Test: Positive Grid Bias FX Professional

Mit Bias FX Professional erweitert Positive Grid die Reihe der Plug-ins für Desktopcomputer um eine Anwendung, die neben virtuellen Gitarrenamps nun auch umfangreich klassische Gitarreneffekte modelliert, was ein deutliches Plus an Funktionalität bringt.

Dass das Ampmodelling Plug-in Bias Amp Professional nicht lange effektlos    bleiben würde, hatten wir bereits vermutet, und so war es eigentlich auch nur eine Frage der Zeit, bis Positive Grid die Windows- und OS X-Plattform entsprechend mit Effekten ausstatten würde. Jedoch ist Bias FX Professional nicht einfach nur ein Bias Amp Plug-in, dass um eine Effektsektion erweitert wurde, sonder ein Plug-in, welches eigenständige Features bietet und mit Bias Amp im Verbund arbeiten kann.   Ob sich Bias FX Professional genauso gut schlägt wie Bias Amp Professional wollen wir uns im folgenden Test ansehen.

Hinweis: Um diese Seite schnell laden und auch auf mobilen Endgeräten darstellen zu können, sind die Grafiken stark datenkomprimiert, was mit einem Verlust an Bildqualität einhergeht.

Überblick

Dass Bias Amp Professional keine Effektsektion kannte, war für mich durchaus zu verschmerzen, schließlich bietet nahezu jede DAW heute eine entsprechende Ausstattung an Modulations-, Reverb- und Delayeffekten.

Recording und Studiotechnik

Alles, was also parallel im Signalweg betrieben wird, kann im Grunde jede DAW gut. Lediglich bei seriellen Effekten wie Verzerren, Boostern    und Wahwah-Effekten sieht es doch recht dünn aus.    Trotzdem, die fehlende Effektstektion hat vielleicht manchen, der eine Komplettlösung in einem Plug-in vorzieht,    davon abgehalten Bias Amp Professional in die engere Auswahl zu nehmen, auch wenn das Amp Match Feature ein deutliches Alleinstellungsmerkmal ist. Dies erkannte man wohl auch bei Positive Grid und so lies entsprechend Bias FX Desktop nicht lange auf sich warten. Darüber hinaus programmierte man gleich ein entsprechendes Pendant für die iOS-Plattform.

In Sachen virtuellem Geräteumfang bietet Bias FX Professional die Vollbedienung für Gitarristen: 32 Amps und 52 Effektgeräte plus 10 Rackprozessoren in Studioqualität lassen auf den ersten Blick vermuten, dass Positive Grid es sich zum Ziel gesetzt hat, auf Seite der Gitarristen    keine Wünsche offen zu lassen.
Wie bei Bias Amp bietet Positive Grid Bias FX auch in einer kleineren Desktop-Variante an. Zum Test steht uns aber das große Bias FX Professional Plug-in zur Verfügung.

 

Installation 

Die Installation funktioniert genauso einfach wie beim Bias Amp Plug-in: dazu genügt es, das Plug-in als Demo-Version von der Positive Grid-Webseite herunter zu laden. Für den Erwerb benötigt man einen User-Account; hierfür kann man sich auch mit seinem Facebook- oder Google-Account bei Positive Grid anmelden.

Über den Upgrade-Button des Plug-ins kann man von der Demo-Version (mit eingeschränkter Auswahl an Komponenten) zum Eigentümer wechseln, Bias erwerben und die volle Funktionalität freischalten. Ist man einen anderen Weg gegangen und hat einen Lizenzcode per Rechnung beziehungsweise Email erhalten, so gibt man diesen Code über das Redeem-Menü der Herstellerseite ein und schaltet anschließend das Plug-in (von der DAW aus) über Upgrade -> Activate frei.

Bias FX Desktop gibt es in den hinreichend bekannte Plug-in Geschmacksnuancen VST, Audio Unit, RTAS und AAX Native unter Windows und OS X.

 

Konzeption

„Alles da!“, so schaut es zumindest auf den ersten Blick aus, wenn man sich durch die angebotenen Effekte klickt. Von den Standards auf Pedalboards und in Racks inspirierte Effekte wie ein Tubescreamerpedal oder der DS-1 von Boss findet man hier genauso wie virtuelle Abbildungen von teuren, sonst unerreichbaren Boutique-Effekte wie dem Klon Centaur oder Studiostandards im Rack-Format.

