Test: Sugar Bytes Factory
Wir kommen zum Arpiculation-Menü:

- Definiert wird zunächst die Grundstimmung (Tune),
- Quantize erlaubt eine skalengetreue Wiedergabe. Falsche Tasten werden automatisch zu den richtigen, zur Tonart passenden Noten transponiert. Zur Wahl stehen 12 Skalen. Der Regler bestimmt die Tonart (C-H). Ein Infofeld mit der Tonartangabe in Form eines Buchstabens wäre nicht schlecht gewesen.
- Glide erlaubt ein Portamento oder ein Glissando (Treppensymbol). Das Hand-Symbol schaltet in den Legato-Modus um: Jetzt kommt es nur bei gebundenem Spiel zu einem Glide.
- Unisono vervielfacht die Stimmen bei dosierbarer Verstimmung.
- Über Intonation lassen sich kleine Ungenauigkeiten in der Einschwingphase generieren – eine Funktion, die ich sonst nur von ausgebufften Klassik-Libraries, etwa Vienna Symphonic, kenne. Besonders bei Saiteninstrumenten und Bläsern kann dieser Effekt subtil zu mehr Authentizität führen. Die Verlaufsform, Geschwindigkeit und Stärke der Ungenauigkeit der Intonation lässt sich regeln.
- Zum Arpeggiator: Dieser bietet neben verschiedenen Verlaufsformen eine Synchronisation zu den internen Sequencern. Auch zufällige oder über die Modulationsmatrix per Modulator gesteuerte Tonfolgen sind möglich. Erneut ein breites Experimentierfeld.
Zur Auflockerung ein Audiobeispiel mit Arpeggiator, „Cracked Sunglasses“ von Saro Sahihi / SoundBits:
Den Beat lieferte Steinbergs Groove Agent 4. Die Oszillatoren von Factory benutzen hier nicht etwa Sägezahn- oder Pulswellenformen, sondern den Transformer:

Den folgenden Sound von Mads Lundgren / Monolog findet man auch unter der Kategorie Arpeggio, die Tonfolge und Rhythmik wird jedoch über einen internen Sequencer erzeugt.
Der Beat stammt wiederum von Groove Agent.
Wie zu Beginn des Tests bereits dargestellt, gibt es zur weiteren Klangformung drei Multi-Effektslots mit einer Auswahl von FX, darunter auch Spezialisten wie Pitch Delay, Reverse Delay und Dynamic Filter.
Dynamic Filter ist ein Multimodefilter (Low-, Band- und High-Pass) mit Hüllkurvenverfolger. Letzterer sorgt für einen amplitudenabhängigen Filtereinsatz. Das Filter eignet sich für Wah-Effekte.
Reverse- und Pitch-Delay sind wahlweise temposynchron. Es fehlt allerdings eine exakte Werteangabe für den Zeitversatz (in Notenwerten). So kann man sich nur nach dem Gehör orientieren. Beim Pitch-Delay ist dem Echo ein Pitch-Shifter nachgeschaltet. Diesem kann wiederum ein Multimode-Filter folgen, wenn man das Frequenzspektrum des Pitch-Delays anpassen möchte.
