Test: Spectrasonics Keyscape Teil 3

Für getragene Passagen bietet sich das Wurlitzer Chorusspace an, mit einem wunderbar warmen, offenem und räumlichen Klang.

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Unter anderem kann man zwischen Speaker und Direktabnahme umschalten. Der Direktsound ist nochmals wärmer und mittiger, gibt sich etwas zurückhaltender.

Neben einem Tremolo im Main Menü stehen diese Chorus-Effekte bereit, die für den schwebenden Klang verantwortlich sind:

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Im Klangangebot von Keyscape folgt mit dem Vintage Vibe E-Piano ein weiteres exzellentes Instrument – laut Spectrasonics das erste von Grund auf neu konzipierte E-Piano nach der Einstellung der Serienproduktion klassischer Rhodes in den 80ern. Zur Klangerzeugung werden Stahlplättchen mit einem gummibeschichteten Hammer angeschlagen. Zur Klangabnahme werden von Hand gefertigte Pickups sowie Preamps mit integriertem Tremoloeffekt verwendet. Der in Präzisionsarbeit wieder auferstandene Klassiker verfügt über eine nuancierte Anschlagsdynamik und liefert bei sanftem Anschlag weiche Klänge, während er hart gespielt bissig und rockig klingt – mit fließendem Übergang, versteht sich. Release-, Mechanik- und Pedalgeräusche können dosierbar hinzugefügt werden. Den Timbre Shift – Regler habe ich moduliert:

 

Hier tritt das Vintage Vibe EP mit einem Wah auf:

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Die Drums stammen von EZdrummer, Funkmaster. Bevor ich das Keyboard Solo eingespielt habe, habe ich eine Kanne Kaffee geleert.

 

Das mit der Kanne Kaffee war gelogen: Die Pattern sind aus der Funk-Erweiterung für EZdrummer und wurden im Originaltempo von 105 BPM eingespielt. Unser Audiodemo läuft mit 130 BPM.

Tja, es juckt mir in den Fingern, aber daraus werde ich jetzt keinen Song machen, sonst wird Teil 3 des Keyscape-Test erst im nächsten Jahr fertig. Und es gibt noch einige weitere E-Pianos zu bestaunen:

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Ernst Zacharias, der erfindungsreicher Instrumentenbauer bei Hohner hat nämlich außer dem Clavinet auch das Pianet ins Leben gerufen, welches eigentlich für den Heimgebrauch gedacht war, über einen eingebauten Verstärker mit Lautsprechern verfügte und mit dem sogenannten Modulator einen Effekt an Bord hatte. Die Metallzungen, welche den Ton produzieren, kommen nach dem Note-Off auf Schaunmstoff- und Lederpolstern zu liegen. Daraus ergibt sich ein weicher, sanfter Release. Auch beim Attack lösen sich die Zungen eher sanft aus dem Polster. Die Metallzungen werden nicht von einem Hämmerchen angeschlagen, sondern geraten alleine durch die Lösung aus den Polstern in Schwingung, die wiederum von Tonabnehmern den Weg in die Elektronik findet. (Quelle: Spectrasonics und Wikipedia). Der Verwandte des Pianet M, das T ist mit 20 kg ein Leichtgewicht unter den E-Pianos: Das gute alte Fender Rhodes brachte es auf satte 70 kg und brachte als Nebeneffekt ein nicht überall geschätztes Muskeltraining für die Roadies oder arme Pianisten mit sich, die sich keine Helfer leisten konnten.

Den Modulator hat Spectrasonics natürlich auch emuliert. Er bietet die Modi Phaser und Unvibe.

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Wenn man beim Amp Gas gibt (mittels Drive und Boost) kommt Stimmung im Wohnzimmer auf, und die Teller in der Vitrine beginnen zu klirren.