Test: u-he Presswerk

„Ein kraftvoller Dynamik-Prozessor mit einem musikalischen Herz“ verspricht u-he. Wir haben uns das Multitalent genau angesehen.

Seit der Revolution der Plug-ins, die immer noch im Gange ist, hat die Welt schon manch überzeugenden virtuellen Kompressor gesehen, teils als originalgetreue Emulation, teils als digitale Eigenentwicklung. Man muss also schon Einiges bieten, will man in diesem dicht besiedelten Marktsegment einen Coup landen.

Dessen ist sich der Hersteller offenbar bewusst und hat Presswerk eine ganze Reihe von Extras spendiert, die neugierig machen.

Recording und Studiotechnik

Presswerk ist keine originalgetreue Emulation einer bestimmten Legende, sondern soll den warmen Klang und das musikalische Verhalten historischer Vorbilder mit Möglichkeiten kombinieren, die nur digital machbar sind. Herausgekommen ist ein Kompressor mit einer Vielzahl von Funktionen. Genau genommen lassen sich über ein Interface mehrere Oberflächen erreichen, die teils vereinfachte anwendungsspezifische Ausgaben des Haupt-Kompressors darstellen.

Presswerk beinhaltet eine ganze Reihe angesagter Features, über die aber noch lange nicht alle virtuellen Kompressoren verfügen:

  • variabler Soft-Knee-Modus
  • breit angelegte Spanne von Attack- und Releasezeiten
  • Parallelkompression (Dry/Wet-Regler)
  • interner und externer Sidechain-Modus (mit zwei Filtern, Mix-Regler für internal/external SC und Delay)
  • Mitte/Seite-Bearbeitung
  • Soft Clip
  • zusätzliches Sättigungsmodul (pre/post Kompressor schaltbar)
  • Expander-Funktion
  • De-Esser

Hinzu kommen weitere Besonderheiten:

  • skalierbares Interface
  • Parameter können nicht nur automatisiert, sondern auch über externe MIDI-Controller nach MIDI-Lerndialog gesteuert werden. So kann man von einem Controllerkeyboard aus etwa den Threshold manuell anpassen und damit die Dramaturgie eines Songs ausarbeiten: Beim Refrain setzt man den Kompressor für vollen Druck und Lautheit ein, bei der Strophe nimmt man den Effekt zurück. Zugewiesene MIDI-Controller werden in einer Listenansicht übersichtlich dargestellt. (Das kennen wir schon von Diva, ist aber bei einem Kompressor selten anzutreffen.)
  • Neben der Default-Ansicht gibt es „aufgeräumte“ Designs für spezielle Anwendungszwecke: Bus-Compressor, Limiter, Vocal-Compressor, MS Program-Compressor, Easy Compressor.

Damit dürfte Presswerk für Einzelinstrumente, Gruppen und das Mastering interessant sein – Letzteres mit der Einschränkung, dass es sich hier um einen Single-Band-Kompressor handelt. Im Mastering wird man in der Regel zusätzlich noch einen Multiband-Kompressor benötigen.

 

Inhalt:

Überblick

Zusammenfassung

Der Drum-Kompressor

Der Bus-Kompressor

Sidechaining, kleiner Sidechain-Exkurs

Der Vocal-Kompressor, De-Essing

Der Easy-Kompressor

Der Normal-Modus: Das volle Programm

Fazit

 

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