Test: Eventide Tverb
Anwendungsbeispiele
Zur Auflockerung ein paar Audiodemos. Zunächst habe ich Francesca mit anderen Presets konfrontiert.
Das Preset „Dynamic Vocal Room“ benutzt ein Decay von 2,45 Sekunden und kommt ganz ohne Direktmikrofon aus:
Eine ausgesprochen warm klingende, natürliche Raumsimulationen.
Bei diesem Preset stehen die Mikros alle zentral, wie auf einer Schur aufgereiht:

Um die Position zu verändern, zieht man sie bei gehaltener Maustaste. Trotz ihrer äußerst fragilen Erscheinung mit dem Charme einer Büroklammer geht dabei nichts schief: Weder brechen sie ab, noch fallen sie um. Ganz im Gegenteil: Man kann solche Bewegungen auch per Automation aufzeichnen.
Auch die Raummikros liefern im Frontbereich einen angenehm trockenen Sound ab. Wenn Sie Ihre Sängerin also in Bewegung versetzen wollen – bitte sehr.
Hier habe ich beide Raummikrofone schnell und chaotisch durch den Raum flitzen lassen:
Dabei ist es ganz erstaunlich, dass es weder zu Audioaussetzern noch zu einem verwaschenen Klang mit unnatürlichem Phasing kommt. Sogar die CPU-Last steigt kaum an. Großes Kompliment an Eventide! (Die einzige andere gelungene Positions-Automation in einem Reverb, die ich kenne, ist die des vergleichsweise hochpreisigen IRCAM Tools / Flux Spat, dort allerdings im Mehrkanalraum und entsprechend rechnenaufwändig.)
Die Strummed Guitar Accoustic von Native Instruments mit dem Preset „Large Guitar Hall“, erst ohne, dann mit Tverb:
Ein Rhythmus aus Native Instruments India:
Mit einer Eigenkreation: Die beiden Raummikros habe ich ganz nach vorne auf die extreme linke und rechte Position geschoben und mit Gates ausgestattet. Dadurch ergibt sich ein flatternder, brüchiger Echo-Klang:
Es geht natürlich auch ästhetischer. Hier ein weiterer indischer Beat, ohne Tverb:
Nun mit Tverb:
Tverb bringt die Instrumente zusammen und erzeugt einen ebenso unaufdringlichen wie runden, sehr lebendigen und plastischen Raumklang.
Das selbe Preset macht sich auch bei Drum recht gut, hier Toontracks Superior Drummer mit Progressive SDX:
Toontracks Superior Drummer ist gut für einen trockenen, organischen Sounds, den man dann mit vielen Feinheiten, wie individuellen Übersprechungen zwischen allen Mikrofonen, bearbeiten kann.
Wenn man das komplette Kit über das Frontmikro mit Kompressor einspielt und die Raummikros mit Gate-Mikrofonen ausstattet, hört es sich auch schon so an:
Nach den ersten beiden Takten habe ich auf den Bypass-Knopf gedrückt, damit der Unterschied zum unbearbeiteten Signal hörbar wird. Man beachte, wie sauber und voluminös der Trommelwirbel am Ende abgebildet wird. Manch anderer Hallerzeuger würde hier zu einer Rappelkiste mutieren.
Nun kann man natürlich auch noch weitergehen und ein wenig mehr Aufwand betreiben. Man bastelt sich eine Tveb Konfiguration und kopiert diese auf verschiedene Ausgangskanäle des Superior Drummers.
Ein weiterer Versuch mit drei Tvebs sepatat für Snare, Bassdrum und Blech:
Die Snare habe ich nach vorne geholt, Bassdrum, Hi-Hat und Becken im Raum verteilt. Das klingt schon recht strange, zeigt aber, wozu man mit Tverb-Instanzen in der Lage ist: Man kann Klangquellen im Raum verteilen. Das dürfte nicht zuletzt für die Filmevertonung von Interesse sein.