Neu ist ebenfalls, dass man nun zwischen Single- und Dual-Path wählen kann. Bei Dual Path betreibt man das Setups    mit zwei verschiedenen Amps, das heißt, das Signal wird von einem Splitter auf zwei Wege aufgeteilt, über zwei parallele Amps miz zugehörigen Effekten geschickt und über einen kleinen Mixer wieder zusammengeführt. Hier liegt aber unter Umständen auch schon die erste Hürde: nutzt man den Dual Path, muss je nach DAW, die entsprechende Spur auf Stereo umgestellt werden.

Bei mir war dies unter Presonus Studio One 3 der Fall. Die Verwendung des Dual Path-Features in einer Mono-Spur dazu führte, dass der zweite Path stumm blieb, nachprüfbar über das Panning im Splitter des Plug-ins. Erst das umschalten auf eine Stereospur schaffte hier Abhilfe.

Eine Gegenprobe in Reaper 5 zeigte, dass es dem Sensenmann ziemlich egal ist, denn Reaper kennt im Prinzip nur einen Typ Audiospur und macht nicht den Unterschied wie Studio One.

 

Bedienung

Die GUI ist ähnlich aufgeteilt wie bei Bias Amp Professional: in der oberen Hälfte befindet sich die grafische Darstellung der Signalkette worüber man Amps und Effekte hinzufügen und entfernen kann. Das passiert einfach via drag & drop, man muss nur das entsprechende Effektgerät an der entsprechenden Stelle ablegen.

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Klickt man auf eine Komponente, egal ob Amp oder Effektgeräte, wird die Bedienoberfläche des jeweiligen Elements in der Mitte der GUI groß dargestellt.
Bei den Amps hat man diese sozusagen harmonisiert um ein einheitliches Bild und eine einheitliche Bedienung anzubieten.

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Effekte lassen sich sowohl vor oder hinter den Verstärkermodulen platzieren.
Im Dual Path Mode können Pedale auch individuell den einzelnen Verstärker zugeordnet werden. So lasen sich dann verschiedene Zerrer oder Booster vor den einzelnen Amps platzieren. Delays mit leicht variierenden Settings hinter jedem einzelnen Amp sind ebenfalls machbar, um den Sound breiter zu bekommen.

Im mittleren Teil    der GUI bekommt man dann entweder die zur Verfügung stehenden Elemente der jeweiligen Effektsparten angezeigt, oder es lassen sich zum Bearbeiten von Parametern einzelne Geräte mit Ihren jeweiligen zu editierenden Parametern groß darstellen. Zieht man sich einen Amp groß, hat man weiterhin die Möglichkeit, Einfluss auf die Auswahl der Lautsprecher und Mikors zu nehmen.

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Zunächst kommen alle Amps mit passenden Cabinets im Gepäck, aber natürlich lassen sich hier auch mal andere Kombinationen ausprobieren. Etwas sparsamer ist Bias FX Professional mit den virtuellen Mikrofonen, hier stehen lediglich zwei verschiedene Typen zur Auswahl: ein dynamisches Mikrofon und ein Kondensatormikrofon, wobei das dynamische dem Klassiker Shure SM57 nachempfunden ist, während das Kondensatormikrofon das AKG C414 zum Vorbild hat.

In der kleineren unteren Leiste finden sich dann die Regler für Input- und Outputpegel, das Noise Gate, Hum Reduction, ein Summen-EQ sowie die Möglichkeit auf die Qick Snap Presets zuzugreifen.

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Zur Abrundung findet sich hier auch  ein kleines Stimmgerät, dass sich an- und abschalten lässt.

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Alternativ lässt sich Bias FX Professional in den Pedalboard View schalten. Hier sieht man die Elemente des virtuellen Rigs so, wie man sie auf einem Pedalboard montiert hätte. Der oder die Amps sieht man oben, jedoch angepasst in einer kleineren Darstellung. Mit einem Klick wechselt man vom Pedalboard zum Rack, um dann auch die 19“-Prozessoren im Blck zu haben. Optisch ist diese Ansicht sicher schmeichelnder für das Auge, in der anderen jedoch bekommt man einen besseren Überblick über den Weg, den das Signal im Laufe der Kette nimmt.

