Test: Sample Logic Cinematic Keys

Samplelogic bezeichnet Cinematic Keys als das aufwändigste Sample-Instrument der Firmengeschichte. Für die Aufnahmen wurde ein Klavier mit einem Presslufthammer und Schneidbrenner zerlegt. Entstanden sind Atmos, akustische Instrumente und Percussion. Die Library wendet sich primär an Komponisten für Filmmusik und artverwandte Genres. Ein FX-Animater eröffnet zudem individuelles, rhythmisches Klangdesign, das auch für andere Zwecke interessant sein könnte.

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Überblick

Cinematic Keys bringt mehr als 8 GB Sample-Material auf die Waage, aufgenommen mit 44,1 kHz. Samplerate und 24 Bit Auflösung. Als Plattform dient der kostenlose Kontakt Player ab Version 5.3.1.

Ein gut gefüllter Browser bietet mehr als 850 teils verfremdete Instrumente und Multis in den Kategorien Atmosphere, Instrumentals und Percussion, einschließlich einer Reihe von kurzen Effektklängen für Akzente aller Art. Die Presets bieten überwiegend fertig produzierte Klänge für Filmmusikkomponisten, Spielevertonung und Multimedia. Einige Loops und Sequenzen eignen sich auch für Club & Dance.

Neben den drastischen destruktiven Methoden, mit denen man einem Klavier zugesetzt hat, sind die Aufnahmen auch durch artfremde Spieltechniken wie Zupfen oder mit dem E-Bogen streichen entstanden. Um bereits im Sample eine besondere Akustik einzufangen, wurden die Aufnahmen zum Teil in einer groß dimensionierten Garage durchgeführt.

Wer sich nicht auf das bloße Abspielen der Werksklänge beschränken will, trifft auf eine Reihe von Optionen für individuelles Klangdesign:

  • Jedes Instrument verfügt über acht zuschaltbare, editier- und modulierbare Effekte
  • Ein Effekt-Animator mit 150 Presets setzt diese in Bewegung.
  • Mittels Step-Sequenzer können kurze Phrasen oder Arpeggios entworfen werden.
  • Ein LFO soll aktuelle Wobble-Sounds aus dem Samplematerial generieren.
  • Schließlich ist noch eine auf Wavetables basierte Synthese-Engine an Bord.

Installation

Cinematic Keys ist als DVD-Box und per Download erhältlich. Der Download wird mittels Connect-Software in mehreren etwa 700 MB großen Paketen vollzogen. Vor dem Start gibt man seine Seriennummer ein. Der Download kann beliebig unterbrochen und später weiter fortgesetzt werden. Im Kontakt-Player 5 (oder der Vollversion) fügt man das Instrument über den Tab „add Library“ des Library-Browsers hinzu. Kontakt läuft plattformübergreifend standalone sowie in den Formaten AAX, VST, AU, AAX ab Windows 7 und OSX 10.7.

Die Presets

Die erste Kategorie produktionsfertiger Presets findet sich im Ordner Atmospheres, welcher sich in Ambience (Flächenklänge, Texturen) und Stingers (Hits für Akzente) unterteilt.

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Zunächst einige Beispiele aus der Kategorie Ambience:

Astroid Fields:

 

Breaking the Sea :

 

Brushing the Metal Grinds:

 

Daring Moment:

 

Fields of Force:


 

Toys All Around:

 

Future Light Pods:

 

Ambience bietet ein breites Angebot an geräuschhaften Texturen, häufig gemischt mit tonalen Anteilen. Die Stimmungen reichen von düster und gespenstisch über mystisch und geheimnisvoll bis zu lieblich und zart. Variationen innerhalb eines Instruments ergeben sich bereits durch die Tonhöhe, in der man einspielt. In der Regel reicht es, eine Taste zu halten.

Die Ambiences sind atmosphärisch sehr dicht und von Effekten wie Echo und Hall geprägt. Ein polyfones Spiel ist meist zuviel des Guten.

Vielen Instrumenten gemeinsam ist, dass abhängig vom Tastaturbereich nicht nur der Ausdruck variiert, sondern auch die Lautstärke. Oft steigt der Pegel in den höheren Lagen signifikant. Soweit Loops oder zyklische Abfolgen eingesetzt werden, beschleunigen sich diese mit steigender Tonhöhe. Auch das Obertonspektrum verschiebt sich deutlich; der Klang wird heller und schärfer. Meist liegt ein Sample über die gesamte Tastatur verteilt vor. Timestretching oder eine Formantenkorrektur wurden dem Höreindruck nach nicht eingesetzt – die Klänge sind als reine Effekttexturen bzw. stimmungsvolle Flächen konzipiert.

