Test: Spectrasonics Keyscape – Teil 2
Wir kommen zum LA Custom C7 – Ballad (mit den Renner-Hämmerchen aus der Ära nach der Wiedervereinigung Deutschlands).

Dabei handelt es sich nicht um ein Yamaha C7 im Original, sondern um vom Piano-Spezialisten Jim Wilson vorgenommene Modifikation. Laut Manual gehen weitere klangliche Eigenschaften wie etwa die Resonanzen der Release-Samples aber auch die eingebundenen Nebengeräusche (Pedale etc.) auf die Software-Spezialisten von Spectrasonics zurück. Das darf man auf andere Instrumente der Library übertragen und es wird auch den effektiven Parameter „Color Shift“ betreffen, sowie die verschiedenen Klang-Charaktere. Jedenfalls werden keine neuen Samples geladen, wenn man hier umschaltet.
Die folgende Passage stammt aus EZKeys Ballad. Sie hören den LA Custom C7 – Ballad mit der Klangcharakteristik „Warm“, Color Shift in neutraler 12-Uhr-Position:
Hier habe ich den Basisklang „Soft“ verwendet und Color Shift wie abgebildet moduliert, um jeweils den Taktanfang zu betonen:

Wechselt man zum C7 Club, so werden neue Samples geladen.
Die selbe Passage mit dem Klang „Stage“ des Club-Modells hört sich deutlich höhenbetonter und drahtiger an:
An diesem Klang ist der Equalizer maßgeblich beteiligt, der hier in der Werkseinstellung über High Bosst für eine Anhebung des oberen Frequenzspektrums sorgt:

Beim Wechsel zum Kompressor-Menü stellt sich allerdings heraus, dass die zuvor aufgezeichnete Modulation des Color-Shift-Parameters nun zusätzlich vom Input-Regler des Kompressors übernommen wird.

Beim Audiodemo war davon nichts zu hören, da der Kompressor ausgeschaltet ist. Per Rechtsklick und „Unlearn“ …

… kann man diese Zuweisung schnell beseitigen; die Automation von Color Shift bleibt erhalten.
Ein weiteres Modell, welches sich deutlich vom bisher Gehörten abhebt, ist das geheimnisvoll und etwas düster klingende „Dark Tone“ …

… ein Traum von einem Klavier – vor allem für melancholische Filmszenen:
Auch hier spielt allerdings wieder ein Regler mit, der eigentlich still halten sollte: Die Modulation von Color Shift wird nun ungefragt auf die Hallzeit übertragen, während der Regler Color Shift dieses Modells sich nicht bewegt.

Color Shift habe ich mit dem Modulationsrad gesteuert. Lade ich nun neue Patches aus der Abteilung Acoustic Pianos, so wird die zuvor durchgeführte Zuweisung des Modulationsrades auf unterschiedliche Parameter verteilt (Kompressor, Reverb Time und auch Color Shift). Lädt man Keyscape hingegen komplett neu, so reagiert das Instrument nicht mehr auf eine Bewegung des Modulationsrads. Der Fehler muss also in der tiefer liegenden Engine begründet sein, die eine einmal getätigte MIDI-Controllerzuweisung auf neu geladene Patches überträgt und dabei die zugewiesenen Parameter wechselt.
