Test: Presonus Acoustic Drum Loops Pro – Multitrack

Mit den Presonus Acoustic Drum Loops Pro lässt sich Studio One 2 und das aktuelle Studio One 3 um Drum Content erweitern, welcher sich in Form von Einzelspuren in der DAW verwenden lässt und eine stilistische Bandbreite von Acoustic, Blues, Reggae, Country, Jazz, Metal, R&B, Funk und Rock/Pop abdeckt.

Hinweis: Dieser Test entstand noch mit Studio One 2. Inzwischen liegt uns Studio One 3 vor, und es hat sich erwartungsgemäß herausgestellt, dass die Drum Loops kompatibel sind.

Installation und Autorisierung

Die einzelnen Soundsets lassen sich nach dem Kauf über den User-Account auf Presonus Webseite laden.

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Nachdem der Content extrahiert und installiert ist, finden sich die Drumspuren beim nächsten Start von Studio One 2 unter dem Reiter Sounds.

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Überblick

Das Schlagzeug in der populären Musik ist immer noch das Instrument, welches am schwersten aufzunehmen ist. Vor allem wenn man als Einzelkämpfer in den heimischen vier Wänden arbeitet, stößt man in Sachen Schlagzeug sehr schnell an seine Grenzen. Die Anzahl der Spuren ist natürlich heute nicht mehr so dass Problem, aber trotzdem benötigt man eine ausreichende Anzahl von Mikrofonen, Preamps und nicht zuletzt den passenden Raum.

Nach Drumcomputern und Plug-ins führen uns die Acoustic Drum Loops jetzt zurück zu den Quellen, da die Acoustic Drum Loops Pro in Form von Einzelspuren zur Verfügung stehen.

Die Drum-Aufnahmen wurden laut Presonus in einem State-of-the-Art-Studio mit hochwertigen Mikrofonen aufgenommen. Jeder “Style” enthält eine Sammlung zueinander passender Loops, die frei kombiniert werden können. Es gibt Variationen für Strophen, Bridges, Choruses, oder Fills. Die Multitrack-Files beinhalten Einzesspuren für Kick (Mikrofon innen und außen), Snare (Snare Top und Snare Bottom), Hihat, Toms, Ride, Overhead-Mikrofone, Raummikrofone und Ambience.

 

Sounds

Presonus hat die Acoustic Drum Loops zum Glück nur wenig vorbehandelt, schließlich hat Studio One 2 ja auch alles mit an Bord um die Einzelspuren detailliert zu formen.

Die folgenden Soundbeispiele sollen zeigen, wie die Acoustic Drumloops Pro mit den Bordmitteln von Studio One 2 bearbeitet werden können.

Hören wir uns als Beispiel einen aus den 70s Funk Stets zusammengestellten Loop an.

 

Hier ist noch gar nichts gemischt, alle Kanalfader stehen auf Unity Gain.

Ganz so, wie wenn man eine Mehrspuraufnahme von einem Drumset vor sich hat, kann man nun die einzelnen Spuren aber mit Effekten bearbeiten.

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Eine gute Idee ist es, eine Aufnahme zunächst mit Markern zu versehen, so dass man z.B. gezielt zu Fills navigieren kann, in denen Toms gespielt werden, und nicht den ganzen Song durchhören muss, bis endlich ein Tom, Crash oder Ride einsetzt.

Ganz klassisch fange ich eigentlich immer mit der Kick Drum an, gibt diese doch den Puls eines Stücks vor.

Solo hört sich die Kick Drum aus den 70’s Funk Stems wie folgt an. Man hört hier zunächst nur die Spur mit dem Mikro im Inneren des Kessels.

 

Für die klangliche Bearbeitung einer Kick Drum hat Studio One 2 den Fat Channel mit an Bord, der im Grunde alle Elemente beinhaltet, die man hier gebrauchen kann, wie High Pass Filter, Gate/Expander, Compressor, EQ und einen Limiter

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Was man hier sieht, klingt nun wie folgt.

