Das schrumpfende Studio: Hat die Hardware ausgedient?
Transiententools
Der Softube Transient Shaper ist eine weitere Meisterleistung, die ebenfalls den Hunger nach entsprechender Hardware in Schranken weist.
Punch (Attack) und Sustain können in drei alternativen Frequenzbändern wirken. Damit lässt sich der Klang eines Instruments detailliert formen. Praktischerweise ist eine Clipping-Prävention an Bord. Zusammen mit dem TubeTech CL1B ergibt sich ein Dynamik-Paket, das kaum noch Wünsche offen lässt.
Hier ein etwas derber Einsatz, der den Drums Punch & Crunch verleiht.
Interessant ist auch der Sonnox TransMod, der mit Deadband, Risetime, Overshoot und Recovery noch ein wenig mehr ins Detail geht als der Transient Shaper. Auf der anderen Seite verzichtet er auf eine frequenzbandspezifische Anwendung und ist hakeliger zu bedienen. Auch muss man beim Sonnox höllisch aufpassen, dass man sich kein Clipping einfängt. Genau eingestellt, liefert er ebenfalls sehr gute Ergebnisse, kostet jedoch mehr als das Doppelte des Softube Transient Shapers.
Die Wirkungsweise des Softube Transient Shapers empfinde ich als musikalischer, ohne dabei das
Gefühl zu haben, mit klanggestalterischen Mitteln unterversorgt zu sein. Der Sonnox TransMod ist das Schweizer Messer unter den Transientenwerkzeugen. Hier muss man die Ohren spitzen und exakt justieren, dann sind minutiöse Anpassungen möglich.
Die lebende Legende unter den Transientenwerkzeugen ist der SPL Transient Designer, den es in einer zwei- und vierkanaligen Version gibt. Er verrichtet ohne Zweifel erstklassig seinen Dienst, kann aber in puncto Funktionsvielfalt mit den weiterentwickelten Software-Pendants nicht mithalten.
Beim Thema Mehrkanal-Hardware wären wir auch gleich bei einem anderen Vorteil der Plug-ins: Diese kann man praktisch beliebig vervielfältigen – solange die CPU mitmacht. Will man der Legende möglichst nahe sein, so empfiehlt sich die Software von SPL: Transient Designer, Attacker, Mo-Verb, De-Verb.
Der kleine aber feine SPL Attacker liegt regulär bei 59.- Euro und ist damit ebenso die einfachste wie – fast – die billigste Lösung. Fast, weil es noch eine Freeware gibt, die sich sehen lassen kann: BitterSweet V3 von Flux, kompromisslos in 64 Bit.
Drei Detektionsmodi für die Transienten, Zeitspanne der Signalverstärkung, Stereo-, Mitten- oder Seitensignalbearbeitung und eine Kompensation des Ausgangspegels sind für eine Freeware ein echter Luxus. Mein Tipp: Gönnen Sie sich den Softube Transient Shaper und holen Sie sich BitterSweet dazu, dann sind Sie, was Transientenwerkzeuge betrifft, für kleines Geld rundum versorgt.