Die Klangsteuerung per Modulationsrad wirkt per default auf das Master-High-Cut-Filter, sodass im Verlauf des Reglerwegs das Höhenspektrum zurückfahren wird. Diese wenig einfallsreiche Konfiguration setzt sich auch in anderen Teilen der Library fort. Ungeachtet dessen trifft man auf eine große Fundgrube überzeugender und inspirierender atmosphärischer Klänge.

Kommen wir zur Unterkategorie Stingers – zunächst wieder einige Beispiele:

All Dressed Up:

 

Darkened Hour:

 

Falling Stars:

 

Earth Worm:

 

Die Sounds für filmische Akzente reichen ebenfalls von bedrohlich, eine Gefahr ankündigend, über mysteriös bis zu hoffnungsvoll und lieblich. Alle Klänge verfügen in der Werkseinstellung über eine lange Ausklingfahne mit Hall, teils mit nachlaufenden Echos.

Die nächste Kategorie, Instrumentals, biete gleich acht Subkategorien:

  • Arpeggiated (temposynchrone, melodische Arpeggien)
  • Cembalo
  • Organs
Piano Acoustic und Piano Effectual
  • Synths
Toys und 
Wurlitzer

Man sollte hier jedoch kein Cembalo, Piano oder ein Wurlitzer im Sinne eines weit entwickelten Sample-Instruments erwarten. Die Instrumente rekrutieren sich aus Multisamples, wobei ein Sample in der Regel für drei Tasten benutzt wird. Anschlagsdynamisch gestaffelte Samples oder Round-Robin Samples findet man nicht. Hier geht es überwiegend um Klangverfremdungen auf der Basis dieser Instrumente.

Zunächst ein paar Beispiele aus der Unterkategorie Arpeggiated:

Emotions Run Slow

 

Flashback

 

Installations of Art

 

Insgesamt klingen die Sounds durch den Arpeggiator hart quantisiert und etwas maschinell. Auch wenn klanglich Gefühlvolles dabei ist, stehen die maschinenhaften Sequenzen dazu in einem nach meinem Empfinden nicht immer passenden Kontrast. Zusammen mit einem ebenso hart quantisierten Beat wirken die Sequenzen möglicherweise besser.

Hier das Arpeggio N2O mit einem einfachen Beat aus Ezdrummer2:

 

Das Cembalo klingt sehr voluminös und liegt in verschiedenen Spielweisen und Effektbearbeitungen vor:

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Hier ein kurzes Audiodemo mit der Version Mixing Eras 1:

 

Im Bassbereich ist der Sound nicht frei von Nebengeräuschen, die sich vor allem beim langen Ausklingen bemerkbar machen.

Mit dem Bogen gestrichen:

 

Weniger ausdrucksstark sind die Orgeln …

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… die zwar einen vollen Klang mitbringen, sich aber nicht von den üblichen Modellen abheben, die in zeitgemäßen Sequenzern bereits enthalten sind. Über das Modulationsrad ist per default wiederum das High-Cut-Filter steuerbar, welches die Höhen abdämpft – für eine Orgel wenig bedeutungsvoll. Die Steuerung eines Leslies wäre angebrachter gewesen. Aber einen solchen gibt es in Cinematic Keys nicht – obwohl die Kontakt Engine einen Rotator bereitstellt.

Unter den akustischen Pianos …

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… finden sich wiederum manche Presets für filmische Akzente, wie beispielsweise die Grand Strums …

 

… oder das Grand E-Bow für besinnliche Momente:

 

Die herkömmlich spielbaren Pianos, wie etwa das Grand Forte oder Grandma´s Upright erreichen bei weitem nicht den heutigen Standard auch kleiner Piano-Libraries oder Rundum-Basispakete und klingen eher wie Spielzeugklaviere oder Samplermodelle der 90er Jahre. Man kann sie jedoch als Vorlagen für eine Bearbeitung mit den internen Effekten verstehen, zu denen wir noch kommen werden.

Filmmusikreif sind hingegen die Pianos Effectual:

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Hier das Preset Making Drama:

 

Still Life:

 

Wenig weltbewegend ist die Synth-Abteilung. Ähnlich wie bei den Orgeln wird man hier mit den On-Board-Mitteln der großen Sequenzer-Flaggschiffe deutlich abwechslungsreicheres und spannenderes Material finden. Immerhin: Einige Synth-Sounds bestehen aus geschmackvoll zusammengesetzten Layern.

