Test: sonible smart:EQ+, proximity:EQ+ und entropy:EQ

Anwendungsbeispiel

Abschließend habe ich die drei sonible-Plug-ins auf die Einzelinstrumente und Mikrofonierungen einer Passage aus Ueberschall Blues Colors angewendet. Dabei habe ich die Loops für Bassdrum, Snare, Hi-Hat, Toms, Raummikro, Overheads, Bass und Gitarre auf Einzelausgänge des Ueberschall Elastik Players gelegt und fast alle mit den Plug-ins smart:EQ+, proximity:EQ+ und entropy:EQ+ in dieser Reihenfolge versorgt. Insgesamt kamen 23 Instanzen zum Einsatz, was auf unserem Testsystem (s. Anhang) knackfrei ab 256 Samples Puffergröße möglich war. Es gab dabei auch noch Luft für weitere Plug-ins. Bei 512 Samples Puffergröße lag die CPU-Last aller Instanzen bei rund 20%.

Zunächst das Original:

 

Eigentlich hat der erdige Blues Sound alles zu bieten, was notwendig ist. Die Bearbeitung mit den sonible-Plug-ins soll zeigen, welche Möglichkeiten diese bieten und was mit ihnen nicht machbar ist.

Bei der Bassdrum zeigte sich, dass eine Betonung der Transienten und ein markanter Sound, um den es mir ging, nicht möglich war. Das Attack des Originals war offenbar zu soft, um von entropy:EQ+ als Anschlag herausgestellt zu werden.

Die Bassdrum ohne die sonible Plug-ins:

 

Die Bassdrum nach der Bearbeitung:

 

Sie flappt eher, als dass sie knackig klingen würde. Wo also kein deutlicher Attack vorhanden ist, kann auch der entropy:EQ+ keinen herbeizaubern. Der Softube Transient Shaper brachte bei diesem Beispiel übrigens etwas mehr Attack zustande, da er quasi eine Hüllkurve mit steilem Anstieg und kurzem Decay/Sustain generiert, die durch den Anschlag der Bassdrum getriggert wird. Aber auch er machte aus dem von Haus aus soften Kick keinen knalligen Hit.

Anders sah es bei der Snare aus. Hier zunächst das Original:

 

Abgesehen von der Schärfung des Klangbilds mit dem smart:EQ+ und dem dezenten Näherrücken mit proximity:EQ+ zeigte sich, dass man mit einer Automation des globalen Entropy-Parameters eine breite Palette unterschiedlicher „Artikulationen“ produzieren konnte: kurze, knallige Anschläge nahe am Pressing und weiche Pseudo-Ghost-Notes:

 

Ähnliche Modulationen habe ich bei der Hi-Hat und den Toms eingesetzt. Bassdrum, Snare, Hi-Hat und Toms zusammen ohne die Sonible-Plug-ins klingen so …

 

… und mit ihnen so:

 

Auch beim Bass habe ich die tiefen Töne mittels Zurückregeln des globalen Entropy-Parameters bauchiger gestaltet, die hohen Noten etwas präziser und kantiger mit hohen Entropy-Werten:

 

Bassdrum, Snare, Toms, Bass und Gitarre habe ich zusätzlich mit Presswerk komprimiert und die Phasenlage aller Kanäle außer den Raummikros und Overheads mit SoundRadix PI gesäubert. Hier das Ergebnis:

 

Die oberen Mitten sind etwas scharf geraten, aber die sonible Plug-ins bieten ausreichende Optionen für die Feinarbeit nach eigenem Geschmack.

Hier zum Vergleich noch einmal das unbearbeitete Original:

 

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