt hat, in der Folgewoche ein Update für Play herauszubringen, das den Eintrag in der Blacklist vermeidet, steht Play (Version 5.0.1) auf unserem Testsystem nach wie vor dort (Stand: 6. 1. 2017). Um das zu ändern zwingt man Cubase einfach dazu, das betreffende Plug-in freizugeben. Dazu klickt man auf dessen Eintrag in der Blacklist und anschließend auf Reaktivieren.

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Es folgt eine deutliche Warnmeldung:

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Ein erneutes Scannen würde Play im Zweifel wieder zurück in die Backlist befördern. Leider gibt es keine einfachere Methode. Hat man viele Plug-ins und Instrumente am Start, kann sich das Scannen hinziehen (Kaffeepausen sind ja bei den schnellen Rechnern selten geworden – hier tut sich eine auf.)

Erste Versuche mit Play nach der Befreiung aus der Quarantäne deuten allerdings auf einen reibungslosen Betrieb hin. In der Version 5.0.1 erweisen sich übrigens die Pro Drummer, die zuvor auf meinem System bei niedrigen Latenzen nur in der Lite-Version gelaufen sind (und sonst CPU-Peaks produzierten) als erfreulich genügsam. Nun kann man (vorausgesetzt, man hat die Libraries auf einer SSD-Festplatte installiert) von Anfang an mit der vollen Ausstattung mit Velocity Layern und Round Robins arbeiten – aber das nur am Rande.

Des weiteren taucht Gladiator2 von Tone2 in der Blacklist auf (als einziges VSTi von Tone 2, Electra2 wird von Cubase 9 offenbar nicht als problematisch angesehen). In diesem Fall bin ich nicht sonderlich verwundert, denn Gladiator2 (Version 2.4) ließ sich auf meinem System unter Cubase 8.5 erst gar nicht identifizieren, wurde also im Plug-in-Manager nicht angezeigt, obwohl das Plug-in im selben Ordner wie Electra2 liegt, also eigentlich erkannt werden sollte. Ich bin der Sache allerdings bislang nicht auf den Grund gegangen und habe den Support von Tone2 nicht kontaktiert. Inzwischen gibt es eine Version 2.5 (aus Mai 2016) – Zeit für ein Update. Wie bei Play muss ich auch in diesem Fall Cubase per Reaktivieren dazu zwingen, Gladiator anzuerkennen. Der mächtige Synthesizer von Tone2 läuft danach einwandfrei. Das freut mich, denn ich habe ihn in den letzten Monaten mehrfach vermisst.