Test: Native Instruments Symphony Series String Ensemble

Das String Ensemble, die Dynamiksteuerung und weitere globale Parameter

In diesem Instrument sind alle Sektionen vereint. Zur Orientierung ist die virtuelle Klaviatur unterschiedlich eingefärbt: Rot steht für die Bässe, Gelb für die Celli, Grün für die Violas und Blau für die Violinen. Der Spielbereich reicht von C0 bis E6. Oberhalb finden sich Steuertasten für die Artikulationen (Rot für lange Spielweisen wie etwa Sustain, Grün für kurze wie etwa Staccato, Lila für Runs). F6 bedient die klassische Sustain-Artikulation.

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Per default startet man im Performance-Menü.

Wie schon beim Symphonie Series Brass Ensemble dient der große zentrale Hauptregler der Dynamikkontrolle. Dieser ist werksseitig dem Modulationsrad (CC1) zugeordnet, kann aber per Rechtsklick und MIDI-Lerndialog auch einem anderen Controller zugewiesen werden.

Alleine mit diesem Regler gelingt eine beeindruckende fließende Dynamiksteuerung ohne störende Klangverfärbungen. Das Überblenden zwischen mehreren Velocity-Layern wird nahtlos umgesetzt. Dass man hier quer durch verschiedene dynamisch gestaffelte Samples surft, fällt nicht auf – exzellente Arbeit! Auch gebunden gespielte Noten gelingen mit fließenden Dynamikverlauf …

 

… ebenso Artikulationswechsel, im folgenden Audiodemo zwischen Sordino Sustain Vibrato und Tremolo …

 

… mit folgender Modulationskurve des Dynamikreglers:

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Die leiseren Spielweisen verfügen über einen weicheren Klang und ein etwas langsameres Attack als die lauten Spielweisen. Dynamikwechsel bewirken also nicht nur einen Lautstärkewechsel, sondern auch einen Unterschied in der Klangfärbung und im Klangverlauf.

Zur reinen Lautstärkeanpassung dient der Expression-Slider, per default MIDI CC 11 zugewiesen (Expressionpedal).

Attack steuert die Einschwingdauer und interagiert mit dem Dynamics-Regler (s.o.: je höher die Dynamik, desto kürzer das Attack). Kleine Veränderungen beider Parameter können verwendet werden, um den Klang auf subtile Weise abwechslungsreicher und natürlicher zu gestalten.

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Release defniert die Ausschwingzeit nach dem Note-Off.

Mit Brightness steuert man den Klangcharakter: Niedrige Werte führen zu einem warmen, intimen Klang, hohe Werte betonen das Geräusch der vom Bogen gestrichenen Saite. Die Stricher klingen dann hell und strahlend. Dabei wird jedoch nicht zwischen verschiedenen Samples überblendet, sondern ein für diesen Anwendungszweck optimiertes Filter verwendet.

Immer noch im Performance Menü, unterhalb der fünf kontinuierlich steuerbaren Parameter, findet man links zunächst das Submenü zur Auswahl der Artikulationen und deren Zuweisung zu Steuertasten.

Beim String Ensemble können sieben Artikulationen den Steuertasten F6 bis C7 zugewiesen werden:

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Alternativ kann man auch per frei zuweisbarem MIDI-Controller zwischen den Spielweisen wechseln:

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Unabhängig davon, ob man per Steuertaste oder Controller zwischen den Spielweisen wechselt, wird die aktuelle Artikulation immer im kleinen Artikulations-Display angezeigt:

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Kurze Spielweisen sind mit Round Robins (alternierende Wiederholungssamples) ausgestattet, um bei wiederholtem Spiel derselben Note mit gleichbleibender Anschlagsstärke zu vermeiden, dass immer wieder das selbe Sample abgespielt wird.

Staccato und Spiccato verfügen beispielsweise über vier Round Robins, die entweder kontinuierlich durchlaufen (a – b – c – d – a …) oder in zufälliger Reihenfolge ausgewählt werden.

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Dabei bietet der Slam-Regler, der auch über einen externen Controller gesteuert oder automatisiert werden kann, eine stufenlose Komprimierung, mit der man zusätzlich Dramatik ins Spiel bringen kann.

Im folgenden Audiodemo hören Sie eine Akkordfolge mit Staccato-Repetitionen. Dabei kommen (wie oben beschrieben) vier Round Robins in zufälliger Reihenfolge zum Einsatz. Automatisiert habe ich zunächst nur den Dynamics-Regler:

 

Die dynamische Steigerung ist mehr oder weniger kontinuierlich. Nun habe ich den Slam-Parameter verwendet, um innerhalb der einzelnen Akkorde eine zusätzliche Steigerung zu erzeugen. Ein Blick in die Automationsspuren von Cubase 8.5 zeigt, worum es geht:

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Und so hört es sich an:

 

Als automatische Repetitionen stehen Achtel, Achtel-Triolen und Sechzehntel zur Verfügung. Des Weiteren ist es möglich, diese mit verschiedenen Akzentuierungen zu versehen:

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Beim Audiodemo oben kamen Achtel-Repetitionen mit Accent 1+3 zum Einsatz.

Die selbe Performance mit 16-tel Repetitionen und starker Akzentuierung:

 

Die Steigerung lässt sich auf die Spitze treiben, indem man mit höherer Dynamik die Releasezeit verkürzt. Vom Höreindruck her holt man die Streicher damit nach vorne. Diesen Eindruck kann man zudem durch ein dezentes Hochfahren des Brightness-Parameters verstärken: Je näher die Streicher kommen, desto detailreicher und auch ein wenig bissiger wird das Klangbild:

 

Die Dynamikspanne, die diese Streicher bieten, ist außergewöhnlich breit aufgestellt. Automatisiert man zusätzlich Slam, Release und Brightness, so klingen auch die automatischen Repetitionen alles andere als maschinengemacht und liefern eine packende Dramaturgie mit fließenden, natürlichen Übergängen des Klangverlaufs.

Einen Humanize-Parameter, der zusätzlich weg vom allzu akuraten Spiel führt, vermisst man nicht unbedingt – dennoch wäre er eine hübsche Ergänzung gewesen.

Hier hören Sie die Artikulation Spiccato. Nun habe ich zusätzlich noch die Attackzeit im Verlauf verkürzt und den Expression-Regler von 50 auf 100% hochgefahren:

 

Bislang kamen nur Celli und Violinen zum Einsatz. Durch einfaches Kopieren und Transponieren des MIDI-Patterns um 12 Halbtöne nach unten füge ich Bässe und Violas hinzu, dieses Mal in der Pizzicato-Spielweise: