Test: Spectrasonics Keyscape Teil 3

In Teil 3 unseres Tests schauen wir uns weitere Instrumente aus Keyscape an: Clavintes, E-Pianos, Mini-Pianos, DUO-Instrumente, Bass-Pianos und mehr.

Wir steigen bei den Clavineten ein. Das Hohner Clavinet steht hier an erster Stelle. Mit einem drahtigen und zugleich etwas dünnen Klang könnte man es als elektrisches Cembalo bezeichnen. In den 70er Jahren wurde es zunächst häufig im Funk und Rock eingesetzt und gewann später auch unter Jazz-Pianisten Freunde, darunter Herbie Hancock. George Duke spielt bei Frank Zappas Zombie Woof auf einem Clavinet. Zu den Rock-Stars, die das Clavinet verwendet haben, zählen unter anderem Nina Hagen, Pink Floyd, Led Zeppelin und der gute alte Elvis.

Recording und Studiotechnik

Die Klangerzeugung ist tatsächlich dem eines Cembalos nicht unähnlich: Pro Ton wird eine Saite wird mit einem Hämmerchen angeschlagen und über Pick-Ups abgenommen. Auf diese Weise verfügt das Clavinet über eine natürliche, mechanische Anschlagsdynamik mit vergleichsweise hartem Attack. Mit dem Loslassen der Taste wird der Klang abrupt gedämpft. Die Dämpfungsmechanik produziert Nebengeräusche.

Das in Keyscapes verwendete Clavinet ist ein Unikat aus den Sigma Sound Studios, Philadelphia, ist auf zahlreichen Alben der 70er Jahre vertreten und wurde von Spectrasonics mit Originalbauteilen restauriert.

Wie Sie in der Abbildung oben sehen können, ist beim Clavinet der Wah Effekt ein großes Thema, welchem hier über diverse Parameter gebührend gewürdigt wird. Spielt man das Wah über Modulationsrad und Expression-Pedal, so lässt sich das Clavinet ausgesprochen lebendig einsetzen.

Die Tape Compression arbeitet überraschenderweise das Attack sehr schön heraus. Der Kompressor mit Bandsättigungseffekt steigt also erst nach den ersten (vermutlich) 20oder 30 ms ein – so etwas habe ich bei einer Kompression per Bandmaschinenemulation auch noch nicht erlebt. Logisch ist das nicht, klingt aber gut:

 

Hier war Toontracks EZdrummer 2, EZX Funk sowie Toontracks EZkeys mit einem Pattern aus der Expansion Funkmaster im Einsatz. Toontrack-Drums und MIDI-Pattern für die Keyboards habe ich in diesem Test häufig verwendet und weise in allen Fällen darauf hin.

Das Clavinet gibt es in vielerlei Variationen. Hier ein Modell, das einen Gitarrensound imitiert:

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In der Abbildung oben sehen Sie das Main-Menü mit dem

  • Pickup-Wahlbereich,
  • Equalizer,
  • dem bereits bekannten, sehr effektiven Color Shift,
  • Tuning und
  • Performance mit Damping, Release Noise und Velocity Sensivity.

Mit mehr Release Noise wird der Klang angenehm kernig.

Auch an Patches mangelt es nicht:

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Von 1979 bis 1984 wurde von Hohner das Clavinet E7 und das Pianet T hergestellt. Beim Pianet wurde anstelle einer Saite eine Metallzunge angeschlagen. Der Klang geht in Richtung Rhodes. Die Keyscape-Version ist ein gesampeltes Hybrid-Instrument, bei dem Pianet und Clavinet in einem Rahmen verbaut und simultan gespielt werden.

Es bietet unter anderem verschiedene Amp-Simulationen …

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… und Effekte, darunter Chorus, verschiedene Phaser und Vibrato.

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Hier eine Version mit OB-Phaser und Overdrive-Amp:

 

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