Test: Slate Digital FG Bomber

Weitere Anwendungsbeispiele

Als nächstes schnappen wir uns einen Bass, und zwar einen kurzen Spalbass-Loop aus dem Bonusmaterial der Expansion Library Ethno Techno von ILIO für Stylus RMX. FG-Bomber schalte ich mit dem dritten Takt ein und verwende das Preset „Fat Bass“ (Modus: Fat), drehe aber Drive und Intensity über die 12-Uhr-Position hinaus auf, um den Effekt deutlicher zu machen:

 

FG-Bomber betont auch hier die Transienten; der Bass gewinnt an Durchsetzungskraft. Der Effekt ist jedoch nicht so deutlich wie zuvor bei den Drums und eher subtil.

Auch für Vocals gibt es Presets. Ich nehme japanische Hayashi-Gesänge, die ich mir vor zehn Jahren in Form einer Sampling-CD mit Rex-Files für Stylus aus Fernost habe zuschicken lassen. (Die Gesänge sind recht ungewöhnlich und interessant; leider sind die Slices etwas ungenau, sodass es zu Artefakten kommt. Diese Artefakte gehen also nicht zu Lasten unseres Testkandidaten.)

Ich verwende das Preset „Vocals Impact“. FG-Bomber schalte ich in Takt 5 hinzu:

 

FG-Bomber macht die Vocals präsenter.

Die Bass- und Gesangsbearbeitung hinterlässt beim ersten Probehören keinen spektakulären Eindruck, wenngleich in beiden Fällen die Charakteristik der Originalsignale hervorgehoben und der Klang druckvoller wird. Hört man sich aber Drums, Bass und Gesang gemeinsam mit und ohne FG-Bomber an, so wird deutlich, was das Plug-in leistet.

Um den Sound etwas gefälliger zu machen, habe ich zwei Hofa IQ-Reverbs in Send-Effektwege gepackt. Der eine unterstützt den Gesang mit einem kurzen Slapback-Reverb, der andere platziert Drums und Bass in einen Club-Raum (Preset „Power Room“). Ohne FG-Bomber:

 

Mit den drei FG-Bomber-Instanzen:

 

Es zeigt sich, dass die FG-Bomber-Instanzen im Zusammenspiel den Mix deutlich aufwerten, kraftvoller und räumlicher machen. Der Mix atmet regelrecht.

Um das Ganze auf die Spitze zu treiben, habe ich im Masterkanal noch eine weitere Instanz von FG-Bomber geladen, Modus Tight, niedriger Drive-Wert und nur 25% Intensity:

 

Noch plastischer wird es, wenn man in der Instanz des Masterkanals den Drive- und Intensity-Regler in die 12-Uhr-Position bewegt. Das VU-Meter zeigt jetzt eine Übersteuerung von +5 dB an, was das Plug-in aber ohne digitale Verzerrungen wegsteckt. Die Erhöhung des Intensity-Wertes bewirkt, Sie erinnern sich, dass nun der Effektanteil bei rund 50% liegt. Im Mastkanal muss ich allerdings einen Limiter einsetzen (L2 von Waves). Die beiden Halleffekte fahre ich etwas herunter; sie würden sonst durch die Kompression und das Limiting zu stark in den Vordergrund treten und den Klang verwischen.

 

Im letzten Anwendungsbeispiel habe ich zwei Loops aus der Ueberschall Library „Glitch Art“ mit einem Bass aus Sugar Bytes Cyclop kombiniert. Es liegen drei Tracks vor: Ein komplexer Glitch-Mix, Vocals und der Bass. Hier zunächst unbearbeitet:

 

Ich lade drei Instanzen des Virtual Mix Racks und FG-Bomber. Den Glitch-Mix versorge ich mit dem FG-Bomber Preset „Dance Wow“, Modus Tight. Die Höhen werden leicht angehoben, der Klang tritt nach vorne und wirkt deutlich detailreicher.

Für die Vocals nehme ich das Preset „Vocal 3D“, welches ebenfalls den Tight-Modus verwendet, für den Bass „Bass Edgy“. In allen drei Fällen belasse ich es bei den Werkseinstellungen. Das Ergebnis:

 

Der Ueberschall-Mix ist eigentlich von Haus aus markant und produktionsfertig. Trotzdem wertet FG-Bomber den Klang hörbar auf, schafft mehr Tiefe, Druck und betont den Detailreichtum. Mit individuell zusammengestellten Effektketten aus Equalizer, Kompressor und Röhrensättigung hätte ich sicher eine halbe Stunde experimentiert, um im Erfolgsfall einen ähnlichen Klang zu erreichen – immer mit dem Risiko der „Verschlimmbesserung“. Mit FG-Bomber steht die Sache in einer Minute, ohne das Risiko mixtechnischer Ausrutscher.

Womit ich nicht sagen will, dass man ab sofort an klangbearbeitenden Werkzeugen nur noch FG-Bomber bräuchte. Aber das Plug-in klingt einfach gut und kann sich, vor allem, wenn man unter Zeitdruck arbeitet, als Wunderwaffe und Mittel der ersten Wahl erweisen.

Es bleibt jedem überlassen, ob er den Sound mit zusätzlichen anderen Plug-ins noch weiter aufpolieren möchte, was sicher im ein oder anderen Fall keine schlechte Idee ist. Auch Slate Digital hat noch einige andere Spezialitäten im Programm, die durch FG-Bomber nicht ihre Existenzberechtigung verlieren. Aber eine grundsolide Basis für weitere Detailarbeiten, ein prächtig analog und organisch klingender Grundsound ist mit FG-Bomber im Nu zu erreichen.

Hier habe ich noch ein Gitarren-Riff hinzugefügt (aus Ueberschall Shred Guitar); die Gitarre zunächst wieder ohne FG-Bomber …

 

.. und nun mit dem Preset „Guitar Aggressive“:

 

Nun noch einmal alles zusammen, jetzt mit etwas mehr Hall auf den Vocals und einer weiteren Instanz von FG-Bomber im Masterkanal (Preset: Mixbuss Presence Push), ganz dezent per Intensity-Regler beigemischt:

 

Die vier FG-Bomber-Instanzen fordern die CPU übrigens kaum heraus. FG-Bomber gibt sich sehr genügsam und ist auch live bei geringer Puffergröße und niedrigen Latenzen problemlos einsetzbar.