Test: Zynaptiq Unmix Drums

Funktionen und Anwendungsbeispiele

Schon beim ersten Einschalten wird klar: Unmix::Drums gehört nicht zu den ressourcenschonenden Plug-ins – das war in Anbetracht der rechenintensiven Aufgabe, die hier erledigt werden soll, auch nicht zu erwarten. Unterhalb von 512 Samples geht’s auf meinem Testsystem (Win 7, Intel 6-Core i7, Motu 828 Firewire mKII, Cubase 8.5) nicht ohne Knackser. Selbst bei 1024 Samples liegt die Leistungseinforderung noch bei 80 %. Unmix::Drums ist also kein Live-Plug-in bzw. ungeeignet, wenn man niedrige Latenzen braucht. In der Regel wird man die Software in solchen Arbeitsphasen aber auch nicht einsetzen. Arbeitet man an einem Mix, der bereits durch andere leistungshungrige Instrumente und Plug-ins die CPU stark fordert, so wird nichts weiter übrig bleiben, als die Freeze-Funktion für diese Tracks einzusetzen, um Rechenpower für unseren Testkandidaten frei zu machen.

Wir starten einen ersten Test. Bei diesem Demo sind die Drums (Toontrack EZdrummer) zu laut. Die Orgel und Gitarre (Ueberschall The Ressource und Jazz Guitar) können sich nicht durchsetzen.

 

Mit dem Algorithmus Punchy und den unten abgebildeten Einstellungen für Threshold und Release gelingt es auf Anhieb, die Drums in den Hintergrund zu schieben:

Unixdrums_Bild1

 

Höhere Threshold-Werte bewirken eine selektivere Erkennung des Schlagzeugs.

Mit Release bestimmt man das Zeitfenster, in dem Unmix::Drums auf erkannte Schlagzeugsignale reagiert. Höhere Werte umfassen auch den Hall des Schlagzeugs und wirken zusammen mit dem Parameter Unmix Feather des Fine Tune – Menüs (dazu später mehr).

Ich nehme noch einen Bass hinzu und erhöhe damit das Anforderungslevel – mal sehen, ob es Unmix::Drums gelingt, Bass und Bassdrum zu trennen.

 

Unser Testkandidat erledigt auch diese Aufgabe erstaunlich gut. Was bei diesem Beispiel nicht gelingt, ist eine völlige Auslöschung der Drums. Treibt man es auf die Spitze, so hören sich die Drums weit entfernt im Raum und verwaschen an. Auch die Orgel wird bei Exgremwerten geringfügig in Mitleidenschaft gezogen.

Unmix:Drums verfügt jedoch noch über zwei weitere Menüseiten, die eine Detailanpassung für knifflige Aufgaben ermöglichen.

Auf die Schnelle erreiche ich mit den fortgeschrittenen Optionen folgendes Ergebnis:

 

Das zeigt immerhin, wie stark Unmix::Drums das Schlagzeugsignal unterdrücken kann. Bei meinen Versuchen, die Drums komplett auszulöschen, stelle ich nebenbei fest, dass man Unmix:Drums sehr gut für Klangdesign verwenden kann.

Wir werfen daher einen genaueren Blick auf die Parameter.

Zunächst gibt es als zweite Ansicht …