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Amps und Effekte

Die Annahme, dass es sich bei Bias FX Professional um ein komplettes Amp- und Effekt-System handelt, bestätigt sich auch bei genauerem Hinsehen, denn Bias FX Professional modelliert so ziemlich jeden Klassiker der von Gitarristen in ihren Rigs benutzt wird.
Die Effekt-Kategorien, in welche die einzelnen Pedale und Rackunits eingeordnet wurden, folgen der Funktion des jeweiligen Geräts und heißen Gate, Comp, Boost, Drive, EQ, Mod, Delay und Reverb. Hier finden sich dann auch Effekte, die so illustre Hersteller wie MXR, Ibanez, Boss, Electro Harmonix, Xotic, TC Electronic, Vox aber auch Manley, Urei oder Teletronik zum Vorbild haben.

Die Amps sind nach Low Gain, Crunch, High Gain, Acoustic ,Bass und Bias Amp geordnet. Somit lässt sich ein ausreichend großes Spektrum von ultraclean bis High Gain abdecken, und alle Facetten dazwischen. Denn auch im bei Ampsimulationen kritischen Crunch-Bereich bietet Bias FX eine ausreichend groß gestaltete Soundpalette zur Auswahl.
Bei den Amps finden sich Modelle von den Traditionsherstellern wie Marshall, Fender und Vox bis hin zu den neuen Standards von Bogner, Engl oder Dr. Z und auch der Solid State Klassiker Roland JC 120 darf in digitalisierter Form nicht fehlen.

 

Tonecloud

Die Summe der Presets, die mit Bias FX ausgeliefert werden scheint zunächst mal eher gering, nimmt man den Preset-Overkill anderer Hersteller zum Vergleich. Doch es gibt natürlich die Tonecloud, über die sich je nach Bedarf weitere Presets nachladen lassen. Das Konzept könnte schon bei Bias Amp Professional punkten, denn so kann man sich gezielt Sounds herunterladen und muss sich auf der Suche nach dem amtlichen Crunch-Sound nicht durch hunderte Presets steppen, sondern kann diesen gezielt via Verschlagwortung in der Cloud suchen kann.

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Soundbeispiele

Wer sich primär für die Sounds einzelner Amps interessiert, den möchte ich an dieser Stelle auf unseren Test zu  Positive Grid Bias Desktop verweisen (http://www.releasetime.de/test-positive-grid-bias-professional/), in dem wir auf die Charakteristika einzelner Verstärkertypen eingegangen    sind. Hier soll es uns primär um die in Bias FX Professional enthaltenen Möglichkeiten der Effektbearbeitung gehen.

Als Testgitarre dient eine Godin Session.
Die Soundbeispiele folgen alle dem gleichen Schema: Los geht es mit dem Humbucker am Steg, es folgt der Stegpickup gesplittet. Weiter geht es mit der Zwischenposition aus gesplittetem Stegpickup und Single Coil in der Mitte. Danach geht es zum Mittelpickup und dann zur zweiten Zwischenposition aus Mittel- und Halspickup. Am Ende steht der Halspickup für sich alleine.

Das Herzstück eines jeden Pedalboards sind natürlich die Zerr- und Boostpedale, denen wir uns nun im folgenden  widmen wollen.

Ampseitig benutzen wir zunächst einem leicht crunchenden  ’63 British J45, ein Modell dass sich schon bei Bias Desktop in mein Herz spielen konnte.

Hier zunächst der Amp ohne zusätzliche Zerren  oder Booster.

 

Mit dem Booster-Pedal lässt sich der Sound etwas andicken, ohne dass der Distortiongrad zu sehr zunimmt.

 

Auch der Treble Booster bewegt sich genau in den  Parametern, die    man von besagtem Effekt erwartet.

 

Den Tubeboost kann man ebenfalls dazu benutzen, um dem Gitarrensound  Transparenz  und  Tragkraft zu  verleihen, ohne dass  der  Zerrgrad exponentiell zunimmt.

 

Etwas ruppiger geht dann der 808OD ans Werk, der, man vermutet es  bereits, den  Ibanez Tubescreamer zum Vorbild hat.

 

Mit Big Muff-Nachbildungen konnte ich bisher noch nicht richtig warm werden, aber der Guitar Muff geht in die richtige Richtung.

 

Interessant am Overdrive Pro ist der zusätzliche Booster,   der noch mal einige dB draufpacken kann.

 

Der BK Butler Tubedriver ist ein Pedal, welches man meist mit David Gilmour in Verbindung bringt – auch in Bias FX findet sich eine entsprechende Adaption.

