Test: Spectrasonics Keyscape Teil 3
Mit dem Vibranet von Vintage Vibe vollführen wir einen Zeitsprung. Das Instrument wurde 2014 hergestellt.

Ähnlich (aber nicht identisch) findet man hier wieder verschiedene Amp-Modelle, den bekannten Wah/Envelope Filter, vier Pick-Up-Varianten und Color Shift. Das Vibranet wird vielseitig mit verschiedenen Patches präsentiert, und auch die Klanggestaltung innerhalb der Patches lässt nichts zu wünschen übrig.
Das Vibranet liefert einen satten, markanten Bass und zeigt sich auch in den Höhen bissig – wenn man den Amp auf „crunch“ eingestellt hat.
Hier war wieder Toontracks EZdrummer, EZX Funk sowie ein Pattern aus EZkeys Funk MIDI beteiligt.
Wir kommen zu den Electric Pianos – Rhodes, Wurlitzer und andere:

Dieses Modell kennen wir bereits aus Teil 1 unseres Tests. Kein Grund, nicht nochmal kurz reinzuhören:
Spectrasonics huldigt der Legende mit ausgezeichneten Klängen, wie ich sie in dieser Pracht und Anmut noch bei keinem virtuellen Rhodes erlebt habe – und einige Mitbewerber sind durchaus nicht zu verachten. Aber das hier ist absolute Spitzenklasse.
Rhodes – LA Custom Lush
Man könnte bei diesen Modellen noch eine lange Zeit verweilen, aber das Wurlitzer schaut schon um die Ecke …

… mit Amp-Simulation, mischbaren Nebengeräuschen der Mechanik und des Pedals, Bandsättigung, Hall und den Effekten Chorus, Phaser oder Vibrato – ein weiteres Schwergewicht von Keyscape.
Das hier präsentierte Modell 140B ist der König der Rock-Balladen (zusammen mit dem Rhodes) und wurde zwischen 1962 und 1980 gefertigt. Die Klangerzeugung basiert auf Metallröhrchen, die mit Hämmerchen angeschlagen werden. Um die Röhrchen zu stimmen, wurden sie tropfenweise mit Wasser gefüllt. Der Sound wurde über Pickups zu einem eigens für das Wurlitzer entwickelten Verstärker und Speaker geleitet. Je nach Spielweise und Verstärkereinstellung variiert der Klang von einem eher knochentrockenen, markanten und leicht aggressiven Sound bis zu einem sanften Klang nahe am Vibraphon. Das Wurlitzer konkurriert klanglich also eigentlich nicht mit dem Rhodes, sondern hat einen ganz anderen Charakter. Es prägt zahlreichen Rock-, Soul und Jazz-Titel, unter anderem von den Carpenters, Supertramp, Queen und Pink Floyd („Money“ – wahrscheinlich der letzte Hit im 7/4-Takt) (Quelle: Spectrasonics Manual, Wikipedia).
Das folgende Audiodemo ist von „Money“ inspiriert. Die Drums stammen wieder von Toontracks EZdrummer, EZX Funk. Den Beat habe ich dieses Mal selbst eingespielt. Die Suche nach passenden Vocals aus der Dose gestaltete sich schwierig. Schließlich bin ich auf Soundirons Voices of Rage gestoßen – sicher eine extreme Lösung. Mit dem Wordbuilder kann man Verse generieren.
Der Bass stammt aus Spectrasonics Keyscape und wird vom Vintage Vibe Tine Bass Piano erzeugt.

Ein Verzerrer und eine Amp-Simulation sind mit an Bord. Das Vintage Vibe ist eine edle Nachbildung eines Rhodes Piano Bass, der zwischen 1960 und 1975 hergestellt wurde und zum favorisierten Equipment des Doors Pianisten, Ray Manzarek, gehörte. Das Vintage Vibe verfügt über einen eigenen Röhren-Preamp.
Die Akkorde stammen vom oben abgebildeten Wurlitzer-Modell.
