Das schrumpfende Studio: Hat die Hardware ausgedient?
Neues aus der Hardware-Manufaktur: Legendäre Hardware als Software
Erfreulich ist, dass auch Eventide einige der Originalalgorithmen in Form von Plug-ins anbietet, und das zu einem durchweg kundenfreundlichen Preis. Hier sollte man aufmerksam beobachten, ob und wie der Hersteller seine native Produktserie weiter ausbaut.
Den Eventide UltraChannel (mit zwei potenten Kompressoren an Bord),
den UltraReverb (mit ausgefeilten Modulationsmöglichkeiten für den die Hall-Algorithmen)
und H3000 Factory (einzigartige Effektketten mit Modulbaukasten)
haben wir für sie getestet.
Ein Anwendungsbeispiel aller drei Eventide-Plug-ins auf unseren Beat. Zunächst der Beat ohne Bearbeitung:
Mit der Bearbeitung:
Heute liefern auch virtuelle Klangerzeuger einen umwerfenden Sound und haben oftmals mehr als nur brauchbare Effekte an Bord. Besitzer der Vollversion von Kontakt finden im Edit-Modus ein riesiges Arsenal an Effekten samt Modulatoren aller Art, mit der sie ihre Sample-Libraries klanglich anpassen oder nach Herzenslust verfremden können. Auch ein funktional umfangreich ausgestatteter Faltungshall ist an Bord.
Drittanbieter-Software wird besonders interessant, wenn es um außergewöhnliche Spezialisten geht (GRM Tools, NI Molekular, 2CAudio Kaleidoscope, Audioease Speakerphone, iZotope Trash2) oder wenn höchste Ansprüche an die Klangbearbeitung und Abmischung gestellt werden.
Highend-Software muss nicht immer zwangsläufig (wie bei der Hardware) einen tiefen Griff ins Portemonnaie bedeuten. Plug-ins von Softube, Brainworx , Abbey Road Studios und SPL sind ihren analogen Vorbildern (soweit vorhanden) meist ebenbürtig, in puncto Rauschfreiheit überlegen und in der Ausstattung mit Funktionen um sinnvolle Features erweitert. Die Preise sind durchweg moderat. Außerdem gibt es immer wieder reduzierte Angebote.
Brainworx hat kürzlich sogar einen emulierten Neve-Channel-Strip herausgebracht, der unter Berücksichtigung der Fertigungstoleranzen der Originalkonsole in alle Mixer-Kanäle geladen werden und dort pro Instanz mit leicht modifiziertem Klangverhalten betrieben werden kann. 70 verschiedene Varianten mit Fertigungstoleranzen sollten genügen. Rund 150 Bauteile des Neve-Channelstrips wurden säuberlich emuliert. Die Fachpresse meint, wer an einer Neve-Konsole gelernt habe, fühle sich sofort „wie zuhause“.



