Das schrumpfende Studio: Hat die Hardware ausgedient?
Zu den Synthies
Wie eingangs erwähnt, sind diese Instrumente (im Gegensatz zur Gitarre, Bass und Horn) nicht mehr zwingend als Hardware und im Studio erforderlich.
Wer einen Moog Sound in Reinkultur möchte, sollte sich U-He Diva mal als Demo herunterladen. Ein ebenso leistungshungriger wie authentisch nach Moog klingender Synthie, der neben dem Moog noch eine Menge mehr kann.
Die Arturia V Collection schaufelt gleich eine ganze Batterie liebevoll emulierter Legenden auf den Rechner – zu einem sehr kundenfreundlichen Preis und mit vielen inspirierenden Presets.
Mit Cyclop von SugarBytes können sie kernige Sounds basteln, die Löcher in jedes Blech bohren. Dabei geht es auch schon einmal wild und experimentell zu:
Kernig ist auch Curve 2 von Cableguys. Inspirierende, gerne etwas britische, schmutzige Sounds sind das Metier von FXpansion DCAM Synth Squad.
Es ist schon so, dass ich manchmal meinen Moog Voyager, meinen Jomox Sunsyn und meinen Alesis Andromeda vermisse. Aber ich habe auch nicht vergessen, warum ich mich letztendlich von diesen Instrumenten getrennt habe. Es war nicht nur die Beobachtung, dass Software immer leistungsfähiger wird und der Klangvorteil schrumpfte.
Der Moog Voyager hat mich in der ersten Zeit mit seinem vollen, runden Sound und den kräftig zupackenden Filtern richtig in seinen Bann geschlagen. Doch er wies auch nach einer Reparatur des MIDI-Boards noch Notenhänger und sonderbare Fehlfunktionen im Zusammenspiel mit Cubase auf, wenn auch eher selten. Trotzdem brauche ich als Grundbedingung für meine Arbeit reibungslos funktionierendes Equipment. Bugs, die die Arbeit mittendrin und ohne Vorwarnung unterbrechen, sind auf Dauer nicht zu tolerieren. Und solche Bugs finden sich nicht nur bei der ein oder anderen Software.
Der Sunsyn ergänzte den Moog mit extrem kernigen Bässen, aggressiven Leads und war als halbmodularer Synthie mit Matrix und digitalen Wellenformen im Beipack sehr vielseitig. Die Schattenseite: Er gab ein gepflegtes Lüfterrauschen von sich und hatte trotz mehrfachen Firmware-Updates häufige MIDI-Hänger. Dann blieb nichts anderes übrig, als ihn aus- und wieder ein zu schalten. Nervig. Manchmal brauchte ich mehrere Anläufe, bis ich den Track endlich im Kasten hatte.
Der Andromeda mit extravagantem Design lieferte herrlich schwebende Flächen. Klasse. Es gab jedoch ein Speicherproblem. Auch nach mehrfachem Kontakt mit dem Support gelang es mir nicht, einen ordentlichen MIDI-Dump durchzuführen. Jedesmal spielte eine Speicherbank verrückt. Immer wieder verschwanden abgespeicherte Sounds. Meine Arbeit war dann einfach futsch.


