Das schrumpfende Studio: Hat die Hardware ausgedient?
Vintage vom Feinsten
Vintage Sound vom feinsten bietet das Abbey Road Bundle von Waves. Wie bei allen Waves-Produkten ist derjenige, der warten kann, im Vorteil, das Bundle wird nämlich gelegentlich zum reduzierten Preis angeboten.
Das Abbey Road Bundle besteht eigentlich nur aus Highlights. Reel ADT und The King’s Microphones haben wir für Sie getestet. Die Emulation der Studer Bandmaschine simuliert eine Bandsättigung, Wow und Flutter. Hinzu kommen wahlweise temposynchrone Bandechos, alternative Geschwindigkeiten und ein Regler für das Rauschen.
Wer wird sich da noch eine echte Studer ins Haus holen. Gut erhaltene Studer oder Revox Bandmaschinen wechseln für mehrere Tausend Euro ihren Besitzer. Wie beim Fairchild hätte ein Exemplar zum Anfassen, mit richtigen Bändern bestückt, zwar definitiv seinen besonderen Reiz und kann musik-therapeutische Rückführungen in frühere Lebensabschnitte unterstützen, aber ob das altgediente Schätzchen dem Mix am Ende wirklich besser dient als die Emulation, ist doch sehr zu bezweifeln. Abseits vom Abbey Road Bundle gibt es noch eine sehr edel klingende, ebenfalls von einer Studer inspirierte Version von iZotope, enthalten in Ozone 7 Advanced.
Der EMI TG12345 Channelstrip mit Kompressor, Limiter, EQ, Mittel/Seitensignalbearbeitung und einem höllischen Drive-Regler verfügt ebenfalls über eine deutliche Färbung und ist weit davon entfernt, seine digitale Herkunft aus Nullen und Einsen auch nur erahnen zu lassen.
Hier stellt sich gar nicht erst die Frage nach der Anschaffung des Originals. Das betrifft auch den REDD, eine Eigenentwicklung und der erste Mixer im Hause Abbey Road, erschaffen in den 50er Jahren.
Das folgende Playback ist ein Loop von Ueberschall (Pop Ballads). Nach einem Start ohne Bearbeitung schalte ich zunächst die Studer, dann den TG12345 ein, samt Rauschen und leichter Anzerrung durch leichte Übersteuerung (Drive beim Channel) bzw. hoher Sättigung (bei der Studer).