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Kommen wir zu den Spielzeugen. Die Kategorie Toys ist übersichtlich …

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… hat aber ihren Reiz.

Eine Spieluhr-Melodie mit dem Toy Grand Piano …

 

… und mit dem Toy Upright Piano:


 

Trotz dieses lieblichen Reizes sollte man nicht vergessen, dass auch Spielzeugklaviere oder Spieluhren nicht gerade selten und Beipack aller möglichen Libraries sind. Was ich persönlich bei den Spielzeugklavieren der Cinematic Keys vermisse, ist etwas mehr Patina und Nebengeräusche. Wenn man schon mit den Instrumenten so rüde umgegangen ist, wie eingangs erwähnt, hätte man hier wenigstens etwas Knacken und Knistern beimischen können. Auch ist kaum eine nennenswerte Anschlagsdynamik auszumachen.

Der letzte Kandidat unter den Instrumentals, eine Wurlitzer-E-Piano Adaptation, bietet wiederum einige Vorlagen:

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Die Klänge entbehren nicht einer gewissen Ästhetik, auch wenn hier die selben Einschränkungen wie schon bei den anderen Instrumentals gelten. Die Adaptation Vintage Space bietet einen markanten Klang und hat mir persönlich unter den Wurlitzer-Mutanten ab besten gefallen, trotz der Rauschfahne:

 

Die dritte Kategorie, Percussives gliedert sich in

  • Hit Ensembles (10 über die Tastatur verteilte, unterschiedlich große Sammlungen percussiver Hits für düstere bis dramatische Akzente)
  • Impacts (lang ausklingende Geräusche, teilweise auch mit tonalen Bestandteilen, oft mit Echo und Hall; hier ist jeweils ein Sample über die gesamte Tastatur transponiert)
  • Kits (kurze Geräusche als Effekt-Percussion-Kits für klanglich ausgefallene Rhythmen, allerdings durchweg ohne anschlagsdynamisch gestaffelte Samples. Teilweise reagiert ein Hi-Cut-Filter auf die Anschlagsdynamik.)
  • Interessant wird es bei den temposynchronen Loops (mit diversen Unterkategorien): Man trifft auf ungewöhnliche Geräusch-Sequenzen, teils mit Stotter- und Buzz-Effekten versehen, die sich auch für experimentellen Dance oder Neo-Industrial eignen würden.

Aus der Subkategorie Action Packed:

Bumble Bee

 

Half of Double

 

Aus der Subkategorie Electronic Effectual:

Killing Covertly

 

Die Subkategorien Hat-Like und Pop Hop bieten Sequenzen kurzer Clicks, Hits und Plops von dumpf bis metallisch. Diese Loops eignen sich als rhythmisches Effektbeiwerk für abgefahrene Club- und Dance-Beats.

Deftig zur Sache geht es in der Subkategorie Stacks. Hier eine Kombination zweier Presets:

We N Money und Decepticons 1


 

Aufgeräumter wirken hingegen die Instrumente der Subkategorie Sequenced. Diese sind ebenfalls temposynchron, bauen aber nicht auf Loops auf, sondern bedienen sich des eingebauten Step Animators. Schichtet man mehrere dieser Sequenzen als Layer übereinander, können interessante Ansätze von Arrangements entstehen.

 

Außerdem eignen sie sich als Basis für eigene Arbeiten mit dem Step Animator.

In der letzten Kategorie, Transitions, finden sich wiederum Klänge, die in der Filmmusik ein Ereignis oder einen Szenenwechsel einläuten können. In Pop-Produktionen können sie ähnlich, nämlich für thematische Wechsel eingesetzt werden.

Neben den Single-Instrumenten bietet Cinematic Keys Multis in drei Kategorien:

  • Construction Beds (bestehen aus mehreren, teilweise in Zonen unterteilten Layern, die beispielsweise via MIDI-Learn und externem Controllerboard gemischt werden können)
  • Instrument Stacks (mehrere übereinandergelegte Instrumentals) sowie
  • One Note Glory (mehrere übereinandergelegte Instrumente aus verschiedenen Kategorien; hier gibt es zusätzliche Lautstärkeregler für die verschiedenen Layer).
  • Alle Multis verfügen über eine kleine, spezifische Ausstattung mit zusätzlichen Steuerreglern.

