Test: Spectrasonics Keyscape – Teil 2

Wie angekündigt folgt hiermit der zweite Teil unseres Tests zu Spectrasonics Keyscape. Dieses Mal geht es um die Architektur, die akustischen Pianos und die Belltone Keyboards, wieder einschließlich Audiodemos und Screenshots.

Hinweis: Die Screenshots sind aufgrund unseres Seitenformats teilweise verkleinert. Unser Testkandidat verfügt über eine großzügig bemessene Oberfläche, sodass komfortabel gearbeitet werden kann. Die Beschriftungen und alle grafischen Elemente sind im Original klar abgebildet und gut erkennbar.

Die Architektur ist relativ schnell abgehandelt, denn sie ist erfreulich einfach ohne dabei Wichtiges auszulassen. Details der Klangeinstellung spielen sich in Form von Menüs der einzelnen Patches ab und variieren von Instrument zu Instrument. Die näheren Beschreibungen zu der Herkunft und Beschaffenheit der Instrumente stammen weitgehend aus dem Info-Menü von Keyscape.

Für zahlreiche Audiodemos habe ich Pattern aus diversen Libraries für Toontracks Ezkeys verwendet (und kenntlich gemacht).

Bevor wir uns mit dem Browser beschäftigen, werfen wir einen Blick auf die

 

Grundeinstellungen:

Die Funktionen des Settings Menüs sind weitgehend selbsterklärend:

Recording und Studiotechnik

Unter Scale finden sich auch exotische Stimmungen:

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Zum Anpassen der Anschlagsdynamik bewegt man das Fadenkreuz in der Velocity-Kurve oder lädt gleich ein passendes Preset:

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Hier werden die wichtigsten Keyboards bedient, etwa alle gängigen Roland- und Native-Instruments-Masterkeyboards, leider nicht das Kawai VCP 1. Ist aber kein Beinbruch, denn eine Kurve hat man schnell selbst generiert und kann diese dann über das Schlosssymbol auch arretieren, sodass sie bei jedem Start von Keyscape und bei jedem Presetwechsel geladen wird. Abgesehen davon gibt es wohl kein Masterkeyboard ohne eigene Velocity-Kurven.

Über Thinning lädt man nicht etwa eine ausgedünnte Anzahl von Samples, die sich nach dem eingespielten Arrangement richtet (das kennt man von anderen sample-intensiven Libraries: Alle Samples, die nicht benutzt werden, kann man aus dem Arbeitsspeicher entfernen, um RAM frei zu machen), sondern eine auf das jeweilige Patch zugeschnittene, reduzierte Sample-Belegung. Klickt man auf den Thinning-Taster, so wird das Patch mit dieser verringerten Sampleanzahl erneut geladen. Will man die Eco-Lösung generell verwenden, so lässt sich die Thinning-Funktion auch arretieren.keyscape_bild27

Auch die Anzahl von Stimmen lässt sich begrenzen. Spielt man ausladende Passagen mit durchgängig getretenem Sustain-Pedal, so kann es zu einer erheblichen Beanspruchung der CPU kommen. Zeitgemäße Rechner werden damit auch bei niedriger Latenz (und entsprechend geringer Puffergröße) in der Regel kein Problem haben; ältere DAWs möglicherweise schon. Thinning und die Begrenzung der Stimmenanzahl sind für solche Systeme gedacht.

Unter System lässt sich bestimmen, wie viel Arbeitsspeicher verwendet werden soll. Streaming kann man auch abschalten. Das bringt zwar eine erheblich längere Ladezeit mit sich, kann aber die Rettung sein, wenn es durch das Streamen von zu langsamen Disks oder zu vielen gleichzeitigen Streaming-Prozessen (etwa in Kombination mit anderen Libraries) zu Audioaussetzern kommt.

 

MIDI Learn und Utility

Per Rechtsklick auf einen Regler öffnet man den MIDI-Lerndialog. Hat man ein komplettes Controller-Set zur persönlichen Areitsumgebung maßgeschneidert, so kann man dieses auch als Template über das Ultility-Menü abspeichern:

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Keyscape ist kein verschachteltes Instrument, sondern recht übersichtlich aufgebaut. Will man erst einmal erfahren, womit man es zu tun hat, so finden sich auf der Info-Seite Angaben zum verwendeten Instrument:

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Das Yamaha C7 mit den Renner Blue Point Hämmerchen kenne wir schon von unserem Rundgang (Teil 1 des Tests). Das Instrument ist ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig die Beschaffenheit des „Anschlagsmaterials“ ist: Hier geht es um den besonderen Klang der langfaserigen Filzwolle, mit der die hölzernen Hämmer bestückt sind, und die (unter anderem) maßgeblich für den besonderen Klang des Instruments sind. Wir kommen darauf gleich zurück …

 

Der Browser

Anders als bei Omnisphere gibt es bei Keyscape „nur“ den (einklappbaren) Browser in der linken Spalte der Oberfläche:

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Dieser ist bei Keyscape mit einer zwar nicht gerade sparsamen aber dennoch nicht so überbordenden Auswahl an Presets wie bei Omnisphere 2 auch ausreichend. Über die Suchfunktion kann man bestimmte Varianten schnell finden. So werden nach Eingabe des Begrifft „Honky“ (für Honky Tonk – Saloonpianos) treffsicher die beiden geeigneten Exemplare angezeigt:

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Außerdem kann man hier auch Sternchen vergeben, seine Lieblinge markieren und diese später über die Favoriten-Suchfunktion dann schneller wiederfinden. Sie stehen dann nämlich ganz oben in der Liste der jeweiligen Kategorie:

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