 

Wenn wir also schon mal den Tubedriver da haben, ersetzen wir den British J45 gegen den  Hiway DR 103.

 

Zurück zum Marshall und zum Clone Drive,  der heiligen Kuh unter den Overdrive-Pedalen, denn um kaum einen  Zerren ranken sich mehr Mythen als um den Klon Centaur.

 

ZVex hat immer so schön bunt bemalte  Kistchen  im Angebot, und dass Fuzz Arsenal möchte da natürlich optisch nicht hinten anstehen. Akustisch ebenfalls überzeugend peppt dieser Effekt den Fuzz-Sound mit einem leichten Octavereffekt auf.

 

Für die Modulations-, Hall- und Delayeffekte nutzen wir einen cleanen Amp, einem ’67 Blackface, dem digitalen Abbild eines Verstärkers aus dem Hause Fender.

 

Aus der  Abteilung der Dynamikeffekte verwenden wir nun den Red Comp, der deutliche Ähnlichkeiten mit dem MXR Dynacomp aufweist, um den Sound  etwas anzudicken.

 

Der Tube Comp klingt insgesamt weicher als der Red Comp und färbt das Klangbild  deutlich in eine  analoge Richtung.

 

Der Studio Comp geht in eine ähnliche Richtung und legt noch etwas an Seidigkeit drauf.

 

Neben rot gibt es auch blau, der Blue Comp ist eine exakte  Nachbildung des Boss Compression Sustainer CS-3.

 

Cleane Gitarren mögen ja gerne Reverb, deshalb springen wir  gleich mal ans Ende der Effektkette und hören uns den ’63 Reverb an, dessen Vorbild der    Boss FRV-1 Fender Reverb ist.

 

Im  Vergleich  dazu der Digital Reverb mit einem Plate-Programm.

 

Der Stereo Reverb im 19“ Format bietet eine große Auswahl an Hallprogrammen und Parametern und kommt einem professionellen Studio-Halbprozessor am nächsten.

 

Der gelbe Chorus in Bias FX hat den MXR M134 Stereo Chorus zum Vorbild, ein wahrhaft meisterliches Gerät für analoge Schwebesounds.

 

Der 19“  Stereo Chorus klingt im Vergleich noch um einiges breiter als die gelbe Kiste.

 

Extremer als der schwebende Choruseffekt klingt der Flanger Pro.

 

Einen gute Mittelweg  zwischen  Chorus und Flanger liefert der  Phaser Pro.

 

Mit dem Mutron bedient Positive  Grid  all diejenigen,  die auf die seltsamen Filtereffekte der 70er  Jahre abfahren.

 

Zu einer amtlichen Modulationsabteilung gehört natürlich auch ein schöner Tremolo-Effekt.

 

Schon  wir uns nun mal in der  Delay-Abteilung um.
Mit dem Analog Delay lassen sich dichte, kurze Echoeffekte generieren. Als Vorlage diente hier das Ibanez AD9 Delay-Pedal.

 

Bei der Umsetzung des Tape Delay Units hat sich  Positive  Grid bis ins  kleinste an die Details des originalen Roland Space Echos gehalten. Darüber  hinaus besteht  die Möglichkeit, die Dealylänge zwischen Noten- und Zeitwerten umzuschalten, sowie über den Tape Age-Regeler die  Klangcharakteristik des virtuellen Tonbandes zu beeinflussen.

 

Das Tape Delay Unit färbt den Klang unweigerlich mit, dies liegt in der Natur des Geräts, ist von den Benutzern mitunter gewünscht.

Für ein neutrales Delay auf Studio-Niveau bietet sich das Deluxe Delay an, das ebenfalls über eine Modulationssektion verfügt.

 

Nun hören wir noch mal in ein vollausgebautes Effektsetup mit Dual Path-Option hinein:
Wir  kombinieren  einen  ’63 British J45, dem der Tubedriver  vorgeschaltet ist, mit einem Duo Verb, der mit dem Clone Overdrive befeuert  wird. Hinter dem Marshall hängt ein Chorus und das Analog Delay, während das Signal des Duo Verbs in ein Ping Pong    Delay läuft.
Beide Signalwege werden dann zusammen gemischt und in eine Digital Reverb-Einheit geschickt.