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Effekte und FX Animator

Jedes Instrument verfügt über acht Effekte:

  • Ein Low- / High-Pass Dual-Filter
  • einen Lo-Fi-Effekt mit Samplerate/Bitcrusher und Rauschgenerator
  • Distortion mit Sättigung und Vorverstärkung
  • Wave, einen Wavetable-Synthesizer mit zumischbaren virtuell-analogen Standardwellenformen
  • Echo
  • Hall
  • ein Dynamik-Modul mit Kompressor und Transienten-Tool sowie
  • einen semiparametrischen Vierband EQ.

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Einige Effektparameter können per FX-Animator in Bewegung versetzt werden. Der FX-Animator ist ein Step-Sequenzer mit bis zu 128 Schritten. Für jeden Step kann eine Länge in Notenwerten und die Einflussstärke auf einen Parameter, etwa den Filter-Cutoff oder die Panoramaposition des Echos eingestellt werden. Es lassen sich sowohl kurvige als auch harte Wechsel Schritt für Schritt erstellen bzw. mit einem Stiftwerkzeug fließend einzeichnen. Das Potenzial trägt einiges in sich, die Bedienung erschließt sich hingegen nicht auf den ersten Blick.

Die zuweisbaren Parameter beschränken sich im Wesentlichen auf die Filterfrequenzen und die Resonanz des Filters, die Samplerate, Bittiefe und das Noiselevel des Lo-Fi-Effekts sowie Drive und Distortion beim Verzerrer-Effekt, so dass man sich am Anfang fragt, ob man mit externen, umfangreicher ausgestatteten Effekten, die leichter zu bedienen sind, nicht besser zurecht kommt und eine größere Wirkung erzielt. Hat man die Sache aber erst einmal tiefer erkundet, erwacht der Spieltrieb.

Der Step Animator

Ein weiterer Step-Sequenzer bietet ebenfalls bis zu 128 Schritte. Auch hier kann die Länge jedes Schritts in Notenwerten bestimmt werden, zudem die Tonhöhe, Dauer, die Panorama-Position und der Arpeggiator Typ (u. a. up, down, random, Chords). Als Besonderheit kann ein Stutter-Effekt für jeden Step individuell zugeschaltet werden (eine rasche Wiederholung der Note innerhalb dieses Steps). Eine Reihe von Presets stehen zur Verfügung.

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Weitere Modulatoren

Sechs fest zugewiesene LFOs mit einem erweiterten Repertoire an Standardwellenformen können für zusätzliche Modulationen eingesetzt werden.

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Acht via MIDI-Learn zuweisbare Trigger Pads …

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… setzen je einen individuellen Arpeggigator in Bewegung …

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… der rhythmische Lautstärkesprünge erzeugt. Zusammen mit dem LFO und den Effekten Filter und Distortion kann aus einer harmlosen Orgel eine angezerrte Sequenz werden …

 

… oder zusammen mit dem FX-Arpeggiator gleich ein Dampfmaschinen-Orgelmonstrum kurz vor dem Auseinanderbrechen. Der Distortion-Effekt wird so zu einer echten Alternative zum vom Hersteller verwendeten Preßlufthammer. Wenn man nun noch per externem Controller oder via Automation Parameter steuert, auf die intern der FX-Arpeggiator einwirkt, kann man regelrechtes Sound-Morphing betreiben.

Genau das habe ich für das nächste Audiodemo gemacht. Im zweiten Durchgang der Akkordfolge greift das Preset Kick Drummer 1 aus der Kategorie Percussions – Sequenced stützend ein.

 

Bleibt noch die Mixer-Seite:

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Hier passt man die Lautstärke und das Panorama der gesampelten Instrumente und des Wavetable-Synths an. (Kleine Randbemerkung: Wenn schon analoge Wellenformen einbinden, warum nicht dann in einem Ringmodulator? Der hätte mehr bewirkt.) Alle drei Lautstärkeregler können mit dem FX-Animator verknüpft und damit rhythmisiert werden. Die Abhängigkeit der Lautstärke von der Anschlagsstärke, eine globale Attack-Release-Hüllkurve, ein Stereoverbreiterer und ein globales High/Low-Cut Dual-Filter runden das Angebot ab.

Audioqualität und CPU-Last

Die Audioqualität spielt sich durchgängig auf zeitgemäß hohem Niveau ab. Die verwendeten Samples sind da, wo die Spielweise oder Effektbearbeitung dies hergab, reich an Details. Dieses gute Bild wird von ein paar Schönheitsfehlern leicht getrübt: Einige Instrumente wie beispielsweise das Wurlitzer E-Piano weisen in der Ausklingphase ein deutliches Eigenrauschen auf, welches man ggfls. durch externe Mittel herausfiltern muss.