 

Schaltet man nun die Spur hinzu, welche die Kick mit einem Mikrofon außerhalb des Kessels aufgezeichnet hat, klingt das Ergebnis zunächst etwas nach Pappe.

 

Das legt nahe, dass die Phasenlage verschoben ist und sich Frequenzen auslöschen. Also schnell das Mixtool in den Insert gezogen und Inverse Phase angeschaltet.

 

Das gefällt mir besser.

Die gleiche Vorgehensweise lässt sich dann bei der Snare anwenden.

Auch hier bearbeite ich zunächst das Signal der Snare Top-Spur und blende dann die Snare Bottom-Spur dazu.

Mittlerweile hört sich die Mischung aus Kick Innen, Kick Außen, Snare Top und Snare Bottom wie im folgenden Beipsiel an.

 

Der Snare spendiere ich gleich noch etwas Reverb aus dem Room Reverb.

 

Als nächstes kommt die HiHat hinzu, die natürlich entsprechend im Stereobild gepannt werden muss.

Bei der Klangbearbeitung empfiehlt es sich, die HiHait im unteren Bereich des Frequnezspektrums zu „entrumpeln“.

Wie viel sie dann oben zischeln darf, ist natürlich Geschmackssache und abhängig vom der jeweiligen Stilistik.

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Kommen wir nun zu den drei Toms.

Um diese richtig im Stereobild zu platzieren ist es hilfreich, in die Overheads reinzuhören, um die korrekte Position in der Aufnahme auszumachen.

Die richtige Position gefunden, im unteren Frequenzbereich etwas entschärft und dafür mehr Kessel, klingt unser Drum Set mit inkl. der drei Teams nun wie folgt.

 

Nun kommen wir zu den Overheads. Da die Acoustic Drum Loops auch noch Room- und Ambience-Spuren beinhalten, kann man sich eigentlich hier darauf beschränken, die oberen Frequenzen in den Mittelpunkt zu stellen und unten alles störende wegzufiltern, so dass primär die Becken über die Overheads wiedergegeben werden.

 

Hat man neben den Overheads jeweils eigene Spuren mit Raummikrofonen, so kann man sich auch gut und gerne Reverbeffekte sparen und die originalen Rauminformationen zumischen.

Da wir zusätzlich auch noch Ambience-Mikrofone im Angebot haben, route ich mir die beiden Ambience-Spuren auf einen Bus und komprimiere diese ziemlich heftig.

Das ist ein Trick, den man z.B. ganz ins Extrem getrieben bei Phil Collinsauf dem Schlagzeug hört. Hier haben es ausnahmsweise mal nicht die Schweizer erfunden, sondern das Reverse Talkback einer SSL-Konsole ist schuld!

 

Die korrespondierenden Spuren unterschiedlicher Parts passen meist sehr gut zusammen, ab und zu kann es aber vorkommen, das man die Übergänge etwas feintunen muss, um den Song rund zu bekommen. So muss man sich dann doch hier und da mal eine Bass Drum klauen, was aber kein Problem darstellt.

Der oder die Drummer haben die Vorgaben stilsicher umgesetzt, so dass die Loops auch authentisch klingen.

 

Fazit

Die Acoustic Drum Loops stellen in der Multitrackversion eine nette Ergänzung zu Studio One dar. Mit den Bordmitteln von Studio One 2 lassen sich die Einzelspuren in jeglicher Form bearbeiten und ausgestalten.

Die Tracks sind sehr gut aufgenommen und vermitteln echtes Studio-Feeling.

Mit einem angemessenen Preis lässt sich so das klangliche Spektrum von Studio One 2 deutlich erweitern.

Neben der Pro-Version gibt es parallel ebenfalls die Acoustic Drum Loops Complete, die neben den Einzelspuren auch Stereoloops enthalten.

Testautor: Heiko Wallauer

Plus

  • Drumtracks als Einzelspuren
  • Sounds wenig vorbehandelt
  • Vielfältige Kombinationsmöglichkeiten

Systemvorraussetzungen

  • Presonus Studio One 2.6.4

Preis: €53,38

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