Test: D16 Group Redoptor

Fazit

Redoptor von der D16 Group grenzt sich von vielen Mitbewerbern, die ebenfalls Emulationen von Röhren-Preamps anbieten, deutlich ab: Warm von Antares, DaTube von Steinberg oder der inValve Preamp von Audified beschränken sich auf wenige Bedienelemente und haben zum Ziel, die klassische Röhrensättigung mit dem Ziel einer Belebung des Obertonspektrums und einem Zuwachs an räumlicher Tiefe zu simulieren – was auch durch die Bank gelingt. Sie eignen sich jedoch weniger als Lo-Fi-Effekte oder Verzerrer und sind keine Werkzeuge für experimentelles Klangdesign.

Redoptor setzt hingegen genau hier an: Preamp, Parameter für die Röhrencharakteristik und Filter bilden zusammen mit einem vollparametrischen Vierband-Equalizer einen leistungsstarken Effekt, der sich vor allem für bissige bis destruktive Klänge eignet. Die Presets für die Gitarren sind aus meiner Sicht die Highlights. In Kombination mit anderen Effekten kann Redoptor hier sogar eine ausgewachsene Amp/Speaker-Simulation ersetzen beziehungsweise eine Alternative dazu darstellen.

Auch Effekt-Drums, vor allem für derbere Gangarten des Dance/Club-Genres sind sein Metier. Mit eine wenig Feinarbbeit lassen sich auch Konfigurationen für einen detailreichen Vintage-Sound im Masterkanal erstellen. Die Bereicherung des Obertonspektrums im Zusammenspiel mit den Filtern und dem Equalizer machen auch solche Anwendungen möglich.

Redoptor verfügt zwar nicht über die großzügige Oberfläche von Decimort 2 oder Antresol, ist aber dennoch bequem bedienbar. Die Parameterausstattung ist effizient und die Bedienung rasch erlernt.

Über MIDI Learn lassen sich die Parameter auch über externe Controller steuern. Diese Option findet man bei wenigen Plug-ins.

Der Preis ist ausgesprochen kundenfreundlich.

Testautor: Holger Obst

Plus:

  • umfangreich ausgestattete Röhensimulation
  • Filter und vollparametrischer Vierband Equalizer
  • interessante Gitarren-Presets
  • gute Audioqualität, detailreicher Klang
  • einfache Bedienung
  • MIDI Learn
  • sehr niedrige CPU-Last
  • niedriger Preis

Preis: 39.- EUR (regulär)

Minus:

  • Bias-Regler fast wirkungslos
  • keine Unterstützung von Windows 10, Mac nur bis OS X 10.9
  • kein AAX Format
  • kein VST3-Support

System laut Herstellerangaben:

  • PC: ab Windows 7
  • Mac: OS X 10.7 bis 10.9
  • Formate: AU, VST 2
  • 32 und 64 Bit

Hersteller D16 Group http://d16.pl/home

Produktseite http://d16.pl/redoptor

Inhalt:

Überblick
Zusammenfassung
Presets
Zu den technischen Details
Redoptor für den Master-Kanal – ein Versuch
Weiterführendes
Fazit