Der Anspruch an die CPU ist sehr niedrig und liegt bei halbwegs aktuellen Rechnern unter 5 %, auch bei gering eingestellter Latenz (respektive Puffergröße).

Bedienung

Die Bedienung erschließt sich in Teilen nicht auf den ersten Blick und macht zumindest eine partielle Lektüre des englischsprachigen Manuals erforderlich. Welcher Step-Sequencer wofür zuständig ist und was man alles damit anstellen kann, bedarf einer – wenn auch überschaubaren – Einarbeitung. Insbesondere die Zusammenhänge zwischen den Trigger Pads und dem Arpeggigator erkennt man nicht unbedingt durch bloßes Studieren der Benutzeroberfläche. Hier hätte der Hersteller eine ähnliche Bedienstruktur wie im Falle der Verbindung zwischen den Effekten und dem FX-Arpeggiator wählen können.

Fazit

Samplelogic bietet mit Cinematic Keys eine moderne Sammlung an Klängen, die sich vor allem für Filmmusik, Spielevertonung und Multimedia-Anwendungen eignet. Die Highligts finden sich in der Kategorie Atmospheres, die eine Fülle vielschichtiger, dichter Geräuschtexturen und fertiger musikalischer Hintergründe für alle denkbaren Stimmungen bietet. Auch gibt es reichlich Auswahl an Klängen, die speziell für Akzente, Szenenübergänge oder sich ankündigende Wendungen geeignet sind. Die Klänge sind geschmackvoll gestylt, teilweise geht es auch kräftig zur Sache. Die pure, unbearbeitete Roheit des Preßlufthammers oder des Schneidbrenners, der bei den Aufnahmen zum Einsatz kam, findet man hingegen nirgendwo in Reinkultur wieder.

Wer nebenbei nach dynamisch ausdrucksstark spielbaren akustischen oder verfremdeten Instrumenten sucht, wird allerdings nicht fündig. Den akustischen und elektronischen Instrumenten vom Piano bis zum Wurlitzer fehlt es trotz klanglicher Ästhetik an dynamischer Tiefe und Detailreichtum. Sie lassen sich jedoch mit Hilfe der internen Effekte und diversen Step-Sequenzern für ein experimentelles Klangdesign verwenden. Die Auswahl und Art an Effekten, die man per Step-Sequenzer und extern steuern und modulieren kann, ist zwar begrenzt, verfehlt aber ihre Wirkung nicht. Wer damit experimentieren und die Möglichkeiten ausschöpfen will, sollte eine partielle Lektüre des englischsprachigen Manuals einplanen. Einige Funktionen und Zusammenhänge erklären sich auch für fortgeschrittene Anwender nicht auf den ersten Blick.

Dort wo die Library in Richtung Dance und Club geht, nämlich bei den percussiven Loops und Sequenzen findet sich manches, was für extravagante Beat-Produktionen interessant ist. Dennoch ist dieser Bereich eher als Dreingabe zu betrachten.

Die durchweg gute Audioqualität wird durch Rauschfahnen in der Ausklingphase einiger Instrumente getrübt.
Preislich bewegt sich die Library auf Augenhöhe mit einigen Mitbewerbern, die ebenfalls Extras bieten.

Holger Obst

Plus

Große Auswahl an modernem, produktionsfertigen Flächen, Texturen und akzentuierten Klängen

experimentelles Klangdesign und Rhythmik durch sequenzergesteuerte Effekte

fertige Loops und Sequenzen, auch für extravagante Dance-Produktionen

Minus

Auswahl und Ausgestaltung der Effekte eher konventionell

Instrumentals (Piano, Orgel, Cembalo etc.) für Melodien oder Begleitung nur eingeschränkt geeignet.

Preis

  • 269 Euro

Systemanforderungen nach Angaben des Herstellers

  • Windows 7 oder Windows 8 (aktuelles Service Pack, 32/64 Bit), Intel Core Duo oder AMD Athlon 64, 2 GB RAM (4GB empfohlen)
  • Mac OS X 10.7 oder 10.8 (letztes Update), Intel Core Duo, 2 GB RAM (4GB empfohlen)

Formate

  • Stand-Alone
  • VST
  • Audio Units
  • RTAS (Pro Tools 9 + 10)
  • AAX Native (Pro Tools 10)
  • 64-bit AAX-Plug-ins (Pro Tools 11)

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