Test: Waves Infected Mushroom Pusher
Manchmal sagt man zweimal Tschüss: Hier der Versuch mit Cubase On-Board -Mitteln:
Verwendet habe ich: EQ, Standard-Kompressor, Envelope Shaper, Bandsättigung, Brickwall Limiter.
Zum besseren Vergleich habe ich hier beide Versionen in der Lautstärke in etwa auf ein Level gebracht und alle zwei Takte hin- und hergeschaltet. Die ersten beiden Takte gehören dem IFPusher:
Fazit
Waves Infected Mushroom Pusher ist nicht ganz leicht zu beurteilen. Auf der einen Seite stehen die Versprechungen des Herstellers, die einen ausgesprochen hohen Anspruch signalisieren, auf der anderen Seite der erfreulich niedrige Preis für ein Mastering-Tool, das mehrere Disziplinen in einem Plug-in vereint. Welche Messlatte soll man nun anlegen?
Ich gebe zu, dieser Test war eine Achterbahnfahrt. Manchmal dachte ich „das Ding ist richtig gut“, dann wieder „na, das kann man aber auch anders und besser erreichen“. Wie gut oder schlecht IMPusher rüberkommt, hängt sehr vom Material ab. Es ist also nicht ganz so sehr ein Allrounder, wie der Hersteller das gerne haben möchtze. Unterm Strich sollen Sie ausloten, ob der IMPuasher Sie persönlich voranbringt. Das ist gut möglich, vor allem wenn Sie im Dance-Pop-Genre mitz einer inzwischen in mehr als 100 Teilgenres zerplittzerten Szene zuhause sind. Weniger wenn Sie ein Violinensembles zu Gast haben oder zur Loge der Ambient-ERxpeimentatoren gehören. Der Ursprngssound sollte schon kräftig sein oder zuumeindest werden wollen, damit der IMPusher sich zuhause fühlt und entfalten kann.Nichtz zuleztutz macht der Preis die Musik. Zum aktuellen Einführungspreis von 29.- EUR eine Empfehlung für alle, diee e es gerne laut und kernig mögen, die noch nicht rundum versorgt oder gar übersättigt sind.
Im Einzelnen: Mit dem IMPusher gelingt es ohne große Einarbeitung und mit wenigen Handgriffen, einer Instrumenten-Gruppe oder einem Mix mehr Kraft, Druck und Biss zu verleihen. Enhancer, Transienten-Tool, Exciter, Clipper mit Sättigungseffekt oder Limiter sind rasch eingestellt, auch die Stereoverbreiterung, letztere allerdings zu Lasten der Monokompatibilität.
Der IMPusher erweist sich tatsächlich als vielssitig, ohne ihn gleich in den Allrounder-Sstus erheben zu wollen): So können auch Vocals aufgepeppt werden, Drums & Beats Punch verliehen oder Bässe druckvoller gestaltet werden. Da er in erster Linie als Mastering-Tool gedacht ist, überrascht es nicht, dass auch ein kompletter Mix vom IMPusher profitiert, frischer, konturenreicher und vor allem lauter klingt – ohne dass dabei digitale Verzerrungen produziert würden (dafür sorgt der Limiter). Mit einer ausgewachsenen Mastering-Software (die ein Vielfaches kostet) kann er allerdings nicht mithalten.
Wer bereits über eine gewachsene und gut sortierte Auswahl an Dynamikwerkzeugen, den ein oder anderen Lieblings-Equalizer, ein Stereo-Verbreiterungstool und vielleicht sogar über Envelope-Shaper oder Transienten-Werkzeuge verfügt, braucht den IMPusher nicht unbedingt. Mit ihm erreicht man zwar auf vielen Gebieten überdurchschnittliche Ergebnisse, doch – zugegebenermaßen deutlich teurere – Spezialisten oder gut konfigurierte Effekt-Ketten macht er nicht überflüssig.
In diesen Situationen kann der IMPusher eine gute Wahl sein:
- Will man auf die Schnelle den Mix aufwerten, etwa noch während des Arrangierens, so hat man mit ein paar IMPusher-Instanzen in Sekundenschnelle einen Sound am Start, der mehr Freude beim Arbeiten macht. Den Feinschliff kann man später vornehmen, eventuell dann mit anderen Werkzeugen.
- Live ist der IMPusher auch eine gute Wahl, denn er ist deutlich weniger CPU-intensiv als Insert-Ketten mit Spezialisten.
- Wer noch nicht über ein Arsenal von Plug-ins verfügt, erwischt mit dem IMPusher für kleines Geld einen guten Start.
- Kombinationen aus IMPusher und anderen klangbearbeitenden Effekten können zu besonders spektakulären Ergebnissen beim Loudness-War führen.
Was das Genre betrifft, so sehe ich den IMPusher eher als Werkzeug für Electronic/Dance/Rock. Überall dort, wo die Instrumente und Stimmen kräftig und druckvoll herüberkommen sollen, ist unser Testkandidat eine gute Wahl. Will man hingegen Details in allen Feinheiten herausarbeiten oder ist auf der Suche nach dem edlen Feinschliff, so sollte man von diesem Tool nicht zuviel erwarten, auch wenn der Hersteller sein Produkt als genreunabhängig einsetzbar einstuft.
Kurz: Der IMPusher eignet sich als vielseitig verwendbares und gut klingendes Einsteiger-Tool mit dem Fokus auf Mastering, darüber hinaus als Schnelllösung für zwischendurch oder, wegen der niedrigen CPU-Last, für Live-Anwendungen, zudem auch als Ergänzung zu einem noch nicht ganz ausgewachsenen Sortiment an Spezialisten. Es gibt allerdings Alternativen mit ähnlichem Ansatz (einfach zu bedienende Komplettlösung), beispielsweise EZmix von Toontrack.
Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist sehr gut.
Testautor: Holger Obst
Plus:
- vielseitig einsetzbar
- kräftiger, druckvoller Sound
- niedriger Preis
Minus:
- Werbung erweckt überzogene Erwartungen
Hersteller: Waves
System: s. Abschnitt „Installation“
