Test: FXpansion Geist 2

 

Man kann ohne Übertreibung sagen, dass FXpansion Geist die derzeit leistungsstärkste virtuelle Beat-Machine ist. Das war schon bei der Ursprungsversion so. Mit Geist 2 hat der Allrounder für elektronische Beats (und mehr) ein umfangreiches Update erfahren.

Recording und Studiotechnik

Hinweis: Die hier abgebildeten Screenshots sind datenkomprimiert und teilweise stark verkleinert. Im Original ist die Oberfläche von Geist 2 großzügig dimensioniert.

Dabei springen dem Geist 1 – User die Neuerungen nicht sofort ins Auge. Einiges versteckt sich unter der Haube.

  • So beispielsweise die neuen Time-Stretch/Pitch-Shift-Algorithmen von Zynaptiq, die zu dem Besten gehören, was man auf diesem Spezialgebiet finden kann.
  • Die Effektsection ist um Algorithmen aus FXpansion Bloom und Maul erweitert worden.
  • Das Modulationssystem wurde komplett überarbeitet, ist nun deutlich umfangreicher und auch intuitiver bedienbar.
  • Das Retina 4k-kompatible Interface ist skalierbar – bei der Fülle an Funktionen und Bedienelementen von elementarer Bedeutung für einen bequemen Workflow ohne Lesebrille.
  • Eine neue Sound Library von Splice Sounds ist an Bord. Zudem kann man sich (derzeit, Stand Juni 2016) zwei Erweiterungspakete frei hinzuwählen.
  • Die Oberfläche wurde insgesamt neu arrangiert, der Workflow in einigen Bereichen verbessert. Geist 1 war nicht gerade schlecht konzipiert, sodass auch einiges gleich geblieben ist. Die Neuerungen sind insgesamt sinnvoll und dienen nicht dem Selbstzweck des Etiketts „neu“.

 

Was ist Geist?

Für die, die sich noch nicht näher mit FXpansion Geist beschäftigt haben, hier ein grober Überblick:

Geist 2 ist eine virtuelle Rhythmusmaschine, mit der eine Produktion vom ersten Sample bis zum finalen Mix ohne Outboard-Equipment gefahren werden kann. Man kann also auch ohne Sequencer alleine mit der Standalone-Version arbeiten und wird dabei nichts vermissen – vom Mastering mal abgesehen.

Geist ist ein Sampler (und Sample Player), der nicht nur bis zu acht anschlagsdynamisch gestaffelte Samples auf ein Trigger-Pad legen kann, sondern auch rhythmische Audioclips in Abschnitte bzw. Hits zerlegen (Slices) und in Form von (transformierten) Loops bzw. Sequenzen abspielen kann.

Ganze acht Engines können simultan arbeiten. Geist kann über die Verwendung als komplexe Beat-Machine hinaus auch als Klanglabor für allerlei abgedrehte, rhythmische Experimente verwendet werden.

  • Es können dynamische Hits, Pattern, Sequenzen bzw. Scenes und auch komplette Song-Arrangements abgespielt werden.
  • Geist verfügt über acht Engines. Jede Engine stellt eine voll ausgestattete Beat-Machine dar und verfügt zunächst über 64 Slots bzw. Trigger-Pads (s.o.), die mit Hits und Slices gefüllt werden können.
  • Jedes dieser Pads bietet acht Layer (= Samples, Slices), die in zufälliger Reihenfolge zufällig, anschlagsdynamisch gestaffelt oder als alternierende Round-Robins abgespielt werden können.
  • Die einzelnen Hits werden über einen Pattern-Sequencer abgespielt. Dieser verfügt folgerichtig über 64 Linien (für die 64 Pads). Jedes Pattern kann eine Länge von bis zu 1024 Steps messen – das dürfte selbst für abendfüllende Kompositionen reichen. Insgesamt können pro Engine 24 Pattern programmiert werden.
  • Die Pattern der acht Engines können in 64 Scenes zusammengestellt werden. Diese Scenes können ebenso wie die Pattern über die Tastatur abgerufen werden.
  • Im Song Mode können schließlich Arrangements mit den acht Engines als Tracks erstellt werden.
  • Für die Klanggestaltung steht ein Sample-Editor auf Layerebene zur Verfügung. Individuelle Effekte können jedem Layer, jedem Pad und jeder Engine zugewiesen werden – und zwar gleich eine ganze Kette aus jeweils sechs Effekten. Damit eröffnen sich wahrhaft ausgeklügelte Klangverfremdungen. Wer es hier übertreibt, kann selbst den schnellsten Rechner in die Knie zwingen.
  • Dem nicht genug, erweist sich das Modulationssystem (TransMod System) als ebenso übermächtig. Ganze 29 Modulationsoptionen können eingesetzt werden, darunter 16 Slots, über die frei wählbare Modulatoren mit Zielparametern verbunden werden – bei Bedarf mit mehreren Zielen.
  • Via MIDI-Learn können praktisch alle Parameter einschließlich jener der Effekte über externe Controller gesteuert werden. Vier Makros dienen dazu, mit einem externen Controller beliebig viele Parameter gleichzeitig zu steuern.
  • Audio lässt sich aufnehmen, resampeln und exportieren. Pattern können innerhalb eines Sequencers auch einfach als MIDI-Files in das Arrangement gezogen werden.

Alles klar? Nein? Geist ist kein Buch mit sieben Siegeln, sondern durch und durch logisch aufgebaut. Angesichts der extrem vielseitigen Ausstattung ist Geist 2 unausweichlich keine komplett selbsterklärende Software. Unser Test soll nicht nur verifizieren, was Geist drauf hat, sondern auch die wichtigsten Bedienschritte aufzeigen. Fangen wir an.

 

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