 

Für das folgende Beispiel bin ich in die  Tonecloud gegangen und habe mir unter anderem die Presets von  Neil Zaza runter geladen-
Hier ein  klassischer britischer  Lead Sound mit Tubescreamer, JCM800 Amp,  Digital Delay und Digital Reverb.

 

Und nun noch mal als Dual Crunch Lead mit zwei Marshalls

 

Nun  ersten  wir noch einen der beiden Marshalls gegen den SLO100, den Clone eines  Soldano-Amps.

Hier zum Abschluss nochmal ein  klassisches  Lead-Setup mit Wah, Tubedriver,  JCM800, Digital Delay und Digital Reverb.

 

Bias FX Professional und Bias Amp Professional

Berechtigterweise stellt sich natürlich die Frage, ob man denn nun beide Plug-ins, also Bias FX Professional und Bias Amp Professional, benötigt oder welches Plug-in für wen das richtige ist?

Ersteres hängt natürlich vom Budget ab, denn knapp 400€ für beide Plug-ins ist natürlich eine deutliche Ansage an den potentiellen Käufer.

Für die meisten Anwendungen zu Hause live auf der Bühne oder im Heim-/Projektstudio dürfte deshalb Bias FX Professional die richtige Wahl sein, bietet es mit der Auswahl an virtuellen Verstärkern kombiniert mit der Effektsektion doch den größeren Funktionsumfang und die Tonecloud als nichtversiegende Quelle für neue Sounds und Presets.

Das Amp Match-Feature, mit dem Bias Amp Professional punktet empfiehlt sich dann, wenn man eine exklusive Anzahl von verschiedenen Amps an der Hand hat, die man gerne digital erfassen möchte oder wenn man einfach darauf steht, jeden Parameter im Amp selbst anzufassen und zu tweaken, um sich so den ganz individuellen virtuellen Amp zu designen.

Hat man aber den Luxus und verfügt über beide Plug-ins, so lässt sich auf die mit Bias Amp Professional erstellten Sounds problemlos mit Bias FX Professional zugreifen, beide nutzen den gleichen Ort, um ihre Sounds zu laden.
Ebenfalls ist es möglich, mit Amp Match erstellte Sounds in Bias FX Professional zu nutzen.

Fazit

Mit BIAS FX Professional haben Positive Grid eine ausgezeichnete Arbeit abgeliefert, bei der man merkt,    dass hier die vielfältigen Erfahrungen, die man zweifelsohne im Ampmodelling gesammelt hat, eingeflossen sind. Das Plug-in klingt toll, hat viele Funktionen, mit denen sich arbeiten lässt, und bietet einige flexible und neuartige Signalchain-Optionen für den Aufbau von benutzerdefinierten virtuellen Gitarrenanlagen.

Die Verstärkermodelle und Effekte klingen wirklich gut und bilden im Detail den charakteristischen Sound des jeweiligen Geräts ab.

Behält man dies im Kopf, so empfiehlt sich Bias FX Desktop für exquisiten Gitarrensound auf Studioproduktionen in der DAW.
Positive Grid sollten aber auf jeden Fall noch die Midi Learn und Parameterautomation implementieren, den gerade für den Livebetrieb und die Nutzung von Wahwah- und Volume-Pedals ist dies ein absolut kritischer Punkt. Diese Punkte stehen mit Sicherheit auf der Roadmap, und so bin ich immer schon ganz gespannt, wenn mir Bias FX Professional ein verfügbares Update anzeigt.

Gespannt sein darf man weiterhin darauf, was noch alles aus dem Hause Positive Grid kommt, denn unlängst wurde der Bias Head angekündigt, ein Gitarrenamp, der Hard- und Software zusammenbringen soll.

Testautor: Heiko Wallauer

Top Product Award

Best Value Award

Plus

  • Soundvielfalt
  • detailgetreue Nachbildung der Effekte
  • direkte Ansprache
  • Spielgefühl/Authentizität
  • Tonecloud

Minus

  • (noch) keine Standalone-Version
  • bisher keine Möglichkeit, z.B. das Wahwah-Pedal zu automatisieren (soll aber via Update nachgeliefert werden)

Systemanforderungen
Mac: OS X 10.7 oder neuer
AU, VST, RTAS, AAX Native
Windows: Windows 7 (SP1) oder 8
VST, RTAS, AAX Native

Preis
Bias FX Professional €199,-
Bias FX Desktop €99,-

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