Test: Zynaptiq PITCHMAP

Die Technologie

Basierend auf Zynaptiqs MAP-Technologie (Mixed-Signal Audio Processing), teilt PITCHMAP das eingehende Audiosignal in Transienten und rauschhafte Klänge sowie harmonische Anteile mit Tonhöhenerkennung auf. Dahinter verbirgt sich eine Erkennung von Mustern, wie sie auch von Programmen verwendet wird, die unter dem Sammelbegriff „künstlichen Intelligenz“ gehandelt werden. Anschließend kann man Klänge entfernen, deren Grundtöne in einem genau definierbaren Bereich liegen. Soweit die differenzierte Erkennung auf Instrumente mit voneinander abweichenden Grundtönen und Klangstrukturen trifft, kann man (im Idealfall) auch Instrumente aus einem Mix entfrenen. Anders formuliert: Durch das Gruppieren von Teilklängen zu Noten wird auch das Unterdrücken von Instrumenten anhand Ihrer Grundtonhöhe möglich. Hierfür definiert man mit zwei Slidern einen Tonhöhen-Bereich, und das Plugin unterdrückt dann bei aktivierter MUTE-Funktion alle Noten, deren Grundtonhöhe innerhalb, wahlweise ausserhalb dieses Bereiches liegen.

Die durch MAP analysierten Teilklänge werden in Form organisch anmutender, vertikal durchlaufender Farbformen im Display anschaulich dargestellt.

PitchMap_Bild3

PITCHMAP benutzt laut Hersteller ferner Erkenntnisse des menschlichen Hörvorgangs (von der Umwandlung von Schallimpulsen in neuronale Signale bis zu deren Verarbeitung durch das Hörzentrum des Cortex). Die Erkennung durch MAP wird im Natural Mode in Tonhöhenveränderungen transformiert, die dem natürlichen Hörerlebnis nahekommen. Der Natural Mode leistet dabei insbesondere die Differenzierung zwischen instrumentalem tonalen Material und der menschlichen Stimme, auf deren Wahrnehmung unser Gehör besonders ausgerichtet ist.

Optionen für das Klangdesign bieten die Parameter Purify und Electrify, die den Klang synthesizerähnlich machen. Dabei wird dem Klang nichts hinzugefügt, er wird lediglich transformiert. Glide liefert dazu ein polyfones Portamento.

Damit geht PITCHMAP über die herkömmlichen Artefakte hinaus, die im Zusammenhang mit einer Tonhöhenkorrektur auftreten können und als musikalische Effekte seit dem berüchtigten Auto-Tune-Effekt genutzt werden.

PITCHMAP basiert auf komplexen Berechnungen, setzt aber auf eine einfache Bedienung, die sich in einem Fenster abspielt. Eine Reihe von Befehls- bzw. Modus-Schaltern und die Hautparameter Threshold, Feel, Purify, Glide und Electrify besiedeln das übersichtliche und angenehm großzügig dimensionierte Interface. Acht Snapshot-Taster (A bis H) dienen dazu, Zwischeneinstellungen abzulegen und im raschen Wechsel zu vergleichen.

Bevor wir uns PITCHMAP im Detail ansehen, hier noch ein Anwendungsbeispiel. Dieses mal ist der Mix komplexer, die Aufgabe für PITCHMAP also schwieriger.

Orginalaudio:

 

Mit PITCHMAP transponiert:

 

Das Ergebnis ist beeindruckend. Neben der beinahe perfekt natürlich klingenden Transponierung des Gesangs (dieser stammt übrigens von Realitone The Ladies) fügt PITCHMAP den im Hintergrund agierenden Synthesizern eine weitere klangliche Komponente hinzu, die durchaus ihren Reiz hat.